Young Urban Anesthesiologists

Young Urban Anesthesiologists

Der Podcast der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Göttingen

Transkript

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00:02:21: Ingmar: Ja, klar kann ich euch Tipps geben. Es ist ein Film. Ja. Das Motiv ist Angeln. Fliegen, Fischen.

00:02:28: Ralph: Ja. Das kam so ein bisschen durch. Hopping the Fish Will Arise.

00:02:31: Hanna: Ich bin relativ sicher, dass ich diesen Film nicht kenne.

00:02:35: Ingmar: Robert Redford spielt mit.

00:02:37: Ralph: Das ist typischerweise eine Filmliga, in der ich auch nicht mehr so aktiv bin.

00:02:40: Ingmar: Brad Pitt. Brad Pitt spielt mit.

00:02:42: Ralph: Was?

00:02:43: Ingmar: Der junge Brad Pitt.

00:02:45: Ralph: Der junge Brad Pitt. Okay, ich bedenke, dass ich viele Filme von dem eigentlich kenne.

00:02:49: Ingmar: Und der Twist ist der deutsche Titel von dem Film. Der englische Titel von dem

00:02:54: Ingmar: Intro ist A River Runs Through It.

00:02:57: Ingmar: Und der deutsche Titel ist In der Mitte entspringt ein Fluss.

00:03:02: Ingmar: Und das bringt uns zum Thema der heutigen Episode.

00:03:09: Ingmar: Flussmessung weil Fluss wahrscheinlich das zentrale Element das Beatmungsgerät ist Überragend.

00:03:19: Ralph: Kannst du so lassen Ich bin beeindruckt.

00:03:22: Ingmar: Damit sind wir voll in der Episode drin Bin richtig stolz auf dieses Intro und

00:03:27: Ingmar: freue mich, dass ihr es einfach nicht erkannt habt.

00:03:30: Ralph: Ich habe aber auch jetzt einfach Lust auf ein simples Leben Es ist kein simpler Film Nein.

00:03:36: Hanna: Das will ich nicht sagen In der Mitte.

00:03:37: Ingmar: Entspringt ein Fluss. Der River runs through it.

00:03:40: Ralph: Man hat jetzt einfach Lust, sich an so einen Fluss zu setzen.

00:03:45: Ingmar: Das ist einer meiner Lieblingsfilme.

00:03:47: Ralph: Das ist Matt Damon.

00:03:49: Ingmar: Matt Damon. Das ist auch ein guter Film übrigens.

00:03:53: Ingmar: Wir müssten eigentlich nochmal ein Abteilungsvideo machen, weil ich bin mir

00:03:56: Ingmar: nicht sicher, ob alle hier Team America gesehen haben.

00:04:02: Ralph: Ich glaube, der wirkt jetzt auch nochmal anders, wenn man merkt,

00:04:05: Ralph: wo Amerika hingegangen ist. ist.

00:04:08: Hanna: Was?

00:04:09: Ingmar: Wenn ihr das Intro erkannt habt, Chapeau. Das ist nämlich zweimal um die Ecke

00:04:13: Ingmar: gedacht. Einer meiner Lieblingsfilme. In der Mitte entspringt ein Fluss.

00:04:17: Ingmar: Heute wollen wir da weitermachen, wo wir beim letzten Mal aufgehört haben.

00:04:21: Ingmar: Nämlich beim Aufbau und der Funktion von Beatmungsgeräten, um von dort irgendwann

00:04:26: Ingmar: zu Beatmungsmodi und Beatmung im Großen und Ganzen zu kommen.

00:04:31: Ingmar: Da hatten wir uns für heute vorgenommen, über Fluss zu sprechen.

00:04:35: Ingmar: Fluss im Sinne von Flusserzeugung, Flussmessung und Flussregulierung und was

00:04:44: Ingmar: Fluss eigentlich überhaupt ist.

00:04:45: Ingmar: Und deswegen dachte ich, der Twist, mit dem in der Mitte entspringt ein Fluss,

00:04:50: Ingmar: passt ganz gut, weil das vielleicht das zentrale Element eines Beatmungsgerätes ist.

00:04:55: Ingmar: Wir springen einfach direkt rein, stacken da nicht lange drumherum.

00:04:58: Ingmar: Und nochmal so zur Erinnerung, Fluss ist deswegen wichtig, weil Patienten am

00:05:05: Ingmar: Ende nicht das Gefühl haben sollen, wenn der Fluss zu klein ist,

00:05:08: Ingmar: dass es sich nach Lufthunger anfühlt.

00:05:10: Ingmar: Also der Fluss muss groß genug sein, aber am Ende auch klein genug,

00:05:14: Ingmar: dass er nicht gefährlich ist.

00:05:15: Ingmar: Und wir haben unterschiedliche Flussgeschwindigkeiten oder Anforderungen, die wir so brauchen.

00:05:21: Ingmar: Entweder wenn wir eine ruhige Atmung haben oder auch wenn wir uns irgendwie

00:05:23: Ingmar: körperlich betätigen oder wenn wir irgendwie richtig kritisch krank sind.

00:05:28: Ingmar: Und dazu sind eben unsere Beatmungsgeräte in der Lage, das zu regulieren, um uns zu regeln.

00:05:32: Ingmar: Und um es regulieren zu können, müssen sie es auch irgendwie messen können.

00:05:36: Ingmar: Bevor wir darüber sprechen, hatte Hannah noch ein bisschen Physik vorbereitet.

00:05:42: Ingmar: Und darauf freut sie sich schon, euch das hier so ein bisschen näher bringen zu können. Hannah, go!

00:05:47: Hanna: Wir haben uns gedacht, oder ich habe mir gedacht, es wäre ja sinnvoll,

00:05:50: Hanna: bevor wir über Flüsse, Flussmessungen und so ein Kram sprechen,

00:05:53: Hanna: Wenn wir uns nochmal bewusst machen, worüber wir überhaupt sprechen,

00:05:57: Hanna: weil um Physiologie und sowas zu verstehen, gehört natürlich immer auch so ein bisschen Physik dazu,

00:06:01: Hanna: auch wenn das nicht jeder Mediziner, nicht jede Medizinerin gerne hört.

00:06:05: Hanna: Genau, und schön ist es ja immer erstmal mit einer Definition anzufangen.

00:06:08: Hanna: Das heißt, wovon sprechen wir überhaupt, wenn wir von Flüssen reden?

00:06:12: Hanna: Und da gibt es für den sogenannten Volumenstrom eine Definition und im Prinzip ist uns das allen klar.

00:06:18: Hanna: Nämlich der Fluss, also der Volumenstrom ist definiert als das Verhältnis des

00:06:23: Hanna: Volumens, welches in einer bestimmten Zeit an einer bestimmten Querschnittsfläche vorbeiströmt.

00:06:33: Hanna: In eine Formel gepackt wäre das, also der Volumenstrom kann man abkürzen mit Groß Q,

00:06:40: Hanna: wäre gleich das Volumen geteilt durch die Zeit und die Einheiten,

00:06:46: Hanna: die wir da üblicherweise verwenden würden, wäre Volumen gemessen in Kubikmetern

00:06:50: Hanna: geteilt durch die Zeit gemessen in Sekunden.

00:06:52: Hanna: Das heißt, wir hätten Kubikmeter durch Sekunde als Einheit dafür.

00:06:56: Hanna: Das ist ja immer ganz nett, um einfach mal zu gucken, ist das alles logisch,

00:06:59: Hanna: passt das alles zusammen. Da ist es immer schön, wenn man sich die Einheiten einmal anguckt.

00:07:02: Hanna: Und das ist sozusagen so unsere normale Definition. Aber man kann es auch nochmal

00:07:09: Hanna: anders darstellen, weil ich habe ja gesagt, es geht irgendwie um eine Querschnittsfläche,

00:07:12: Hanna: weil wir müssen ja auch überlegen, wo schauen wir uns denn dieses Volumen an, was da durchströmt.

00:07:17: Hanna: Und dafür, wenn wir uns jetzt vorstellen, wir nehmen ein Rohr,

00:07:19: Hanna: schneiden wir das an einer Stelle durch und haben dann ja eine entsprechende

00:07:23: Hanna: Querschnittsfläche, die dort entsteht.

00:07:25: Hanna: Und da zählen wir oder messen wir sozusagen unser Volumen. Und eine alternative

00:07:30: Hanna: Darstellung oder eine alternative Formulierung für den Fluss wäre nämlich auch

00:07:35: Hanna: noch die Fläche, also diese Querschnittsfläche, von der wir sprechen,

00:07:39: Hanna: gemessen in Quadratmeter.

00:07:40: Hanna: Und das Ganze multipliziert mit der Geschwindigkeit, mit der da unsere Substanz,

00:07:47: Hanna: die wir uns anschauen, und das wird in unserem Fall ja meistens Luft sein,

00:07:50: Hanna: vorbeifließt. Und das wird in Meter pro Sekunde gemessen.

00:07:56: Hanna: Genau, das soweit zu den Formeln. Das ist immer schön, sich das anzuhören,

00:07:58: Hanna: weil dann kann man das sich so wunderbar vorstellen.

00:08:01: Hanna: Natürlich nicht, also Formeln hat man gerne vor sich. Aber so grundsätzlich

00:08:04: Hanna: ist wichtig, dass uns einfach klar ist, Fluss bedeutet, irgendwas fließt in

00:08:08: Hanna: einer bestimmten Zeit irgendwo vorbei und im besten Fall können wir das messen

00:08:12: Hanna: oder zählen oder eben berechnen.

00:08:15: Hanna: Und wenn wir uns jetzt noch mal ganz kurz bewusst machen,

00:08:18: Hanna: wo wir Flüsse, so zum Beispiel auf unserem Beatmungsgerät oder so haben,

00:08:21: Hanna: dann wird ja jedes einigermaßen moderne Beatmungsgerät uns sowas wie eine Flusszeitkurve darstellen.

00:08:31: Hanna: Und wenn wir uns die angucken, könnten wir anhand dessen zum Beispiel auch ein

00:08:36: Hanna: Tidalvolumen berechnen.

00:08:39: Hanna: Wenn wir uns jetzt überlegen, die Flusskurve, Die meisten haben sie wahrscheinlich irgendwie im Kopf.

00:08:44: Hanna: Wir haben irgendwie so einen ansteigenden Fluss. Irgendwann erreichen wir einen

00:08:47: Hanna: Peak, dann nimmt er wieder ab und dann haben wir irgendwann die Expiration.

00:08:50: Hanna: Aber wenn wir uns jetzt die Inspiration angucken, dann wäre quasi unser Tidal-Volumen,

00:08:55: Hanna: was wir mit einem Atemzug aufnehmen, die Fläche unter dieser Kurve,

00:08:58: Hanna: weil wir diese Formel gucken und sozusagen zu einem Zeitpunkt an,

00:09:04: Hanna: wie viel Volumen strömt da durch.

00:09:07: Hanna: Und wenn wir dann die gesamte Fläche nehmen, also über die Zeit und da die Fläche

00:09:10: Hanna: drunter berechnen, dann hätten wir Antidalvolumen.

00:09:12: Hanna: Und so kann man es ausrechnen.

00:09:15: Hanna: Genau, soviel zur Theorie. Es gibt aber noch so ein paar andere Formeln,

00:09:18: Hanna: die wir im Prinzip mit betrachten müssen.

00:09:21: Hanna: Es hilft nichts, es ist ein bisschen anstrengend beim Zuhören,

00:09:23: Hanna: aber es hilft am Ende, wenn wir über die Messmethoden und ähnliches sprechen,

00:09:28: Hanna: einfach zu verstehen, was wir da eigentlich tun und warum gewisse Sachen sich

00:09:32: Hanna: so verhalten, wie sie sich verhalten.

00:09:35: Hanna: Die meisten erinnern sich wahrscheinlich noch an das Ohmsche Gesetz,

00:09:39: Hanna: was man im Physikunterricht der Schule eher so im Zusammenhang mit Elektrizität

00:09:44: Hanna: um die Ohren gehauen bekommen hat.

00:09:46: Hanna: Wir haben das aber hier hin und wieder auch schon mal erwähnt.

00:09:49: Hanna: Kleine Erinnerung, das ist ja dieses bekannte URI-Dreieck, aber wir wollen da

00:09:56: Hanna: jetzt gar nicht drüber sprechen, weil wir beschäftigen uns ja nicht mit Elektrizität,

00:09:59: Hanna: sondern wir wollen das Ganze mal anwenden auf Flüssigkeiten bzw.

00:10:03: Hanna: Gase. Weil auch bei uns fließen jetzt irgendwelche Dinge und dieses Ohmsche

00:10:09: Hanna: Gesetz kann man im Prinzip auch auf Flüssigkeiten oder eben Luft anwenden,

00:10:15: Hanna: die durch irgendein System fließt.

00:10:17: Hanna: Und dabei kann man sagen, dass die Flussrate sich ergibt aus einer Druckdifferenz,

00:10:24: Hanna: die irgendwo besteht, geteilt durch einen Widerstand.

00:10:28: Hanna: Wenn wir uns das jetzt mal kurz veranschaulichen, damit irgendwas fließt,

00:10:32: Hanna: ist irgendwie logisch, dass es eine Druckdifferenz geben sollte.

00:10:34: Hanna: Wenn wir uns jetzt vorstellen, wir haben einen Rohr, auf der einen Seite ist

00:10:37: Hanna: der Druck höher, auf der anderen Seite ist der Druck niedriger und dazwischen

00:10:40: Hanna: ist irgendein Medium, dann haben wir irgendeine Flussrichtung,

00:10:43: Hanna: wahrscheinlich vom hohen zum niedrigen Druck.

00:10:48: Hanna: Und diese Flussrate ist davon abhängig, wie hoch der Widerstand dieses Systems ist.

00:10:52: Hanna: Das heißt, wie lang ist das Rohr, wie dick ist das Rohr, was für eine Flüssigkeit

00:10:56: Hanna: oder was für ein Medium fließt da überhaupt durch?

00:10:58: Hanna: Ist das was sehr dünnes, leicht fließendes oder ist das was sehr zähflüssiges?

00:11:03: Hanna: Und das, was sich da am Ende raus ergibt, sind dann eben so die Eigenschaften

00:11:08: Hanna: und davon hängen unsere Flüsse ab.

00:11:12: Hanna: Das heißt, in der Praxis, wenn wir ...

00:11:17: Hanna: Wenn wir uns jetzt diese Formel angucken, ich habe ja gesagt,

00:11:19: Hanna: die Flussrate ist die Druckdifferenz geteilt durch den Widerstand,

00:11:22: Hanna: dann können wir uns vorstellen,

00:11:23: Hanna: wenn in diesem System die Druckdifferenz aus irgendeinem Grund steigt,

00:11:27: Hanna: weil wir zum Beispiel den Druck, den wir anlegen, erhöhen, dann erhöht sich die Flussrate,

00:11:32: Hanna: wenn wiederum der Widerstand steigt, der ja ein Nenner dieser Formel ist,

00:11:36: Hanna: dann würde sich die Flussrate erstmal reduzieren, wenn alles andere gleich bleibt.

00:11:41: Hanna: Das ist in unserem System natürlich insofern relevant, dass wenn wir über Beatmung

00:11:45: Hanna: und Beatmungsgeräte sprechen, wir ja verschiedene Rohrsysteme sozusagen haben.

00:11:49: Hanna: Wir haben Beatmungsschläuche, wir haben ein System aus Bronchien und Atemwegen,

00:11:57: Hanna: die auch in irgendeiner Form Widerstände darstellen, die höher oder niedriger sein können.

00:12:04: Hanna: Und das ist einfach nochmal gut, sich bewusst zu machen, wenn wir uns jetzt

00:12:08: Hanna: vorstellen, irgendwie wir haben eine Schwellung von Atemwegen oder wir haben

00:12:12: Hanna: plötzlich dünnere Beatmungsschläuche, dann macht das was mit unserem Fluss.

00:12:17: Hanna: Und das ist zwar irgendwie trivial, hilft aber, um sich einmal nochmal bewusst

00:12:21: Hanna: zu machen, worüber wir hier sprechen.

00:12:22: Hanna: Und ist am Ende auch, wenn wir uns etwas später dann nochmal damit beschäftigen,

00:12:27: Hanna: wie so Ventile und so überhaupt funktionieren, auch relevant und sozusagen eine

00:12:32: Hanna: wichtige Grundlage, um das überhaupt zu verstehen.

00:12:34: Hanna: So, jetzt könnte man denken, man kann sich jetzt entspannt zurücklehnen,

00:12:38: Hanna: weil ist jetzt genug der Formelwelt.

00:12:41: Hanna: Aber noch nicht ganz, denn es gibt noch eine Gleichung, die tatsächlich wichtig

00:12:46: Hanna: ist und auf die wir nochmal zu sprechen kommen im Verlauf der Episode und deswegen

00:12:52: Hanna: müsst ihr da jetzt noch durch und das ist die sogenannte Bernoulli-Gleichung.

00:12:57: Hanna: Ich habe ja gesagt, Formeln zu hören ist immer so ein bisschen schwierig,

00:13:01: Hanna: deswegen probiere ich mal, das einigermaßen anschaulich zu gestalten.

00:13:04: Hanna: Also, die Bernoulli-Gleichung ist eigentlich ein Gesetz,

00:13:07: Hanna: was sich aus der Energiehaltung herleitet und was uns im Prinzip sagt,

00:13:15: Hanna: dass die Energien, die in einem geschlossenen System,

00:13:20: Hanna: in dem Flüsse stattfinden können, also zum Beispiel in einem Rohrsystem,

00:13:24: Hanna: dass die Energien konstant bleiben müssen.

00:13:26: Hanna: Diese Bernoulli-Gleichung setzt sich aus drei Komponenten zusammen,

00:13:29: Hanna: wir haben also eine Summe aus drei.

00:13:32: Hanna: Drei Komponenten und die erste von diesen drei Sachen ist die sogenannte Druckenergie.

00:13:38: Hanna: Das bedeutet ein Druck, der sozusagen pro Volumeneinheit da in irgendeiner Form

00:13:44: Hanna: erzeugt wird oder herrscht.

00:13:46: Hanna: Das ist der erste Teil. Dann haben wir noch eine kinetische Energie.

00:13:51: Hanna: Das ist, glaube ich, auch allen irgendwie ein geläufiger Begriff.

00:13:54: Hanna: Die kinetische Energie in diesem System setzt sich zusammen zum einen aus der

00:14:00: Hanna: Dichte des Mediums, was wir betrachten, in unserem Fall wahrscheinlich häufig von Luft,

00:14:06: Hanna: und dann noch der Flussgeschwindigkeit, die dieses Medium gerade hat.

00:14:12: Hanna: Und in Formel heißt das, also diese zweite Komponente ist ein Halb mal Dichte

00:14:18: Hanna: mal Geschwindigkeit zum Quadrat. Das wäre Komponente zwei.

00:14:22: Hanna: Und dann gibt es noch die dritte Komponente, das ist die potenzielle Energie,

00:14:27: Hanna: die sich zusammensetzt ebenso als aus der Dichte und unserer Erdbeschleunigung,

00:14:34: Hanna: was ja eine Konstante ist, also in etwa 9,81.

00:14:37: Hanna: Wir wollen ja alles nicht zu detailliert betrachten.

00:14:39: Hanna: 9,81 Meter pro Sekunde Quadrat und der Höhe, in der wir sozusagen das Ganze betrachten.

00:14:47: Hanna: Genau, das heißt, wir haben diese drei Komponenten Druckenergie,

00:14:50: Hanna: kinetische Energie und potenzielle Energie.

00:14:52: Hanna: Die werden addiert und die Bernoulli-Gleichung sagt jetzt einfach aus,

00:14:57: Hanna: dass diese drei Komponenten zusammengerechnet konstant bleiben müssen.

00:15:02: Hanna: Was heißt das für uns in der Praxis?

00:15:05: Hanna: Wenn sich im System an irgendeiner dieser Stellen etwas ändert,

00:15:09: Hanna: muss sich auch etwas anderes ändern, damit die Gleichung immer noch gilt,

00:15:15: Hanna: damit das Ganze immer noch konstant bleibt.

00:15:17: Hanna: Wichtig, wir erinnern uns dran, das war schon damals im Physikunterricht so,

00:15:20: Hanna: wenn man irgendwelche Experimente gemacht hat oder gesagt wurde,

00:15:23: Hanna: guckt mal, ihr macht jetzt das und das oder wir schauen uns mal das und das

00:15:25: Hanna: an, dann wurde ja immer gesagt, ja,

00:15:28: Hanna: theoretisch ist das so, aber wir müssen jetzt ein paar Dinge vernachlässigen,

00:15:33: Hanna: damit das alles so passt, wie wir uns das überlegt haben. Das ist auch in diesem Fall so.

00:15:36: Hanna: Also wenn wir die Bernoulli-Gleichung anschauen, müssen wir immer davon ausgehen,

00:15:40: Hanna: dass die Flüssigkeit oder das Medium, was wir anschauen, irgendwie nicht komprimierbar ist,

00:15:46: Hanna: dass da keine Reibung stattfindet, dass wir im Prinzip keine Energieverluste

00:15:50: Hanna: durch Wärme oder Reibung oder ähnliches haben und da ist uns allen klar,

00:15:54: Hanna: ist das in der Realität nie trotzdem, um die Gesetzmäßigkeiten zu verstehen,

00:15:58: Hanna: ist es hilfreich, wenn wir diese Sachen einmal vernachlässigen und uns das trotzdem so anschauen.

00:16:04: Hanna: Ich habe ja eben gesagt, wir haben eine Gleichung, das heißt,

00:16:06: Hanna: wenn sich in unserem System irgendwas verändert, wie wir zum Beispiel die Geschwindigkeit

00:16:12: Hanna: unseres Mediums verändern, dann muss gleichzeitig der Druck abnehmen,

00:16:17: Hanna: damit das Ganze immer noch konstant ist.

00:16:19: Hanna: Um das jetzt mal praktisch zu veranschaulichen, es gibt so ein paar Sachen,

00:16:23: Hanna: von denen ihr wahrscheinlich auch schon gehört habt.

00:16:24: Hanna: Und zwar Nummer eins, was man sich dabei angucken kann, ist der Venturi-Effekt.

00:16:28: Hanna: Auch der wurde im Podcast in früheren Folgen schon mal angesprochen, war schon mal Thema.

00:16:34: Hanna: Ich meine mindestens, als es um Jetventilation ging.

00:16:40: Hanna: Venturi-Effekt sagt im Prinzip, dass wenn wir jetzt zum Beispiel ein System haben,

00:16:47: Hanna: also wir stellen uns vor, wir haben irgendwie ein Rohr und wir haben eine Verengung

00:16:51: Hanna: in diesem Rohr, dann ist es so, dass durch die Engstelle die Geschwindigkeit steigt.

00:16:58: Hanna: Also wenn wir uns vorstellen, das gleiche Volumen fließt jetzt durch einen engeren

00:17:04: Hanna: Querschnitt, dann muss die Geschwindigkeit steigen, damit das ganze Volumen da durchfließen kann.

00:17:11: Hanna: Laut unserer Bernoulli-Gleichung muss sich jetzt aber auch der Druck verändern

00:17:16: Hanna: und zwar muss der Druck fallen, weil sonst würde die Regel nicht mehr zählen,

00:17:20: Hanna: dass das Ganze konstant bleibt.

00:17:22: Hanna: Das heißt also, wenn wir eine Verengung an einer Stelle haben,

00:17:26: Hanna: dann haben wir gleichzeitig eine Erhöhung der Geschwindigkeit und das hat eben

00:17:33: Hanna: dann auch einen niedrigeren Druck an der Stelle zur Folge.

00:17:37: Hanna: Noch ein anderes Beispiel, wo die Bernoulli-Gleichung praktische Relevanz hat,

00:17:42: Hanna: zwar nicht für uns in der Anästhesie, aber was man sicherlich irgendwie mal

00:17:46: Hanna: im Alltag, dem man mal begegnet, das ist nämlich die Funktionsweise von Flugzeugen.

00:17:50: Hanna: Ich glaube, das wurde uns wahrscheinlich allen schon mal bei der Sendung mit der Maus erklärt.

00:17:54: Hanna: Flugzeugflügel haben ja irgendwie eine lustige Form, sind unten gerade,

00:17:56: Hanna: haben oben eine Biegung.

00:17:57: Hanna: Das führt dazu, dass die Luft oberhalb der Flügel schneller vorbei fließt als unterhalb.

00:18:04: Hanna: Deshalb und gleiches Prinzip wie eben im Rohr, dadurch, dass wir oben eine höhere

00:18:08: Hanna: Geschwindigkeit haben, müssen wir, damit die Bernoulli-Gleichung weiter stimmt,

00:18:13: Hanna: einen niedrigeren Druck haben.

00:18:15: Hanna: Das heißt, es entsteht ein Unterdruck an der Oberseite des Flügels und dadurch entsteht ein Auftrieb.

00:18:21: Hanna: Und weitere Relevanz hat das Ganze interessanterweise auch bei Flussmessungen,

00:18:28: Hanna: zum Beispiel in irgendwelchen Beatmungs- und Narkosegeräten.

00:18:32: Hanna: Und wie genau das Ganze funktioniert und was es dazu zu wissen gibt,

00:18:37: Hanna: das wird euch Ralf jetzt näher bringen.

00:18:40: Ralph: Hanna, vielen Dank für die einleitenden Worte.

00:18:43: Hanna: Ganz kurze Einleitung. Wenig Theorie, wenig Formeln.

00:18:47: Ralph: Ich finde, das hast du sehr schön erklärt zu diesen Formeln.

00:18:50: Ralph: Ich finde, das sind eigentlich die Formeln, wie man sie vielleicht noch aus

00:18:54: Ralph: dem Physikunterricht erkennt.

00:18:55: Ralph: Also da war ja ein Halb-m-V-Quadrat für die kinetische Energie.

00:18:59: Ralph: Und m ist jetzt hier halt nicht m für die Masse, sondern roh als Stoffkonstante sozusagen.

00:19:05: Ralph: Und das gleiche Höhen- oder potenzielle Energie m mal g mal h auch wieder m durch roh ersetzt.

00:19:11: Ralph: Vielleicht nur noch als kleiner Reminder, sodass man diese Formeln eigentlich

00:19:14: Ralph: wahrscheinlich schon mal gesehen hat, wenn man es nicht zu früh abgewählt hat.

00:19:18: Ralph: Anne hat gerade schon gesagt, dass die Bernoulli-Gleichung auch eine Rolle spielt,

00:19:22: Ralph: wenn wir Flüsse messen wollen, also zum Beispiel in unseren Beatmungsgeräten

00:19:25: Ralph: oder bei irgendwelchen Beatmungsformen. Wir bleiben jetzt mal in diesem Medium Gas.

00:19:29: Ralph: Da gibt es unterschiedliche Versionen und wir fangen jetzt mal mit der an,

00:19:32: Ralph: wo die Bernoulli-Gleichung eine Rolle spielt. Und zwar ist es das Differenzdruck-Flowmeter.

00:19:38: Ralph: Ganz vereinfacht vorgestellt hat man einen, von mir aus einen Zylinder und macht

00:19:44: Ralph: den an einer Stelle mal eng.

00:19:46: Ralph: In einer bekannten Engheit sozusagen, also sei es jetzt durch eine Blende oder

00:19:50: Ralph: durch eine Verengung oder durch eine Kapillare, sodass eben genau diese Effekte

00:19:56: Ralph: von der Bernoulli-Gleichung da stattfinden. So viel dazu.

00:20:00: Ralph: Wenn man das dann, also dann haben wir das technisch gebaut und wir können es

00:20:03: Ralph: ja immer noch nicht berechnen.

00:20:05: Ralph: Ich will versuchen, das in so wenig formelig wie möglich darzustellen,

00:20:11: Ralph: aber so ganz kommen wir nicht drum rum.

00:20:13: Ralph: Ich wiederhole nochmal kurz, wie die Bernoulli- Formel war, weil ich glaube,

00:20:17: Ralph: das ist schon was, was man zumindest im DESA-Examen mal gefragt werden könnte.

00:20:20: Ralph: Das war ja die Summe aus einem Druck der kinetischen Energie,

00:20:24: Ralph: also 1,5 Rho V² und dann noch die potenzielle, also der Höhenenergie,

00:20:31: Ralph: wie auch immer man das nennen will, Rho mal G mal H.

00:20:34: Ralph: Jetzt, wie Hannah gerade schon gesagt hat, gibt es mehrere Möglichkeiten,

00:20:40: Ralph: die Bernoulli-Gleichung auch noch zu nutzen, und zwar in dem konkreten Fall

00:20:44: Ralph: bei einer Flussmessung.

00:20:46: Ralph: Also Flussmessung ist wichtig für unsere Narkosegeräte, dass wir irgendwie sicherstellen

00:20:50: Ralph: können, dass da wirklich die richtigen Flüsse fließen, so wie wir sie uns erhoffen,

00:20:54: Ralph: als Kontrolle für Qualität oder auch für Warnhinweise.

00:21:00: Ralph: Es gibt unterschiedliche Methoden, um den Fluss zu messen und eine bedient sich

00:21:05: Ralph: eben der Bernoulli-Gleichung und das ist die Differenzdruck-Flowmeter-Messung, wenn man so will.

00:21:11: Ralph: Hier wird im Prinzip die Messung eines Druckabfalls an zwei verschiedenen Stellen

00:21:20: Ralph: als Ausrechnungsmöglichkeit genommen, um dann mit der Bernoulli-Gleichung dahin zu kommen.

00:21:25: Ralph: Also sagen wir mal, wir haben eine Röhre, da lassen wir was durchfließen und

00:21:28: Ralph: dann machen wir die Röhre an einer bestimmten Stelle enger,

00:21:32: Ralph: auf welche Weise auch immer, aber mit der bekannten Restriktion und messen dann

00:21:37: Ralph: sozusagen vor und in dieser Restriktion die Druckunterschiede.

00:21:41: Ralph: Was wir dann sozusagen faktisch machen, um das dann wirklich zu berechnen,

00:21:45: Ralph: ist diese Bernoulli-Gleichung zu nehmen.

00:21:48: Ralph: Und Anna hat ja gerade schon gesagt, die Summe aus dem Druck,

00:21:51: Ralph: 1 halb rho v² plus rho mal g mal h, ist immer konstant.

00:21:58: Ralph: Das heißt also, in der Energiehaltung sollte es so sein, dass die Summe vor

00:22:02: Ralph: der Engstelle und in der Engstelle die gleiche ist.

00:22:04: Ralph: Das heißt, jetzt kann man die Formel einfach auf beide Seiten packen von einem

00:22:07: Ralph: Gleichzeichen und muss dann entsprechend nur die Variablen, die sich verändern

00:22:11: Ralph: können, mit einer kleinen 1 oder einer 2 versehen haben.

00:22:13: Ralph: Sagen wir mal, P1, V1 und H1 sind die Variablen, die jetzt vor der Druck,

00:22:22: Ralph: oder die im größeren Bereich gelten und P2, V2 und H2 sind die Variablen in der Engstelle.

00:22:33: Ralph: Dann kann man mehrere Sachen machen. Das Ding steht normalerweise horizontal,

00:22:39: Ralph: sodass wir einfach die ganze Höhe da schon mal rausnehmen können.

00:22:45: Ralph: Also Sachen, die sich sozusagen da nicht ändern, kann man ja einfach rausnehmen

00:22:49: Ralph: aus dieser Formel, um sie ein bisschen einfacher zu machen, um sie leichter umstellbar zu machen.

00:22:54: Ralph: Was wir dann machen, ist im Prinzip das p auf eine Seite zu bringen,

00:22:58: Ralph: sodass wir also p1 minus p2 haben, also ein Delta p und packen alles andere auf die andere Seite.

00:23:04: Ralph: Und dann steht sozusagen jetzt auf der einen Seite Delta p ist gleich ein Halbroh,

00:23:10: Ralph: das wäre so eine Stoffskonstante in Klammern v2² minus v1².

00:23:15: Ralph: Und jetzt hatte Hanna ja vorhin schon erläutert, bei diesem Venturi-Effekt haben

00:23:21: Ralph: wir vor der Engstelle, haben wir zum Beispiel eher einen hohen Druck und eine

00:23:26: Ralph: langsame Geschwindigkeit, also einen langsamen Fluss.

00:23:29: Ralph: Und in der Engstelle ist der Fluss hoch, aber der Druck dafür niedrig.

00:23:35: Ralph: Und die Annahme, der wir uns jetzt bedienen, weil wir müssten ja irgendwie jetzt

00:23:38: Ralph: eigentlich V2 minus V1 wissen. Und das ist...

00:23:44: Ralph: Wollen wir eben brechen und deswegen sagen wir, V1 ist niedrig und vernachlässigen wir deswegen jetzt.

00:23:52: Ralph: Fällt also raus aus dieser ganzen Sache und dann kommen wir nach ein bisschen

00:23:56: Ralph: Umstellerei auf wieder Delta P ist ungefähr 1,5 Rho Frau 2 Quadrat.

00:24:01: Ralph: Und wenn wir das umstellen nach V2, kommen wir auf, also die Geschwindigkeit

00:24:06: Ralph: in der Engstelle ist die Wurzel aus 2 Delta P minus diese Stoffkonstante oder Rho.

00:24:12: Ralph: Und das kann man im Prinzip jetzt mit dem Wehrschnitt dieser Fläche mal die

00:24:19: Ralph: Geschwindigkeit, kommen wir auf den Volumenstrom Q, den Hanna anfangs schon

00:24:23: Ralph: erwähnt hat und so könnte man es jetzt ausrechnen.

00:24:25: Ralph: Ich hoffe, man hat es einigermaßen der ganzen Sache folgen können.

00:24:28: Ralph: Das wäre jetzt so eine Möglichkeit gewesen.

00:24:30: Hanna: Also ich glaube, es hilft nochmal hilfreich, wenn man einfach nochmal klar macht,

00:24:33: Hanna: Messgerät bauen heißt ja, wir müssen ja trotzdem irgendwas messen und wir machen

00:24:37: Hanna: das jetzt hier zunutze, dass es Sachen gibt, die wir kennen,

00:24:40: Hanna: die wir so bauen können, dass wir die wissen, zum Beispiel einen Querschnitt

00:24:43: Hanna: an einer bestimmten Stelle,

00:24:44: Hanna: dass wir offensichtlich eine Möglichkeit haben müssen, Drücke zu messen,

00:24:47: Hanna: weil das brauchen wir ja trotzdem,

00:24:48: Hanna: weil sonst können wir ja diesen, und dass wir darüber dann über eine Formel

00:24:53: Hanna: dann eben in dem Fall den Fluss berechnen können.

00:24:56: Hanna: Ich glaube, man kann es schon so detailliert erklären. Ich glaube nur,

00:24:58: Hanna: es ist hilfreich, dann am Ende nochmal zusammenzufassen und zu sagen,

00:25:01: Hanna: das ist das Prinzip des Ganzen.

00:25:03: Hanna: Also selbst wenn man jetzt irgendwie in der Mitte der Formelerklärung ausgestiegen

00:25:06: Hanna: ist, dann ist das Prinzip, du hast einen unbekannten Fluss, du hast aber die

00:25:11: Hanna: Möglichkeit, Druck zu messen, du bist vor einer Engstelle und in der Engstelle und kannst mit dieser,

00:25:18: Hanna: Messung über die Formel, die wir gerade hergeleitet haben, die du vielleicht

00:25:20: Hanna: im Detail nicht nachvollziehen kannst, aber du kannst mit dieser Formel,

00:25:24: Hanna: die wir hergeleitet haben, jetzt den Fluss an der Stelle berechnen.

00:25:28: Ralph: Plus die Zusage, dass wir sagen, die Geschwindigkeit vor der Engstelle ignorieren wir einfach.

00:25:34: Ingmar: Oder noch direkter, wir machen einige vereinfachende Annahmen, wie zum Beispiel,

00:25:39: Ingmar: wir nehmen die ganze potenzielle Energie mit raus und wir vernachlässigen die

00:25:44: Ingmar: Geschwindigkeit vor der Engstelle und sind trotzdem in der Lage,

00:25:48: Ingmar: die Geschwindigkeit in der Engstelle,

00:25:53: Ingmar: über Energieerhaltung von Bernoulli abzuschätzen.

00:25:56: Ingmar: Und zwar genau genug, um daraus einen Fluss berechnen zu können.

00:25:59: Ralph: Das Ganze setzt natürlich grundsätzlich voraus, dass wir auch wirklich einen laminaren Fluss haben.

00:26:05: Ralph: Also ich finde, das ist zumindest erwähnenswert, dass diese Bernoulli-Gleichung

00:26:10: Ralph: nur dann funktioniert, wenn wir laminare Flüsse haben.

00:26:12: Hanna: Streng genommen, das ist ja auch so, das Medium darf eigentlich nicht komprimierbar sein.

00:26:18: Hanna: Eigentlich können wir das ja auf Luft gar nicht anwenden. Die Luft ist ziemlich

00:26:21: Hanna: gut komprimierbar. Also das sind ja alles so Sachen, da stecken glaube ich schon

00:26:24: Hanna: ziemlich viele Ungenauigkeiten eigentlich drin.

00:26:27: Ralph: Es gibt so ein paar Sachen, die ich noch gefunden habe, um laminare Flüsse,

00:26:31: Ralph: sage ich mal, zu fördern.

00:26:35: Ralph: Es gibt also einmal, no shit, man macht eine zylindrische Röhre.

00:26:40: Ralph: Damit es sozusagen überall gleich fließen kann.

00:26:44: Ralph: Es gibt auch so Laminar Flow Elements, wo man einfach parallele Röhrchen und

00:26:48: Ralph: Kanäle praktisch einbaut, dass das in einen laminaren Fluss so ein bisschen gezwungen wird.

00:26:54: Ralph: Es gibt auch Strömungsberuhigungskammern, sodass da erstmal sozusagen in dieser

00:26:59: Ralph: Kammer sich alles verteilen kann, wo dann Turbulenzen abgebaut werden.

00:27:04: Ralph: Venturi-Röhren sind tatsächlich auch laminar flussfördernd.

00:27:10: Ralph: Und Wabenstrukturen, wobei ich finde, das ist am Ende des Tages ähnlich wie

00:27:13: Ralph: jetzt sozusagen die kleinen Röhrchen.

00:27:15: Ralph: Das wollte ich nur so als kleines technisches Etwas noch hinzufügen.

00:27:20: Ralph: Plus halt diese laminare Flusthematik, die vielleicht schon nicht ganz unwichtig ist.

00:27:25: Ralph: Die nächste Version, wie wir einen Fluss messen können von Gasen,

00:27:31: Ralph: ist eine thermische Massendurchflussmessung.

00:27:35: Ralph: Da kommen wir mit Bandolini nicht so weit. Und da gibt es scheinbar so zwei

00:27:41: Ralph: Hauptverfahren, wobei bei dem einen habe ich auch unterschiedliche Angaben gefunden.

00:27:46: Ralph: Das eine ist, dass dieser Heißdraht, das Heißdraht-Anemometer,

00:27:50: Ralph: und jetzt zeige ich das mal direkt dazu, das heißt sozusagen im konstanten Temperaturmodus,

00:27:56: Ralph: im Prinzip wird da ein dünner Draht eingebracht in den Gasstrom und dadurch,

00:28:01: Ralph: dass da Luft dran vorbeifließt, will der sich abkühlen.

00:28:04: Ralph: Einfach durch Konvektion wird da Wärme mitgenommen, das spielt da eine Rolle.

00:28:09: Ralph: Und je mehr Gas dran vorbeifließt, je kälter wird das.

00:28:12: Ralph: Jetzt habe ich gerade schon gesagt, es gibt den konstanten Temperaturmodus,

00:28:15: Ralph: was heißen will, dass dort der Draht auf einer konstanten Temperatur gehalten werden soll.

00:28:22: Ralph: Und die Energie, die dafür notwendig ist, variiert natürlich davon,

00:28:25: Ralph: wie viel Gasfluss es ist.

00:28:29: Ralph: Das wäre das eine. Eine und scheinbar gibt es auch noch eine andere.

00:28:35: Ralph: Oder es ist nur so formuliert, dass es mich verwirrt hat. Also im Prinzip gleiches Spiel wie eben.

00:28:40: Ralph: Durch die unterschiedliche Temperatur, also durch das Abkühlen dieses Drahtes,

00:28:44: Ralph: ändert sich auch der Widerstand dieses elektrischen Kreises,

00:28:47: Ralph: in dem der Draht eingeschlossen ist.

00:28:49: Ralph: Und das kann man halt über einen Potentiometer messen.

00:28:52: Ralph: Und kann darüber sozusagen Gasfluss und Widerstandsänderung sind wohl auch proportional

00:28:57: Ralph: zueinander und kann da auch auf den Gasfluss messen.

00:29:01: Ralph: Ich finde, dass sich das eigentlich ein bisschen widerspricht,

00:29:03: Ralph: diese beiden Versionen miteinander.

00:29:05: Ralph: Das ist auf jeden Fall eine Version, die in zwei jetzt aufgedröselt ist.

00:29:09: Ralph: Und dann haben wir noch einen kalorimetrischen Massendurchflussmesser.

00:29:13: Ralph: Da wird auch wieder ein Heizkörper über Gasstrom abgekühlt, aber es wird eine

00:29:19: Ralph: Temperaturdifferenz zwischen Sensoren davor und dahinter gemessen.

00:29:24: Ralph: Also praktisch nicht mehr entweder eine veränderte Energie, um das Heizelement

00:29:29: Ralph: auf Temperatur zu halten,

00:29:31: Ralph: oder einen unterschiedlichen Widerstand bei Temperaturverenden des Heizelements,

00:29:37: Ralph: sondern hier wird tatsächlich davor und dahinter gemessen.

00:29:40: Ralph: Also ich sage ja, es gibt zwei Methoden, wobei die eine scheinbar irgendwie

00:29:43: Ralph: eine Untermethode hat oder einfach nur in unterschiedlichen Formulierungen so

00:29:47: Ralph: war, dass es mich durcheinander gebracht hat.

00:29:49: Hanna: Ich glaube, wenn ich das richtig verstehe, ist das, was du als zweites erklärt

00:29:52: Hanna: hast, wo über den elektrischen Widerstand berechnet wird, wie viel Gas dran vorbeifliegt.

00:29:58: Hanna: Wenn ich es richtig verstanden habe, ist das einfach die modernere Methode,

00:30:01: Hanna: weil man halt über den elektrischen Widerstand dieses warmen oder kälteren Drahtes

00:30:05: Hanna: auf den Gasfluss schließt und bei dem davor führt man Energie zu und führt so viel Energie zu,

00:30:11: Hanna: dass der Draht immer eine konstante Temperatur hat und guckt halt,

00:30:14: Hanna: wie viel Energie man zugeführt hat und berechnet dann über irgendeine Formel,

00:30:19: Hanna: die wir jetzt nicht kennen,

00:30:19: Hanna: wie viel Gasfluss da ist.

00:30:22: Hanna: Also ich hätte jetzt schon gesagt, es ist die gleiche Methode.

00:30:25: Hanna: Also an sich ist die Methode gleich, aber die Messung und damit dann am Ende

00:30:29: Hanna: die Berechnung des Gasflusses funktioniert ein bisschen anders.

00:30:32: Ralph: Ja genau, also so meinte ich es auch. Ich kann aber nicht zuordnen sozusagen,

00:30:36: Ralph: ob es da einen zeitlichen Unterschied gibt, dass das eine das andere abgelöst hatte.

00:30:40: Hanna: Achso, jetzt verstehe ich.

00:30:41: Ralph: Was du meinst. Weil es ist das gleiche, aber irgendwie so ein bisschen die Katze

00:30:47: Ralph: von hinten und die Katze von vorne. Es bleibt eine Katze.

00:30:49: Ingmar: Ja, am Ende sind das halt beides Heißdrahtanemometer und das eine versucht heute

00:30:55: Ingmar: die Temperatur konstant zu halten und das andere misst die Temperaturänderung.

00:30:58: Ralph: Okay, ich habe einfach nur deinen stoischen Blick gesehen und dachte, da brodelt was.

00:31:03: Hanna: Ich finde übrigens Anemometer sollte ein Wort sein, was man einfach so zehnmal

00:31:12: Hanna: hintereinander sagen muss.

00:31:14: Hanna: Ich glaube, ich kann es nur zweimal hinterlernen, wenn überhaupt.

00:31:17: Ingmar: Hiermit ist Anemometer das Codewort für die CME-Punkte.

00:31:21: Hanna: Anemometer.

00:31:22: Ralph: Es gibt noch eine dritte Variante, die den allseits in der Medizin bediebten Ultraschall nutzt.

00:31:29: Ralph: Im Prinzip werden hier Ultraschallwellen durch den Gasstrom gesendet und man

00:31:34: Ralph: vergleicht am Ende des Tages Laufzeiten miteinander.

00:31:37: Ralph: Man kann das bidirektional machen und kommt damit auch wieder über Formeln,

00:31:42: Ralph: die relativ kompliziert sind. sind dann an eine Gasflussmessung.

00:31:48: Ralph: Mehr Formeln brauchen wir wirklich nicht.

00:31:50: Ralph: Und jetzt kommen wir noch zu einem kleinen Klassiker, den die meisten von uns,

00:31:55: Ralph: die in der Anästhesie tätig sind, vielleicht am ehesten mal wirklich physisch wahrgenommen haben.

00:32:00: Ralph: Und zwar die Schwebekörper-Durchflussmesser, auch bekannt als Rotameter.

00:32:08: Ralph: Die im Prinzip ist Rotameter sowas wie Tempo, Wenn ich das richtig verstanden habe.

00:32:14: Ralph: Also eigentlich ein Name, ein Eigenname, der aber sozusagen synonym geworden

00:32:18: Ralph: ist mit der Sache. So vielleicht auch wie die Braunüle.

00:32:22: Ralph: Das finden wir am ehesten in diesen älteren Narkosegeräten, um unsere Frischgasdosierung zu machen.

00:32:27: Ralph: Also beispielsweise ein Gerät, was in der Einleitung hängt, was ein bisschen

00:32:31: Ralph: älter ist, wo man an ein kleines Rädchen dreht und auf einmal fängt so ein kleines

00:32:33: Ralph: Ding an, in einer vertikalen Röhre nach oben zu schweben und hört,

00:32:38: Ralph: je nachdem wie weit ich es drehe, irgendwann aufzuschweben oder geht bis an

00:32:42: Ralph: die Decke von dieser Röhre.

00:32:43: Ralph: Was da grundsätzlich passiert ist, dass da ein kleiner Schwebekörper drin ist

00:32:47: Ralph: in einer Röhre, die sozusagen nach oben etwas weiter wird und wenn ich das Frischgasventil aufdrehe,

00:32:57: Ralph: fängt eine gewisse Menge an Fluss da durch zu fließen.

00:33:00: Ralph: Dieser kleine Schwebekörper ist in der Regel so gebaut, dass der anfängt sich

00:33:05: Ralph: dann zu drehen um seine eigene Achse und durch sein eigenes Gewicht hat er sozusagen eine Kraft,

00:33:11: Ralph: die nach unten wirkt und durch den Fluss gibt es eine Kraft,

00:33:15: Ralph: die ihn nach oben schieben möchte und der geht genau so hoch,

00:33:19: Ralph: bis die auftreibende Kraft genauso groß ist wie seine Gewichtskraft.

00:33:22: Ralph: Dann hält dieses Ding an der Stelle an und dann, wenn man das vorher geeicht

00:33:26: Ralph: hat, kann man sagen, okay, das ist jetzt sozusagen diese Menge an Gasfluss,

00:33:29: Ralph: den ich dann ablesen kann.

00:33:32: Ralph: Und ich glaube, damit das am Ende so funktionieren kann, ist auch der Faktor,

00:33:35: Ralph: dass das eine Röhre ist, die langsam weiter wird, wichtig, weil sonst würde

00:33:39: Ralph: das so nicht funktionieren.

00:33:41: Ralph: Genauso ist es wichtig, dass man nicht unterschiedliche Gase für die gleiche Röhre verwendet.

00:33:47: Hanna: Die Röhre muss für das entsprechende Gas geeicht sein. Es gibt eine für Sauerstoff,

00:33:50: Hanna: eine für Luft und dann eine für Lachgas.

00:33:52: Ralph: Als Pitfall, dass man das einfach weiß, dass es das Richtige sein muss.

00:33:56: Ingmar: Und was ich finde auch, was auch immer eine gute Frage ist, ist,

00:34:01: Ingmar: dass man sich Gedanken machen soll, an welcher Stelle deines Schwebekörpers

00:34:05: Ingmar: du die Flusszahl ablesen kannst. Mhm.

00:34:10: Ingmar: Das ist nämlich von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich.

00:34:12: Ingmar: Manche sagen, es ist die breiteste Stelle deines Schwebekörperchens,

00:34:15: Ingmar: manche sagen es ist die Unterkante und manche sagen es ist die Oberkante und

00:34:19: Ingmar: das kann ja mal ein halber Liter Unterschied sein.

00:34:21: Ingmar: Idealerweise steht das auf dem Rotameter drauf.

00:34:24: Ralph: Zu guter Letzt gibt es noch einen letzten Flow-Messer, von dem ich nicht weiß,

00:34:29: Ralph: wo er sonst stattfinden soll, aber es gibt eine pneumatische Flussmessung,

00:34:32: Ralph: ganz einfach mechanisch gedacht,

00:34:33: Ralph: durch den Gas, der irgendwo durchfließt, wird ein Druck erzeugt und das bewegt

00:34:39: Ralph: eine Membran oder irgendwas anderes Mechanisches in eine Richtung und den Grad

00:34:44: Ralph: der Bewegung kann man dann einfach messen,

00:34:46: Ralph: das muss man sicherlich dann auch ein bisschen eichen und dann kann man darüber

00:34:51: Ralph: auch eine Flussmessung machen.

00:34:52: Ralph: Ist sicherlich eine sehr simple, einfache Version, die vielleicht nicht ganz

00:34:56: Ralph: so schnell kaputt gehen kann.

00:34:57: Ralph: Ich denke aber, das Wichtigste ist der Rotameter und die Differenzdruckflowmeter

00:35:02: Ralph: als wichtiges medizinisches Wissen und thermische Massendurchflussmesser sind

00:35:08: Ralph: glaube ich sehr, sehr verbreitend in unseren modernen Narkosegeräten.

00:35:11: Ingmar: Jetzt haben wir gelernt, wie Flüsse gemessen werden und der letzte Abschnitt

00:35:16: Ingmar: in der Folge wäre das Regulieren von Flüssen und da ist die große Überschrift

00:35:22: Ingmar: Ventile und davon gibt es zwei große Kategorien.

00:35:26: Ingmar: Das eine sind mechanische Systeme und das andere sind elektronische Systeme.

00:35:30: Ingmar: Beides sind am Ende Ventile und die mechanischen Systeme sind wahrscheinlich schon erklärt.

00:35:35: Ingmar: Das sind häufig Ventile mit einem Drehregler,

00:35:38: Ingmar: wo man einfach den Zustrom zu einer Druckminderungs- oder Druckbegrenzerkammer

00:35:44: Ingmar: mit einer Drehschraube verändert und am Ausgang kommt dann eben ein reduzierter

00:35:50: Ingmar: Druck und ein reduzierter Fluss bei raus.

00:35:52: Ingmar: Das ist das, was man vielleicht auch von seinem Grill zu Hause kennt.

00:35:55: Ingmar: Da ist eben ein Fluss- und ein Druckbegrenzer mit drin, dass man eben nicht

00:35:58: Ingmar: mit dem Flaschengasdruck seinen Gasgrill direkt befeuert.

00:36:03: Ingmar: Das heißt, da wird der Grillkäse dann sehr schnell sehr schwarz.

00:36:07: Hanna: Das macht man so gar nicht.

00:36:09: Ingmar: Geht auch.

00:36:10: Ralph: Einfach Feuerzeug vorhalten, kurz aufgehen, in fünf Sekunden fertig.

00:36:14: Ingmar: Das nennt man Fast Food. Variante dazu sind die elektronischen Ventile,

00:36:19: Ingmar: die eigentlich ganz genauso funktionieren, nur dass niemand von Hand oder mit

00:36:24: Ingmar: einem Schraubendreher die Öffnung zum Druckbegrenzer auf und zu macht,

00:36:28: Ingmar: sondern dass das häufig CPU-gesteuert über einen Magnet oder einen Elektromagneten

00:36:34: Ingmar: bewegt wird, der dann federnd gelagert ist und der dann auch eine Öffnung sehr

00:36:38: Ingmar: präzise auf und wieder zumachen kann.

00:36:40: Ingmar: Und das ist das, was in elektronischen Beatmungsgeräten am allerhäufigsten stattfindet.

00:36:46: Ingmar: Wenn man so eine Flowröhre, wenn man sich überlegt, man dreht den Flow auf,

00:36:50: Ingmar: das ist der Klassiker für eben so ein mechanisches Ventil, wo man mit der Drehschraube,

00:36:55: Ingmar: die man da eben dreht, physikalisch wirklich eine Gaszufuhr öffnet.

00:37:01: Ingmar: Andere elektronischere Bauteile an Beatmungsgeräten lösen das über Magnetventile.

00:37:06: Ingmar: Was dann noch dazu kommt, ist, dass man die Flüsse oder das Gas,

00:37:11: Ingmar: was man da bewegen möchte, dass man ja nur in den seltensten Fällen reine Raumluft

00:37:16: Ingmar: verwendet oder reinen Sauerstoff, sondern ganz häufig ein Gasgemisch.

00:37:20: Ingmar: Wenn man ein Gasgemisch herstellen möchte, hat man häufig einen Wandanschluss

00:37:25: Ingmar: mit Druckluft und einen Wandanschluss mit einem anderen Gassauerstoff zum Beispiel.

00:37:29: Ingmar: Und beide haben dann eben ein häufig Magnetventil, wo man dann entsprechende

00:37:35: Ingmar: Flüsse in einen Gasblender geben kann.

00:37:39: Ingmar: Und das steuert dann im Gasblender, also in der Mischkammer,

00:37:42: Ingmar: die Luftkonzentration oder die Zusammensetzung des Gases.

00:37:47: Ingmar: Meistens sind das Ventile, die gekoppelt sind in den elektronischen Systemen.

00:37:53: Ingmar: Das heißt, der Fluss ist konstant, aber man kann sich das wie so eine Wippe vorstellen.

00:38:00: Ingmar: Man nennt das Proportionalventile. Wenn der Sauerstoff auf 100% steht,

00:38:04: Ingmar: macht es keinen Sinn, Raumluftzufuhr offen zu haben, sondern die werden eben

00:38:10: Ingmar: verhältnismäßig auf- und zugedreht.

00:38:13: Ingmar: Und immer in einem proportionalen Verhältnis, um die gewünschte Gaskonzentration zu erreichen.

00:38:18: Ingmar: Dann hätte ich noch aus dem Bereich so eine Art Funfact.

00:38:22: Ingmar: Ein weitverbreitetes Transportbeatmungsgerät ist der OxiLog 3000.

00:38:29: Ingmar: Das ist kein Endorsement, keine Werbung, aber das ist einfach ein Gerät,

00:38:33: Ingmar: was es viel gibt und bei dem ich mich immer gefragt habe, warum kann ich die

00:38:37: Ingmar: Sauerstoffkonzentration nicht runterstellen, nicht unter 40 Prozent stellen.

00:38:44: Ingmar: Und vielleicht kann man anhand dieses speziellen Transportbeatmungsgerätes sich

00:38:49: Ingmar: nochmal verschiedene oder die verschiedenen Konzepte, die wir hier in der Folge besprochen haben,

00:38:54: Ingmar: nochmal verdeutlichen und daran wird vielleicht auch klarer,

00:38:58: Ingmar: warum diese ganzen Ideen relevant sind für das, was wir in unserem Alltag machen.

00:39:02: Ingmar: Das Beatmungsgerät und dass es hier geht, ist eines, was pneumatisch funktioniert.

00:39:07: Ingmar: Das heißt, die Fluss- und Druckerzeugung

00:39:10: Ingmar: erfolgt aus einer Gasflasche mit einem besonders hohen Druck.

00:39:13: Ingmar: Und diese Gasflasche ist eine Sauerstoffflasche.

00:39:17: Ingmar: Das heißt, es ist natürlich leicht, aus einer Sauerstoffflasche eine Gaskonzentration

00:39:21: Ingmar: von 100% zu kriegen, weil das

00:39:23: Ingmar: ist eben das Trägergas, das Treibgas und das kommt in den Patienten an.

00:39:28: Ingmar: Über Druckregelung, über Ventile haben wir schon gesprochen.

00:39:32: Ingmar: Spannend ist jetzt der Modus, wie der Oxilog 3000 niedrigere Gaskonzentrationen

00:39:39: Ingmar: herstellt, wenn er doch nur eine Sauerstoffflasche als Druckmittel hat.

00:39:44: Ingmar: Und da setzt die Firma den Venturi-Effekt ein, in dem es hinter der Gasversorgung

00:39:52: Ingmar: mit dem hohen Druck noch einen kleinen Seiteneinlass gibt,

00:39:56: Ingmar: wo über den Venturi-Effekt Raumluft mitgerissen werden kann.

00:40:02: Ingmar: Und die Menge des mitgerissenen Raumluftgases ist abhängig vom Gasfluss aus der Gasversorgung.

00:40:10: Ingmar: Und ich kann quasi über die Flussregulierung aus meiner Gasflasche bestimmen,

00:40:16: Ingmar: wie viel Luft durch den Venturi-Effekt meinem Atemgas beigemischt wird.

00:40:23: Ingmar: Das ist eigentlich ein ganz elegantes System.

00:40:28: Ingmar: Je mehr Raumluft ich in das System einbringen möchte,

00:40:35: Ingmar: also im Sinne von je niedriger meine Sauerstoffkonzentration werden soll,

00:40:40: Ingmar: desto mehr Sauerstoff muss ich aus meinem Trägergas benutzen,

00:40:46: Ingmar: um mehr Raumluft mitzureißen.

00:40:49: Ingmar: Und daher kommt dann die Begründung, dass ich eine gewisse Mindestkonzentration

00:40:56: Ingmar: an Sauerstoff nicht unterschreiten kann.

00:40:58: Ralph: Das ist einfach alle leer.

00:41:02: Hanna: Oder es kommt halt nichts mit.

00:41:06: Ingmar: Je mehr Raumluft ich mitreißen möchte, desto höheren Sauerstofffluss brauche

00:41:12: Ingmar: ich und desto höher ist meine Grundkonzentration an Sauerstoff.

00:41:15: Ingmar: Und dann brauche ich wieder mehr Raumluft, um den Sauerstoffgehalt runter zu verdünnen.

00:41:21: Ralph: Das Mitreißen erfolgt ja im Prinzip durch den Unterdruck, der da ist.

00:41:24: Hanna: Ja, genau. Das ist das, was wir quasi anhand der Bernoulli-Gleichung einmal

00:41:30: Hanna: dargestellt haben, dass wenn es eine Verengung gibt und da das Gas sozusagen

00:41:35: Hanna: ausströmt, dann entsteht da eine erhöhte Geschwindigkeit,

00:41:38: Hanna: ein erhöhter Fluss und dadurch sinkt der Druck an der Stelle und da entsteht

00:41:43: Hanna: ein Unterdruck und dadurch wird die Luft mitgerissen.

00:41:45: Ralph: Ob man was damit reißen könnte, wenn man die Engstelle variieren könnte noch an der Stelle.

00:41:52: Ralph: Wenn es technisch einfach umsetzbar wäre, dann hätte man es wahrscheinlich schon gemacht.

00:41:57: Ralph: Und am Ende des Tages, solange man es als Transport verwendet.

00:42:01: Hanna: Du musst ja trotzdem einen gewissen Fluss generieren. Also du kannst die wahrscheinlich enger machen.

00:42:07: Ralph: Der Fluss wird ja höher werden automatisch in der Größe.

00:42:12: Ralph: Ich glaube, wenn es so einfach wäre, hätte man das Problem schon anders gelöst.

00:42:16: Ingmar: Ich glaube, die Stärke von diesem Beatmungsgerät ist der pragmatische Ansatz,

00:42:20: Ingmar: dass man möglichst wenig bewegliche Teile irgendwie verbaut,

00:42:25: Ingmar: um es störungssicher oder nicht so störungsanfällig zu machen.

00:42:30: Ingmar: Aber es zeigt auch irgendwie die Limitationen, dass das irgendwie klar ist,

00:42:33: Ingmar: dass dieses Mischsystem über den Venturi-Effekt in sehr niedrigen Flow-Bereichen

00:42:39: Ingmar: und in sehr hohen Flow-Bereichen wahrscheinlich nicht gut steuerbar ist.

00:42:44: Ingmar: Und wie genau man dann Sauerstoffkonzentrationen ab- oder erzeugen kann,

00:42:50: Ingmar: steht glaube ich auch nochmal auf einem zweiten Blatt.

00:42:52: Ingmar: Das muss man dann mit einer anderen Messtechnik in den Patienten und aus den Patienten raus messen.

00:42:59: Hanna: Aber das Gerät misst ja auch und zeigt ja an, wie viel FeO2 es aktuell hat.

00:43:03: Hanna: Und deswegen muss man das ja beim Testen auch einmal kalibrieren,

00:43:06: Hanna: damit das Gerät selber nochmal guckt, okay, wie ist es denn gerade.

00:43:08: Hanna: Einmal ganz runter, einmal ganz hoch drehen.

00:43:10: Ingmar: Das fand ich nur so einen ganz spannenden Exkurs, um eben auf diese,

00:43:14: Ingmar: am Ende die Formeln unter einen Hut zu bringen und zu erklären,

00:43:19: Ingmar: wie sich das auf unseren Alltag irgendwie überträgt.

00:43:22: Ingmar: Auf einen Klassiker der Beatmungsgeräte. Ich glaube, das ist das,

00:43:27: Ingmar: was wir uns vorgenommen hatten, zum Thema Flüsse heute euch zu erzählen.

00:43:33: Ingmar: Flussmessung, Flussphysik, Flussregulierung und Gasmischung an druckbetriebenen

00:43:40: Ingmar: Transportbeatmungsgeräten.

00:43:42: Ingmar: Ja, wir bedanken uns für eure Aufmerksamkeit und bereiten die nächste Folge langsam vor.

00:43:47: Ingmar: Da geht es weiter um Beatmung, wahrscheinlich.

00:43:50: Ingmar: Alle Angaben wie immer ohne Gewehr.

00:43:53: Ralph: Ciao. Tschüss.

00:43:54: Hanna: Tschüss.

Über diesen Podcast

Der Podcast aus der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Göttingen. Wir berichten über Aktuelles aus Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerzmedizin. Manchmal sprechen wir auch einfach über Dinge, die uns interessieren.
"Young Urban Anesthesiologists", kurz "YUAN" referenziert das Weiterbildungsformat der Abteilung, auch wenn wir weder besonders jung noch urban sind.

CME-Fortbildungspunkte für das Hören des Podcasts können über unsere Homepage beantragt werden.

von und mit Ingmar Finkenzeller (Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Göttingen)

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