Young Urban Anesthesiologists

Young Urban Anesthesiologists

Der Podcast der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Göttingen

Transkript

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00:01:27: Ingmar: Okay, das wird eine ganz komische Folge. Das Intro war nicht echt.

00:01:32: Ingmar: Die Leute, die hier um den Tisch rum sitzen, haben komische Schnurrbärte,

00:01:35: Ingmar: sofern sie Bartwuchs haben.

00:01:37: Hanna: Ich würde mich da ausnehmen. Ich habe keinen komischen Schnurrbart.

00:01:40: Ingmar: Alle anderen schon. Das ist wild. Auch das Thema, was wir uns heute vorgenommen

00:01:46: Ingmar: haben, ist vielleicht interessant für euch, für uns auf jeden Fall,

00:01:50: Ingmar: weil es was ist, was uns zunehmend beschäftigt.

00:01:52: Ingmar: Wir nehmen außerdem euer Feedback wahr aus den Beatmungsfolgen,

00:01:58: Ingmar: die suggerieren, dass wir ziemlich tief in die Materie eingestiegen sind und

00:02:03: Ingmar: nutzen das jetzt auch als kleine Pause, um euch eine Verschnaufpause von noch

00:02:09: Ingmar: mehr Ventilen und Technik zu geben, bevor wir da natürlich weitermachen werden.

00:02:12: Hanna: Schön, eine Verschnaufpause vom Thema Beatmung.

00:02:15: Ingmar: Sehr gut. Worum es heute gehen soll, ist das große und weite Feld der künstlichen Intelligenz.

00:02:22: Ingmar: Da gab es vor vier Jahren in der A&I mal einen Übersichtsartikel und vor zwei

00:02:26: Ingmar: Monaten nochmal einen Übersichtsartikel.

00:02:29: Ingmar: Und in der Zwischenzeit hat sich eine Menge getan. Es hat sich vor allem eine

00:02:32: Ingmar: Menge getan in dem, was man so als Endnutzer davon zu sehen bekommt.

00:02:37: Ingmar: Und wir haben hier in der Runde auch jemanden, der sich mit Medizin und Traumatik

00:02:42: Ingmar: professionell befasst hat.

00:02:43: Ingmar: Ralf ist einer von den frühen Menschen, die da mal so eine Zusatzbezeichnung

00:02:48: Ingmar: sich drauf geschafft haben und seitdem dafür immer Drucker installieren.

00:02:54: Clemens: Wir rufen ihn nochmal an, wenn die Technik kaputt ist.

00:02:57: Ingmar: Bei Paper Jam rufen wir immer Ralf.

00:03:00: Ralf: Ich mache eigentlich kaum noch Narkosen.

00:03:02: Ingmar: Nur noch.

00:03:02: Ralf: Nur Drucker.

00:03:04: Ingmar: Drucker installieren. Ja, und Ralf wurde auch vor kurzem gezwungen,

00:03:09: Ingmar: bei uns in der Abteilung einen Vortrag zum Thema Künstliche Intelligenz in der

00:03:12: Ingmar: Anästhesiologie zu halten.

00:03:14: Ingmar: Und da das alles irgendwie auf einen Haufen zusammenfällt, dachten wir es die

00:03:18: Ingmar: Gelegenheit, euch mal hier an so einem Tischgespräch teilhaben zu lassen,

00:03:22: Ingmar: wenn wir anfangen darüber am Fach zu simpeln, was das in unserem Alltag,

00:03:26: Ingmar: in unserer Gesellschaft, in unserer Arbeit möglicherweise für Einflüsse hat.

00:03:30: Ingmar: Das haben wir uns vorgenommen.

00:03:32: Ingmar: Also mal komplett ab von dem Lehrbuch, was wir ansonsten versuchen darzustellen

00:03:37: Ingmar: und hin in eine gesellschaftliche Diskussion.

00:03:40: Ralf: Heute bleiben wir sehr oberflächlich, um sozusagen das Feedback zu berücksichtigen.

00:03:45: Ralf: Sehr oberflächliches Gespräch werden.

00:03:49: Ingmar: Ralf hatte sich vorgenommen, oder wir sind Ralf sehr dankbar,

00:03:52: Ingmar: dass er so ein bisschen vorbereitet hat,

00:03:54: Ingmar: die technischen Hintergründe, oberflächlich, mit nur wenig Formeln,

00:04:00: Ingmar: aber nicht ohne Formeln zu erläutern.

00:04:04: Ingmar: Ralf, wir sprechen ja landläufig über künstliche Intelligenz,

00:04:08: Ingmar: aber ich glaube, auch landläufig vermischen wir ganz viele Begriffe.

00:04:12: Ingmar: Künstliche Intelligenz, Machine Learning, Artificial Intelligence als Übersetzung

00:04:18: Ingmar: davon, neuronale Netze, die im iPhone irgendwie sind Bionic Chips.

00:04:24: Ingmar: Alles irgendwie am Ende das Gleiche, meint das Gleiche, wird synonym verwendet. Ist es das Gleiche?

00:04:33: Ralf: Tatsächlich ist es nicht das gleiche.

00:04:35: Ingmar: What?

00:04:38: Ralf: Erster Fact.

00:04:40: Ingmar: Kannst du das ein bisschen aufdröseln? Weil ich glaube, das ist etwas,

00:04:43: Ingmar: was ganz häufig vermischt wird. Und ich glaube, dass es sinnhaft ist, das klar zu haben.

00:04:47: Ralf: Das ist auch mehr als verständlich, dass das vermischt wird,

00:04:49: Ralf: weil diese ganzen Dinge sind unheimlich schwer zu verstehen.

00:04:53: Ralf: Und am Ende des Tages sind wir da auch nicht die absoluten Experten da drin.

00:04:58: Ralf: Das muss man ganz klar sagen. Also da ist Raum für Fehler in unseren Behauptungen,

00:05:01: Ralf: die wir jetzt vielleicht in den nächsten Minuten aufstellen.

00:05:04: Ralf: Aber um so ein bisschen aufzuräumen in der ganzen Sache.

00:05:08: Ralf: KI oder AI, einfach Künstliche Intelligenz oder Artificial Intelligence,

00:05:12: Ralf: ist so der ganze Überbegriff, der über allem steht. Da kann man eigentlich fast alles reinpacken.

00:05:18: Ralf: Auch Dinge, die da waren, bevor man auf die Gedanken kommt, es irgendwie Machine

00:05:24: Ralf: Learning zu machen, um nochmal eines dieser Buzz-Writer zu erwähnen.

00:05:28: Ralf: Man hat nämlich ganz früher, also vor 30, 40 Jahren hat man gedacht,

00:05:33: Ralf: man kann eine künstliche Intelligenz auch erzeugen, indem man einfach nur genügend

00:05:38: Ralf: Regeln in ein System programmiert.

00:05:40: Ralf: Also indem man sagt, wenn das und das, dann das.

00:05:43: Ralf: Wenn das, dann das. Das sind auch in Programmiersprachen gängige Konzepte,

00:05:48: Ralf: dass man sozusagen Konditionen definiert, woraufhin dann das eine oder das andere

00:05:52: Ralf: passieren soll und Schleifen bildet.

00:05:54: Ralf: Und da hat man aber festgestellt, man kann nicht so viele Regeln in ein System

00:05:58: Ralf: einprogrammieren, dass dann irgendwas Sinniges bei rauskommt,

00:06:01: Ralf: was wir so als Intelligenz verstehen würden.

00:06:05: Ralf: Künstliche Intelligenz als Begrifflichkeit ist gar nicht so leicht zu definieren,

00:06:10: Ralf: weil schon der Begriff Intelligenz gar nicht so leicht zu definieren ist tatsächlich.

00:06:15: Ralf: Also was eigentlich Intelligenz überhaupt bedeutet, was ist intelligent,

00:06:19: Ralf: was ist nicht intelligent.

00:06:20: Ralf: Und wenn man dann auch noch die künstliche Version davon beschreiben möchte,

00:06:23: Ralf: tut man sich schon ganz schön schwer.

00:06:25: Ralf: Aber so wie wir es gemeinhin verstehen, ist eine künstliche Intelligenz etwas,

00:06:31: Ralf: dass das irgendein System ist, was eine menschenähnliche Intelligenz simulieren kann.

00:06:37: Ralf: Also zum Beispiel das Verstehen von Sprache, Analyse von Bildern,

00:06:40: Ralf: also dass man ein Bild sieht und sagen kann, oh, da ist jetzt eine Katze und

00:06:43: Ralf: kein Hund. Oder irgendwie Entscheidungen treffen.

00:06:45: Ralf: Mit der künstlichen Intelligenz versuchen wir das zu machen.

00:06:49: Ralf: Und ich würde mal sagen, vor fünf Jahren hätten die meisten von uns gesagt,

00:06:52: Ralf: wenn man dem Computer ein Bild von einer Katze zeigt, dann kann der Computer

00:06:55: Ralf: gar nicht so viel damit anfangen.

00:06:57: Ralf: Vielleicht muss man noch ein bisschen weiter zurückgehen als fünf Jahre.

00:06:59: Ralf: Aber sagen wir mal so Anfang der 2000er war das, glaube ich, völlig undenkbar.

00:07:04: Ralf: Und in den letzten Jahren haben wir da wahnsinnige Fortschritte gemacht,

00:07:07: Ralf: eben mit dem nächsten Punkt, dem Machine Learning, was jetzt eben nicht dieses

00:07:11: Ralf: Deterministische ist, von dem ich eben gesprochen habe, mit sehr vielen einprogrammierten Regeln,

00:07:17: Ralf: sondern beim Machine Learning geht es ganz allgemein darum, dass Computer oder

00:07:22: Ralf: Programme im weitesten Sinne aus Daten lernen, ohne explizit programmiert zu werden.

00:07:27: Ralf: Also die können unter Umständen eigene Zusammenhänge finden,

00:07:31: Ralf: eigene Regeln finden, die dann zum Beispiel für Entscheidungen genutzt werden können.

00:07:35: Ralf: Beispielsweise ist diese E-Mail Spam oder nicht oder ist auf dem Bild eine Katze oder ein Hund.

00:07:41: Ralf: Jetzt muss man natürlich, da bin ich jetzt eins weiter schon gehüpft,

00:07:44: Ralf: denn wenn ein Computer ein Bild anschauen soll, dann fällt das so ein bisschen

00:07:48: Ralf: unter diesen Begriff Computer Vision,

00:07:51: Ralf: weil der Computer sieht ja, oder der Computer in Anführungsstrichen sieht ja

00:07:55: Ralf: nicht ein Bild, wie wir es sehen, als Produkt, sondern der sieht einfach die

00:07:58: Ralf: Datensätze dahinter, also die einzelnen Farbtöne, die einzelnen Pixel im weitesten Sinne.

00:08:03: Ralf: Und da Muster zur Erkenntnis natürlich nochmal was ganz anderes und daraus irgendwie,

00:08:07: Ralf: aus diesen Mustern zu erkennen, das ist eine Katze von links,

00:08:09: Ralf: das ist eine Katze von rechts und das ist eine Katze mit einem ganz anderen Fell,

00:08:12: Ralf: das ist gar nicht so leicht, aber inzwischen sind wir das, dass eigentlich ganz gut klatscht.

00:08:16: Ralf: Eine Subform vom Machine Learning ist dann noch das Deep Learning und das unterscheidet

00:08:22: Ralf: sich hauptsächlich dadurch, dass noch mehr in versteckten Ebenen stattfindet,

00:08:26: Ralf: also Dinge, die wir nicht genau sehen.

00:08:28: Ralf: Ganz grundsätzlich ist es sowieso so, wie ich gerade schon sagte,

00:08:33: Ralf: der Computer lernt aus Daten, ohne explizit programmiert zu werden.

00:08:36: Ralf: Das heißt, wir wissen gar nicht, welche Regeln da so wirklich drin sind und

00:08:39: Ralf: der Begriff neuronales Netz ist einer, der in diesem ganzen Zusammenhang fallen muss.

00:08:44: Ralf: Und ganz vereinfacht gesprochen versuchen wir mathematisch einen Neuron eines

00:08:50: Ralf: Gehirns nachzubilden im weitesten Sinne,

00:08:52: Ralf: als Analogie, das Informationen weitergeben kann und Informationen stückweit

00:08:56: Ralf: verarbeiten kann und die Summe

00:08:58: Ralf: von diesen Neuronen kann dann sozusagen Entscheidungsprozesse führen.

00:09:01: Ralf: Und der Unterschied zwischen Machine Learning und Deep Learning,

00:09:05: Ralf: wenn man ihn ganz einfach unterbrechen will, ist die Anzahl der Ebenen von Neuronenschichten,

00:09:12: Ralf: die miteinander alle verknüpft sind und Informationen weitergeben.

00:09:15: Ralf: Wenn man sich jetzt, sagen wir mal, drei Neuronen vorstellt,

00:09:19: Ralf: die die Eingangswerte da abbilden, die irgendwelche Informationen enthalten,

00:09:22: Ralf: die wir dem Computer geben,

00:09:24: Ralf: sind die verknüpft mit der nächsten Ebene, alle mit jedem Neuron der nächsten

00:09:30: Ralf: Ebene und der nächsten Ebene der nächsten Ebene und am Ende gibt es eine Ausgangsebene.

00:09:34: Ralf: Also einfach von links nach rechts durchlaufend sind da vertikale Punkte im

00:09:38: Ralf: weitesten Sinne, die mit allen Punkten der nächsten Ebene rechts daneben verbunden sind.

00:09:45: Ralf: Um ein Bild zu malen in diesem Audio-Medium. Und sobald das insgesamt mehr als

00:09:51: Ralf: drei sind, sprich kann man sagen, dann wäre es jetzt Deep Learning.

00:09:54: Ralf: Weil es gibt eine Eingangsebene.

00:09:56: Ingmar: Genau, es gibt einen Input, es gibt einen Hidden Layer, wo irgendwas passiert

00:09:59: Ingmar: und es gibt einen Output Layer.

00:10:01: Ralf: Genau so. Und mehr als ein Hidden Layer führt dann zu Deep Learning im weitesten

00:10:06: Ralf: Sinne, wenn man es ganz einfach kategorisieren will.

00:10:11: Ingmar: Normales Programmieren mit Luft-Anführungsstrichen ist auch so,

00:10:15: Ingmar: du hast einen Input, dann ist deine Programmierung irgendwie dazwischen,

00:10:19: Ingmar: die damit was macht, aber du weißt genau, was dazwischen passiert,

00:10:21: Ingmar: weil du es programmiert hast und am Ende gibt es einen Output.

00:10:26: Hanna: Also ganz klassisch.

00:10:27: Ingmar: Hello World. Genau. Hello World, dann spuckt es am Ende halt Hello World aus,

00:10:32: Ingmar: weil er Hello World ausspucken soll.

00:10:34: Ingmar: Und das ist bei den neuronalen Netzwerken insofern anders, als dass dieser Prozessierungslayer

00:10:40: Ingmar: in der Mitte bei einem einfachen neuronalen Netzwerk eben auch schon,

00:10:45: Ingmar: ich will nicht sagen unbekannt ist,

00:10:46: Ingmar: aber zumindest intransparenter.

00:10:50: Ingmar: Und je mehr von diesen Intransparenzlayern man in der Mitte hat,

00:10:54: Ingmar: also es geht dann halt von der ersten Verarbeitung in die nächste und in die

00:10:57: Ingmar: übernächste und in die darauf folgende, bevor es zu einem Output kommt.

00:11:02: Ingmar: Und das ist so ein bisschen wie, als ob man das Ergebnis irgendwie durchwürfelt

00:11:05: Ingmar: oder mischt oder die Karten weiter mischt, bevor man wieder die nächste Karte

00:11:10: Ingmar: aufdeckt, um den Output irgendwie zu sehen.

00:11:13: Clemens: Und das ist ja auch ein Forschungsfeld, quasi Deep Learning und neuronale Netzwerke

00:11:17: Clemens: verständlicher zu machen für den Anwender, weil gerade in der Medizin werden

00:11:23: Clemens: da ja, sagen wir mal, wichtige Entscheidungen unter Umständen getroffen,

00:11:26: Clemens: wo man halt auf jeden Fall wissen muss, wie ist dieses Netzwerk jetzt zu dem Ergebnis gekommen.

00:11:32: Ralf: Oder zumindest es schafft Vertrauen, wenn man den Prozess versteht.

00:11:36: Ralf: Also es schafft Vertrauen in den Medizinierenden.

00:11:41: Clemens: Es ist glaube ich auch oft einfach eine Voraussetzung, überhaupt zugelassen zu werden.

00:11:46: Clemens: Es sind ja die wenigsten tatsächlich für die klinische Anwendung zugelassen,

00:11:50: Clemens: aber wenn sie das sein müssen oder sein wollen, dann muss glaube ich schon in

00:11:54: Clemens: einem gewissen Maß verständlich sein.

00:11:55: Ingmar: Wie man von A nach B kommt.

00:11:59: Hanna: Zumindest aktuell ist das auf jeden Fall so, ja.

00:12:02: Clemens: Also ich weiß nicht, ob es wirklich eine Voraussetzung ist, aber ich würde es

00:12:04: Clemens: mir so vorstellen, dass es auch ein, oder das ist ja auch ein Grund dafür,

00:12:09: Clemens: dass es eben noch nicht so wirklich in der Klinik angekommen ist.

00:12:12: Ralf: Stimme dir zu, ist super wichtig. Ich bin mir nicht sicher mit der Voraussetzung,

00:12:17: Ralf: aber ich weiß es auch nicht.

00:12:18: Hanna: Zumindest glaube ich, ist das was, was bei Menschen dazu führt,

00:12:22: Hanna: dass sie mehr Vertrauen in ein System haben, was man theoretisch nachvollziehen kann.

00:12:26: Hanna: Ob das jeder am Ende versteht, ist nochmal eine andere Sache,

00:12:28: Hanna: aber zumindest theoretisch die Möglichkeit zu haben, Entscheidungen nachzuvollziehen

00:12:32: Hanna: und nachvollziehen zu können, warum ist jetzt welche Entscheidung wie getroffen worden,

00:12:35: Hanna: ist zumindest in der Phase, wo man noch nicht zwangsläufig allen KI-Systemen

00:12:41: Hanna: vertraut, vertrauen kann, wo viele noch nicht wissen, wie es funktioniert.

00:12:45: Hanna: Teilweise auch die Forschenden nicht wissen, wie dieser Algorithmus funktioniert,

00:12:51: Hanna: den sie da gerade irgendwie programmiert haben und der da irgendwie lernt.

00:12:54: Hanna: Und am Ende kommen richtige Sachen scheinbar dabei raus. Aber wenn man nicht

00:12:58: Hanna: weiß, was dazu führt, kann man ja auch manchmal noch nicht sicher sein,

00:13:01: Hanna: was ist denn, wenn jetzt diese eine Entscheidung falsch getroffen wird.

00:13:04: Hanna: Ich glaube, das, was immer noch auf einem anderen Blatt steht,

00:13:06: Hanna: ist halt die Frage, wie kommen wir Menschen denn zur Entscheidung?

00:13:08: Hanna: Und dass wir am Ende wahrscheinlich noch viel fehlerhafte Entscheidungen treffen,

00:13:12: Hanna: die auch nicht immer nachvollziehbar sind.

00:13:14: Hanna: Aber irgendwie ist es, glaube ich, psychologisch was anderes.

00:13:17: Hanna: Weil Menschen machen Fehler und wenn man sagt, wir geben das an eine Maschine

00:13:20: Hanna: ab, dann ist die Erwartung, dass da weniger bis keine Fehler passieren.

00:13:23: Hanna: Und wenn man es nicht nachvollziehen kann, ist das, glaube ich,

00:13:25: Hanna: was, was es schwieriger macht für Anwenderinnen und Anwender.

00:13:29: Ralf: Ja, also ich glaube, wenn wir jetzt wieder auf diese soziale Ebene zurückgehen,

00:13:33: Ralf: ist da auch ein ganz großer sozialer Prozess so ein bisschen dabei der Akzeptanz

00:13:38: Ralf: und der Gewöhnung. Weil wir sind erstaunlich gewöhnungsfähig,

00:13:42: Ralf: finde ich, als Menschen.

00:13:44: Ralf: Und sicherlich gab es bei den ersten Navis, wo man im Auto nach Navi gefahren

00:13:49: Ralf: ist, auch sehr viele Zweifler.

00:13:52: Clemens: Da sind auch manche im Kanal gelandet.

00:13:54: Hanna: Ich erinnere mich dran, als mein Vater damals mit dem ersten Navigationssystem

00:13:58: Hanna: nach Hause kam, war er so aufgeregt, dass er meinen Bruder und mich ins Auto

00:14:02: Hanna: gesetzt hat und wir sind durch unseren Heimatort gefahren.

00:14:04: Hanna: Und er hat dann ein Ziel eingegeben und ist dann absichtlich immer falsch gefahren,

00:14:07: Hanna: weil er es total beeindruckend fand, dass das Navigationssystem selbstständig

00:14:11: Hanna: dann eine Alternativroute sofort berechnet hat.

00:14:13: Clemens: Und das war TomTom oder was?

00:14:15: Hanna: Ja, das war TomTom. Aber das musste man, also das war ja auch sowas neu.

00:14:18: Ralf: Hashtag Werbung.

00:14:19: Hanna: Man kennt es noch nicht.

00:14:20: Clemens: Gibt es die noch? Keine Ahnung.

00:14:22: Hanna: Aber das war neu, man kennt es noch nicht und man muss erst mal ausprobieren

00:14:25: Hanna: und lernen, dass es funktioniert.

00:14:27: Ralf: Also das weiß ich nicht, aber ich könnte mir vorstellen, der erste Autopilot

00:14:29: Ralf: im Flugzeug war bestimmt auch ein bisschen so, ob dieser komische Klapperkasten

00:14:36: Ralf: uns jetzt richtig führt.

00:14:37: Ralf: Also ich könnte mir vorstellen, dass es da auch Reserviertheit gab.

00:14:43: Ralf: Also das negiert nicht das, was ihr vorher gesagt habt.

00:14:45: Ralf: Das ist extrem wichtig, dass wir verstehen, wie diese Ergebnisse zustande kommen,

00:14:49: Ralf: um Vertrauen zu schaffen, um sicher zu sein, dass es wirklich am Ende gut funktionieren wird.

00:14:53: Ralf: Aber ich glaube, wir können es auch wahnsinnig schnell an unheimlich viel gewöhnen.

00:14:57: Clemens: Ich glaube, auch diese Zurückhaltung für neue Technologien gab es ja schon immer.

00:15:01: Clemens: Also ich meine, es gibt ja auch diese Anekdote mit den Leuten,

00:15:04: Clemens: die von der Pferdekutsche, keine Ahnung, auf den Zug umsteigen sollten.

00:15:08: Clemens: Dann wurde lange gesagt, nee, das können die nicht überleben,

00:15:11: Clemens: weil der Pferd zu schnell fährt.

00:15:14: Clemens: Letztlich macht ja heutzutage keiner mehr einen Pferdekutsche,

00:15:18: Clemens: einen Führerschein, würde ich sagen, oder nur noch wenige Leute.

00:15:22: Clemens: Also das gehört, glaube ich, einfach dazu. Das ist halt auch einfach ein Feld,

00:15:26: Clemens: was noch weiter erforscht werden muss, wie man es schafft, dass diese Technologie,

00:15:31: Clemens: sofern man das denn will, natürlich auch akzeptiert wird.

00:15:35: Clemens: Also sie muss natürlich sicher sein, sie muss irgendwie verständlich sein für

00:15:38: Clemens: den Anwender und für die Anwenderin.

00:15:40: Clemens: Es gibt sicherlich noch viel mehr Faktoren, die dann dazu führen,

00:15:43: Clemens: dass die Leute auch sagen, ja super, das benutze ich jetzt auch mal.

00:15:46: Clemens: Vor allem in so kritischen Bereichen wie der Medizin.

00:15:49: Clemens: Obwohl man ja jetzt nicht sagen kann, dass alternativ keine Fehler vorkommen.

00:15:54: Clemens: Aber gut. Ich glaube, wir haben so ein bisschen vorgegriffen.

00:15:57: Hanna: Achso, ja, ich wollte nämlich gerade sagen, weil an der Stelle passt es,

00:15:59: Hanna: glaube ich, nochmal einen Schritt zurück zu gehen.

00:16:00: Clemens: Wir haben ja jetzt gesagt, also künstliche Intelligenz ist im weitesten Sinne

00:16:03: Clemens: das, was eigentlich menschliche Intelligenz benötigen würde.

00:16:08: Clemens: Also solche Dinge wie Mustererkennung, Sprachverständnis, Bilderkennung.

00:16:13: Clemens: Ja, und letztlich ist das so der Oberbegriff.

00:16:17: Clemens: Der hat sich ja über die letzten 50, 60, 70 Jahre gebildet.

00:16:21: Clemens: Also das ganze Konzept ist ja eigentlich schon viel älter, als man denkt.

00:16:23: Clemens: Dann gab es irgendwie in den 70er, 80er Jahren so einen KI-Winter,

00:16:26: Clemens: in Anführungszeichen, wo irgendwie der Enthusiasmus wieder ein bisschen abgenommen

00:16:30: Clemens: hatte, kein Geld mehr in die Forschung gesteckt wurde.

00:16:33: Clemens: Und gut, aktuell würde man eher sagen, haben wir wieder eine KI-Hochphase, Hochzeit.

00:16:38: Clemens: Da gibt es ja diesen Gartner-Hype-Cycle. Ich glaube, da sind wir gerade aber ganz weit oben.

00:16:42: Ralf: Die Technik war auch einfach noch nicht da, das in den 70ern so zu machen.

00:16:45: Clemens: Absolut.

00:16:46: Ralf: Die Rechenleistung auch. Ja, den Teil meint.

00:16:49: Clemens: Gut, klar, da könnte man jetzt über Grafikkarten sprechen und sagen,

00:16:51: Clemens: hier das Zocken hat die Welt verändert, ist ja im Prinzip so. Ja, was ist der Moment?

00:16:56: Ingmar: Ist es der Moment, um über den Gartner Hype Cycle nochmal zu sprechen?

00:16:59: Clemens: Wenn du den aus dem SRFF hinkriegst, ja.

00:17:02: Ingmar: Also Gartner Hype Cycle ist was, was die Firma Gartner aus den USA,

00:17:07: Ingmar: das ist ein Unternehmen, das damit Geld verdient, andere Firmen zu beraten oder

00:17:11: Ingmar: Venture Capital zu beraten, wo sie bitte ihr Geld investieren sollen.

00:17:15: Ingmar: Ob das jetzt ein kluger Zeitpunkt ist, Geld auf eine Technologie zu werfen,

00:17:20: Ingmar: drin zu bleiben oder auszusteigen.

00:17:22: Ingmar: Und die haben sich überlegt, dass alle Technologien, die neu auf den Markt kommen,

00:17:28: Ingmar: bestimmten Phasen oder bestimmte Phasen durchlaufen.

00:17:31: Ingmar: Es gibt irgendwie einen Innovationstrigger, da wird eben was erfunden.

00:17:35: Ingmar: Das war, wenn wir jetzt das KI-Beispiel benutzen, irgendwie vor 70 Jahren vielleicht.

00:17:39: Ingmar: Aber zu dem Zeitpunkt gab es halt weder die technischen Voraussetzungen noch

00:17:42: Ingmar: irgendwie sinnhafte Anwendungen dafür.

00:17:45: Ingmar: Und so ist das Ganze irgendwie hat nicht groß Fahrt aufgenommen.

00:17:48: Ingmar: Bevor wir die KI jetzt als Beispiel für so ein Gartner Hype Cycle benutzen,

00:17:52: Ingmar: müssen wir die anderen Phasen uns noch angucken.

00:17:54: Ingmar: Die zweite Phase vom Gartner Hype Cycle ist der Gipfel der überzogenen Erwartungen.

00:18:00: Ingmar: Das ist was, wenn man da andere Buzzwords irgendwie benutzt,

00:18:04: Ingmar: Blockchain war sowas, wo alle gesagt haben, das ist die Schlüsseltechnologie,

00:18:08: Ingmar: die unser Leben dermaßen verändern wird, dass wir damit alles erledigen können.

00:18:12: Clemens: Weil der Bitcoin gerade wieder gut läuft.

00:18:14: Ingmar: Ja, aber auch beim Bitcoin gibt es ja Auf und Abs.

00:18:19: Clemens: Ja, absolut.

00:18:20: Ingmar: Aber es gibt eben Technologien, bei denen denkt man, das ist jetzt der Weisheit

00:18:23: Ingmar: letzter Schluss. Darauf haben alle einfach nur gewartet.

00:18:27: Ingmar: Das ist die zweite Phase des Gartner-Hype-Cycles. Dann folgt auf dem Gipfel

00:18:31: Ingmar: der überzogenen Erwartungen folgt das Tal der Enttäuschungen.

00:18:35: Ingmar: Of Delusion. Ja, genau. Das ist, wenn man feststellt, es ist eben doch nicht

00:18:39: Ingmar: alles Gold, was glänzt. Und es gibt Hindernisse.

00:18:43: Ingmar: Und die könnten technologischer Natur sein. Das könnte Rohstoffmangel sein.

00:18:47: Ingmar: Das könnte aber auch gesellschaftliche Vorbehalte sein.

00:18:50: Clemens: Ja, regulatorische Faktoren.

00:18:52: Ingmar: Und da muss so eine Technologie einfach durch. Und das sind häufig Phasen,

00:18:57: Ingmar: wo aber die, ich nenne sie mal die Erfinder oder die Innovatoren vielleicht

00:19:02: Ingmar: schon wieder aus dem System rausfallen und jetzt die Zweitnutzer oder andere

00:19:08: Ingmar: Konzerne auf so eine Technologie aufspringen,

00:19:12: Ingmar: um das Ganze dann weiterzubringen, um das Ganze dann eben auf die Ebene der

00:19:17: Ingmar: Produktivität zu bringen.

00:19:18: Ingmar: Das ist dann die letzte Phase des Gartner-Hype-Cycles, wenn mich nicht alles

00:19:22: Ingmar: täuscht, kommt eine Technologie dann im Mainstream-Markt eben an.

00:19:26: Ingmar: Prototypisch wird dafür irgendwie das Smartphone immer irgendwie so angenommen,

00:19:30: Ingmar: dass es eben mal einen Punkt gab, wo man gesagt hat, hier, das tastenlose Device,

00:19:34: Ingmar: der PDA von, was war das, Compact?

00:19:38: Ingmar: Der PDA, weiß ich nicht mehr, wer es erfunden hat, aber Apple waren nicht die

00:19:43: Ingmar: ersten, die tastenlose Smart Devices irgendwie auf den Markt geworfen haben.

00:19:49: Ingmar: Sondern es waren die, die es geschafft haben, am Gipfel der überzogenen Erwartungen

00:19:54: Ingmar: irgendwie auf den Zug aufzuspringen.

00:19:56: Ingmar: Dann gab es noch so ein paar Leugner, die gesagt haben, im Tal der Ernüchterung

00:20:00: Ingmar: oder im Tal der Enttäuschung, das ist es nicht, ich wähle meinen Blackberry mit Tasten zurück.

00:20:04: Ingmar: Und dann hat sich diese Technologie aber dermaßen durchgesetzt,

00:20:08: Ingmar: dass man sich kaum noch erinnern kann an ein Zeitalter ohne tastenfreie Telefone.

00:20:14: Ingmar: Und wir uns fragen, wo kommt eigentlich dieses Symbol am Telefon her,

00:20:18: Ingmar: das Telefonieren symbolisiert. Das sieht ja gar nicht so aus wie ein Telefon.

00:20:21: Hanna: Außer man arbeitet in einem deutschen Krankenhaus oder in einer deutschen Uniklinik,

00:20:26: Hanna: dann ist die Nutzung von etwas antiquierten Telefonen mit Tasten,

00:20:32: Hanna: Wellscheiben und Hörern sehr geläufig.

00:20:35: Ingmar: Und man kann jetzt, das stimmt.

00:20:38: Ralf: Tageslichtprojektor. Die EKG ist im Tageslichtprojektor.

00:20:42: Clemens: Die Röntgen. Die Röntgendinger werden noch so eingeladen.

00:20:46: Ingmar: Und wenn man sich jetzt die KI anguckt oder das weite Feld der künstlichen Intelligenzen

00:20:52: Ingmar: und neuronalen Netzwerke unterschiedlicher Ausbaustufen,

00:20:55: Ingmar: kann man sich jetzt überlegen, wo ging der Gartner'sche Hype Cycle für diese

00:21:00: Ingmar: Technologie eigentlich los?

00:21:01: Ingmar: Ging der jetzt vor 70 Jahren los und befinden wir uns jetzt auf dem Gipfel der

00:21:07: Ingmar: überzogenen Erwartungen oder ging der später los?

00:21:10: Clemens: Ich glaube, medial und öffentlichkeitswirksam ging der los, als Chat-GPT veröffentlicht wurde.

00:21:16: Ingmar: Aber die Frage, die ich mir stelle, ist das jetzt Gipfel der überzogenen Erwartungen

00:21:21: Ingmar: oder ist das schon Plateau der Produktivität?

00:21:24: Ingmar: Sind wir am Ende des Hype-Cycles oder sind wir noch relativ am Anfang?

00:21:28: Ralf: Kann der nicht auch einfach mehrfach laufen?

00:21:31: Ralf: Eigentlich würde ich den Start ja da setzen und das ist eben so,

00:21:35: Ralf: glaube ich, in den 50ern grob, wo der Herr Frank Rosenblatt das Perzeptron postuliert

00:21:42: Ralf: hat als Konzept, auf dem im Prinzip all das aufbaut.

00:21:45: Ingmar: Ja, eigentlich kann der nicht mehrfach laufen. Der kann mit unterschiedlichen

00:21:48: Ingmar: Geschwindigkeiten laufen,

00:21:49: Ingmar: aber eine Technologie, vielleicht muss man KI halt an unterschiedliche Schlüsseltechnologien

00:21:54: Ingmar: runterbrechen, aber eigentlich läuft das nicht mehrere Zyklen ab,

00:21:58: Ingmar: sondern es läuft einen Zyklus ab.

00:22:01: Ralf: Können wir so einen Holograph machen, wo mehrere Rückteile in den Kreisen sind?

00:22:04: Hanna: Naja, ich frage mich halt gerade, ob das, was wir, also Ralf hat das ja eben

00:22:07: Hanna: skizziert, dass KI eigentlich die Gesamtmenge von allem ist und dass darunter

00:22:11: Hanna: super viel subsumiert werden kann.

00:22:13: Hanna: Und dass es dann aber kleinere Teilmengen gibt und wenn man vielleicht jede

00:22:17: Hanna: dieser Bubbles in dieser Menge als irgendwie dann doch neue Technologie begreift,

00:22:22: Hanna: dann kann vielleicht dieser Cycle doch irgendwie mehrfach ablaufen,

00:22:26: Hanna: nur halt nicht im Kreis, sondern...

00:22:27: Clemens: Es verschiebt sich ja auch der Begriff, was künstliche Intelligenz ist.

00:22:31: Clemens: Irgendwie als Deep Blue gegen Kasparov gewonnen hat, da dachte man ja auch noch,

00:22:35: Clemens: das wäre künstliche Intelligenz, obwohl das mehr oder weniger hardcoded war.

00:22:40: Clemens: Also da hat man Regeln des Schachspiels eingebaut und dann konnte das Ding halt

00:22:44: Clemens: richtig gut rechnen und hat ihn dann halt besiegt.

00:22:48: Clemens: Heutzutage laufen ja Schachcomputer, also die wirklich weit Fortgeschrittenen,

00:22:52: Clemens: halt wieder über Deep Learning. Die machen ihre eigenen Regeln, wenn man so will.

00:22:56: Ingmar: Oder beim Go, weil das ist ja der Punkt.

00:22:58: Ralf: Das ist ja genau der nächste Schritt, wo es dann eben nicht mehr deterministisch

00:23:01: Ralf: durchlaufen kann. Also das ist ja, glaube ich, der große Punkt,

00:23:04: Ralf: den du jetzt machen wolltest mit AlphaGo.

00:23:06: Clemens: Naja, der Begriff künstliche Intelligenz, weil ihr jetzt sagt,

00:23:09: Clemens: das kann nicht mehrfach laufen, das stimmt, aber irgendwie der Begriff ändert sich ja aufständlich.

00:23:13: Hanna: Das meinte ich ja.

00:23:15: Ralf: Mehrere Uhren, Hype Cycles, keine Uhrenkreise.

00:23:18: Clemens: Ja, ja. Aber gut, wie auch immer, wir gehen jetzt einfach mal davon aus,

00:23:23: Clemens: dass es also diesen Begriff mehr oder weniger statisch gibt,

00:23:25: Clemens: in Anführungszeichen, dass da bestimmte Unterbegriffe da sind,

00:23:28: Clemens: die man zumindest erklären sollte.

00:23:31: Clemens: Ein großer Überbegriff, der als nächstes in vielen dieser Übersichten kommt,

00:23:35: Clemens: ist halt das Machine Learning oder das maschinelle Lernen.

00:23:37: Clemens: Das sind im Prinzip statistische Lernmodelle, die hätte man vielleicht vor 30

00:23:44: Clemens: Jahren als Statistik bezeichnet.

00:23:45: Clemens: Inzwischen heißen sie halt Machine Learning und künstliche Intelligenz.

00:23:49: Clemens: Das ist auch ein fließender Übergang, was da jetzt als statistisches Lernmodell

00:23:53: Clemens: durchgeht und was dann schon als KI bezeichnet wird oder andersrum.

00:23:56: Clemens: Kann man sich bestimmt ewig mit beschäftigen, aber da gibt es verschiedene Unterpunkte.

00:24:01: Clemens: Also einmal das im Prinzip das überwachte Lernen, also Supervised Learning auf

00:24:05: Clemens: Englisch, das im Prinzip, dass ein Algorithmus, von dem es dann auch verschiedene

00:24:09: Clemens: Arten gibt, auf Daten trainiert wird, die vorher gelabelt wurden vom Menschen.

00:24:16: Clemens: Also da hat man dann meinetwegen sowas.

00:24:18: Ingmar: Ich habe da ein super Beispiel. Immer, wenn ihr euch irgendwo einloggt und es

00:24:23: Ingmar: kommt so ein bescheuertes Capture, wo ihr sagt, ihr müsst markiere alle Mopeds,

00:24:28: Ingmar: markiere alle Fahrräder.

00:24:30: Ingmar: Was ihr da in Wirklichkeit tut, außer eure Menschlichkeit, ist eine KI trainieren.

00:24:35: Ingmar: Oder so einen Algorithmus zu trainieren und zu sagen, hier auf diesem Bild ist

00:24:38: Ingmar: gerade ein Fahrrad zu sehen.

00:24:41: Ingmar: Und das ist Supervised Learning, ohne dass ihr es merkt, weil ihr da mit jemandem

00:24:45: Ingmar: sagt, hier auf diesem Bild ist ein Fahrrad, speichert dieses Bild als Fahrrad ab.

00:24:49: Hanna: Und wenn man das so ein bisschen, also ich finde, es hilft ja häufig,

00:24:51: Hanna: das Ganze zu verstehen, wenn man es so ein bisschen auf Menschen überträgt.

00:24:55: Hanna: Wenn man sich jetzt vorstellt, wie lernen Kinder, dann ist das ja auch so ein bisschen so.

00:24:58: Hanna: Kleinen Kindern, wenn die gerade sprechen lernen und so, da zeigt man auf Dinge

00:25:01: Hanna: und sagt denen immer wieder, das ist deine Katze. Und das Kind lernt irgendwann,

00:25:05: Hanna: okay, das ist eine Katze.

00:25:06: Hanna: Am Anfang checkt es irgendwie, das ist ein Tier und vielleicht sagt es dann

00:25:09: Hanna: nochmal zum Hund auch Katze, weil es bisher nur Katzen gesehen hat,

00:25:12: Hanna: die Vierbeine haben und lernt dann irgendwann, okay, ah nee, das ist ein Hund.

00:25:15: Hanna: Und das ist ja so ein bisschen das Prinzip, man muss dem Kind,

00:25:18: Hanna: oder bei Kindern funktioniert es irgendwann auch anders, aber erstmal kann man

00:25:21: Hanna: dem Kind sagen, okay, das ist eine Katze und dann macht man das häufig genug

00:25:23: Hanna: und irgendwann hat das Kind verstanden, das ist eine Katze.

00:25:26: Ingmar: Wir machen dann sogar noch so Lerntricks, wir sagen, das ist ein Wauwau.

00:25:30: Hanna: Ja, das ist aber was anderes als eine Katze, Ingmar.

00:25:33: Ingmar: Ach, das könnte sein, dass ich das von meinen Kindern falsch gemacht habe.

00:25:36: Hanna: Endlicher Misshaus.

00:25:38: Clemens: Na gut, und das supervidierte Lernen kann man dann im Prinzip noch unterteilen

00:25:41: Clemens: in Klassifikationsalgorithmen, also die mehr oder weniger 1 oder 0 vorhersagen.

00:25:47: Clemens: Zum Beispiel in der Medizin sowas wie, bekommt eine akute Nierentschädigung

00:25:51: Clemens: oder bekommt halt keine, wo man da wieder diskutieren kann, ob das 1 oder 0

00:25:55: Clemens: dann ist oder eher so ein Kontinuum.

00:25:57: Clemens: Und halt Regressionsaufgaben, also mehr oder weniger sowas wie bestimmte Aufenthaltsdauer

00:26:03: Clemens: auf der Intensivstation vorhersagen oder eine bestimmte Zahl,

00:26:07: Clemens: also meinetwegen irgendein Laborwert oder sowas.

00:26:10: Clemens: Also die beiden Sachen kann man da im Prinzip noch unterscheiden.

00:26:13: Clemens: Da gibt es tausende Algorithmen, die man da anwenden kann.

00:26:16: Clemens: Ich glaube, da wollen wir im Detail jetzt nicht drauf eingehen.

00:26:18: Clemens: Der zweite große Aspekt eigentlich beim Machine Learning ist unüberwachtes Lernen,

00:26:23: Clemens: also quasi eine große Menge an Daten.

00:26:26: Clemens: Man hat seinen Algorithmus, auch von dem gibt es wieder verschiedene und der

00:26:29: Clemens: Algorithmus erkennt über bestimmte mathematische Vorgänge eben bestimmte Muster in den Daten,

00:26:36: Clemens: kann darüber zum Beispiel auch Hypothesen generieren, man kann Patienten,

00:26:40: Clemens: also jetzt im medizinischen Bereich, Patienten zum Beispiel in bestimmte Cluster

00:26:44: Clemens: einteilen und eben schauen zum Beispiel, wie diese verschiedenen Cluster,

00:26:48: Clemens: die man auf den Daten generiert hat, auf verschiedene Therapien reagieren, solche Dinge.

00:26:53: Clemens: Das ist ja auch ein Hype eigentlich, wenn man so will, in der Forschung,

00:26:57: Clemens: wo man eben sagt, ja okay, viele dieser economisierten Studien waren irgendwie

00:27:00: Clemens: negativ, gerade jetzt so im Intensiv- oder Anästhesiebereich,

00:27:04: Clemens: aber vielleicht hat man einfach nicht genau genug die Gruppen unterteilt und

00:27:08: Clemens: hat vielleicht die Patientengruppen nicht erkannt, die möglicherweise profitieren

00:27:11: Clemens: würden von einer bestimmten Therapie, also Hydrokortison in der Sepsis oder sowas.

00:27:16: Clemens: Und wenn man da einfach eine mehr oder weniger unselektierte Kohorte randomisiert

00:27:21: Clemens: in Hydrocortison und nicht-Hydrocortison, dann verpasst man vielleicht die Leute,

00:27:25: Clemens: die eigentlich hätten profitieren können.

00:27:27: Clemens: Dafür kann man solche Algorithmen unter Umständen einsetzen.

00:27:30: Clemens: Und was man auch noch machen kann, ist man cutten, das nennt sich Dimensionsreduktion.

00:27:35: Clemens: Also wenn man ganz, ganz, ganz viele Variablen hat, das ist halt der nächste

00:27:38: Clemens: Punkt beim unüberwachten Lernen, dann kann man halt die Variablen ein bisschen zusammendampfen.

00:27:43: Clemens: Also mehr oder weniger aus einem riesigen Datensatz einen etwas kleineren machen.

00:27:47: Clemens: Das ist jetzt so mal die grobe Übersicht. Es gibt dann auch noch Spezialalgorithmen

00:27:52: Clemens: beim Machine Learning, die jetzt, sagen wir mal, nicht so auf den ersten Blick,

00:27:56: Clemens: oder auf das erste sind, woran man dabei denkt.

00:27:59: Clemens: Das eine ist das Reinforcement Learning, beziehungsweise eben,

00:28:03: Clemens: das ist quasi ein Algorithmus oder verschiedene Algorithmen,

00:28:06: Clemens: die bestimmte Entscheidungen simulieren können, bestimmte Entscheidungen treffen

00:28:09: Clemens: können über kleine Agents in Anführungszeichen,

00:28:14: Clemens: also kleine Computerprogramme, die auf die Daten halt auch trainiert werden

00:28:18: Clemens: und dann bestimmt, ich sag mal, Vorteile davon haben,

00:28:22: Clemens: bestimmte Entscheidungen zu treffen oder bestimmte Nachteile bekommen eben von diesem Algorithmus.

00:28:27: Clemens: Das klingt jetzt ein bisschen abstrakt, aber beispielsweise könnte man damit

00:28:30: Clemens: eine Beatmung einstellen.

00:28:33: Clemens: Also man kann sowas machen wie, man präumiert so einen Reinforcement Learning

00:28:36: Clemens: Algorithmus, gibt dem die ganzen Beatmungsdaten über einen gewissen Zeitraum und sagt dann,

00:28:42: Clemens: optimiere mir die Beatmung so, dass hinterher die weniger Patienten versterben

00:28:47: Clemens: als bei der konventionellen Beatmung.

00:28:49: Clemens: Da gibt es auch ein nettes Paper dazu, das können wir euch mal in die Show Notes

00:28:52: Clemens: packen. Das kann man sich da im Detail mal anschauen.

00:28:55: Hanna: Das ist jetzt ein relativ konkretes Beispiel im Gesundheitsbereich.

00:28:58: Hanna: Man kann es, glaube ich, gerade beim Reinforcement Learning vielleicht noch

00:29:01: Hanna: so ein bisschen einfacher runterbrechen, indem man sagt,

00:29:04: Hanna: eigentlich setzt man einen Rahmen und sagt, also du hast ja eben von Agents

00:29:07: Hanna: gesprochen, man sagt, okay, da ist ein Agent und man gibt nicht alle Regeln

00:29:11: Hanna: vor, wie das in einem klassischen Programmieren ist, wo man halt sagt, when if,

00:29:14: Hanna: dann mach das und das, mach das und das, sondern man lässt diese Regeln sozusagen

00:29:17: Hanna: das Programm selber machen, aber man gibt halt vor,

00:29:20: Hanna: dein Ziel ist es zum Beispiel zehn Punkte zu bekommen und wenn du das und das

00:29:24: Hanna: tust, kriegst du, oder man sagt vorher, wenn die Figur das und das tut,

00:29:28: Hanna: kriegt sie den Punkt abgezogen, wenn sie das und das tut, kriegt sie den Punkt

00:29:30: Hanna: dazu und die Figur lernt oder der Agent lernt halt selber und der Algorithmus

00:29:34: Hanna: Das lernt selber, wann kriegst du Punkte, wann kriegst du Punkte abgezogen und

00:29:37: Hanna: darüber wird halt das Verhalten gelernt.

00:29:40: Ralf: Vielleicht auch nochmal um das Konzept dieses an den Daten trainieren zu lernen.

00:29:47: Ralf: Gutes Beispiel jetzt nochmal vielleicht für das Supervised Learning.

00:29:52: Ralf: Wir sind ja schon sehr, sehr tief eingestiegen jetzt, wie das irgendwie,

00:29:56: Ralf: also das ist alles richtig, aber wir müssen aufpassen, dass wir vielleicht nicht zu tief reingehen.

00:30:02: Ralf: Wenn wir so ein, sagen wir, wir haben jetzt irgendwas gebastelt und sagen,

00:30:06: Ralf: oh, wir haben jetzt einen Supervised Learning Algorithmus, der,

00:30:09: Ralf: und wir haben jetzt 100 Datensätze von mir aus, dann nehmen wir einen gewissen

00:30:13: Ralf: Teil dieser Datensätze und,

00:30:15: Ralf: geben da die Antwort jeweils dem Algorithmus vor. Daran trainiert der dann sozusagen.

00:30:20: Ralf: Und wir müssen aber schauen, dass wir noch ein paar Daten übrig lassen,

00:30:23: Ralf: wo wir dann schauen, ob das eigentlich überhaupt richtig ist.

00:30:25: Ralf: Also solange wir nur trainieren, haben wir nie eine Information darüber,

00:30:29: Ralf: ob unser Programm jetzt die richtige Zuordnung trifft, beispielsweise mit der Katze- oder Hundfrage.

00:30:35: Ralf: Und dann brauchen wir noch eine gewisse Anzahl an Sachen, die wir dem Algorithmus

00:30:40: Ralf: geben können, nicht verraten, was sozusagen am Ende bei rauskommen sollte.

00:30:44: Ralf: Eigentlich nur, um es so ein bisschen beispielhaft zu machen,

00:30:47: Ralf: wie das irgendwie konzeptiert ist.

00:30:48: Clemens: Oder idealerweise sogar auf einem ganz neuen Datensatz, der zwar Ähnliches beinhaltet, aber ja.

00:30:53: Hanna: Also, um das Ganze jetzt am Ende nochmal einmal ganz kurz zusammenzufassen.

00:30:57: Hanna: Wir sind jetzt so ein bisschen in die Breite gegangen, haben ein bisschen von jedem mal was erzählt.

00:31:01: Hanna: Um das jetzt nochmal abzuschließen, was Ralf am Anfang schon angerissen hat.

00:31:05: Hanna: Wenn wir uns diesen ganzen Riesenkomplex künstliche Intelligenz einmal anschauen,

00:31:09: Hanna: dann haben wir sozusagen eine Riesenblase, einen Riesenbereich,

00:31:12: Hanna: der künstliche Intelligenz umfasst. Da gehören ganz viele Dinge zu,

00:31:16: Hanna: die teilweise schon aus den 50ern sind.

00:31:18: Hanna: Das sind teilweise aus heutiger Sicht relativ einfache Technologien.

00:31:22: Hanna: Sowas wie der in den 90ern berühmt gewordene Schachcomputer,

00:31:26: Hanna: der gehört in diese Kategorie hinein.

00:31:29: Hanna: Und dann kommen immer dezidiertere Algorithmen oder immer dezidiertere Programme

00:31:36: Hanna: und das, wovon wir viel sprechen, ist Machine Learning.

00:31:39: Hanna: Das ist sozusagen ein Teilbereich der künstlichen Intelligenz.

00:31:42: Hanna: Das heißt, das ist sozusagen eine Blase innerhalb der Riesenblase und da gibt

00:31:48: Hanna: es überwachtes Lernen, unüberwachtes Lernen und Reinforcement Learning.

00:31:52: Hanna: Auch da haben wir eben drüber gesprochen.

00:31:54: Hanna: Und wieder ein Teil von Machine Learning ist das Deep Learning,

00:31:58: Hanna: was Ralf vorhin angerissen hat, wo dann neuronale Netzwerke eine Rolle spielen,

00:32:03: Hanna: um das jetzt so nochmal so ein bisschen kurz zusammenzufassen.

00:32:07: Ralf: Tiefere neuronale Netzwerke.

00:32:10: Hanna: Entschuldigung. Tiefe neuronale Netzwerke.

00:32:12: Ralf: Normale neuronale Netze sind ja auch im Machine Learning mit drin.

00:32:15: Hanna: Das ist richtig.

00:32:16: Ralf: Da gibt es das rein Stochastische, weil du vorhin meinst, hätte man früher vielleicht

00:32:19: Ralf: auch eine andere Kategorie gepackt?

00:32:21: Clemens: Ich glaube auch, das ist zu doll. Das schneiden wir mal raus.

00:32:24: Ralf: Das schneiden dich raus.

00:32:27: Clemens: Allein der Stocht hat sich stark. Das geht nicht, das kann man nicht.

00:32:30: Hanna: Nein, ein Fehler zu korrigieren ist ja richtig.

00:32:32: Ralf: Wenn wir trotzdem das Perzepton jetzt machen, den runtergelampft davon.

00:32:36: Ingmar: Rausschneiden können wir es auf jeden Fall danach immer noch.

00:32:38: Ralf: Das kann ein harter Tobak sein, aber ich hätte jetzt gesagt,

00:32:41: Ralf: die Hoffnung wäre ja, dass die Leute, die das hören,

00:32:45: Ralf: Ah, jetzt habe ich irgendwas gehört, was ich vorher noch nicht wusste.

00:32:48: Ralf: Ich habe so ein bisschen verstanden, was da passiert.

00:32:51: Clemens: Na gut, also ich...

00:32:52: Ralf: Das ist mein Gedanke dabei.

00:32:53: Ingmar: Aus demnächst das perfekte Codewort.

00:32:55: Ralf: Angriff der Perzeptrone.

00:32:58: Ingmar: Optimus Prime. Die Rache der Perzeptronen.

00:33:01: Clemens: Na eigentlich, da hast du ja sogar recht, in dem Sinne,

00:33:06: Clemens: diese Datenanalyse mit, man hat eine Excel-Tabelle oder eine Datenbank halt. Und da sind...

00:33:13: Ingmar: Oder ein Fax.

00:33:14: Clemens: Ja, oder ein Fax.

00:33:17: Clemens: Da sind halt Tabellen drin erstmal. Das ist ja die klassische Forschungssache

00:33:24: Clemens: in der Medizin bislang gewesen, muss man ja sagen.

00:33:27: Clemens: Du rennst irgendwo rum, früher hattest du deinen Chart dabei,

00:33:30: Clemens: dann hast du irgendwann dein Excel-Ding rumgeschleppt und inzwischen hast du

00:33:34: Clemens: meinetwegen dein Handy dabei und kannst da Daten eintippern. Ist ja auch egal.

00:33:38: Clemens: Aber worauf es ja eigentlich hinauslaufen kann oder soll,

00:33:42: Clemens: ist, dass ja viele der wirklich menschlichen Sachen, also auch sowas wie Gestalt,

00:33:47: Clemens: ja, also clinical gestalt, so Zeug, dass das auch da einwirken kann in diese

00:33:53: Clemens: Algorithmen, aber das kannst du halt nicht als Exit-Tabelle verpacken.

00:33:56: Clemens: Also klar, du kannst 200 Ärzte fragen, wie findet, also Looks like shit, ja oder nein,

00:34:02: Clemens: das hätte wahrscheinlich gute Werte unterm Strich, aber eigentlich wäre es ja

00:34:08: Clemens: cooler, ein Foto oder ein Video oder eine Audiodatei vom Patienten zu haben.

00:34:13: Ralf: Die neuen Captures von Leuten, die scheiße oder nicht scheiße aussehen.

00:34:19: Ralf: An welchen Stellen sieht dieser Patient scheiße aus?

00:34:22: Clemens: Ja, wirklich, ja, also das ist ja eigentlich das Coole, deswegen hast du völlig

00:34:27: Clemens: recht, dass man eigentlich vielleicht diese Deep-Learninger noch eher als,

00:34:31: Clemens: weil ich würde fast schon sagen, viele der klassischen Machine-Learning-Algorithmen

00:34:35: Clemens: sind eigentlich nur aufgemotzte Statistik-Modelle.

00:34:38: Clemens: Also das dürfen wir natürlich nicht sagen, weil dann regen sich alle Statistiker.

00:34:41: Clemens: Also das ist alles nicht dasselbe, aber die Statistiker, vor 20 Jahren hat man

00:34:46: Clemens: halt Statistik gemacht und jetzt überlappt sich das alles irgendwie und was

00:34:50: Clemens: als nächstes kommt, wahrscheinlich oder schon kommt,

00:34:52: Clemens: ist halt aus Daten oder aus Sachen,

00:34:56: Clemens: die bislang nicht als sonderlich informativ galten.

00:34:59: Clemens: Noch mehr Informationen rauszuholen. Also meinetwegen EKG, hat gewissen Informationsgehalt,

00:35:05: Clemens: aber man kann ja offensichtlich sogar die EF davon ableiten,

00:35:08: Clemens: den Body Mass Index, das Alter, an Augen Hintergrund Fotos kann man das Geschlecht sehen.

00:35:14: Ingmar: Aber dann lass uns doch wirklich nochmal auf die kleinste Einheit irgendwie zurückspringen.

00:35:19: Clemens: Ja genau, deswegen wollte Ralf jetzt nur zustimmen, dass er das doch erklären soll.

00:35:22: Ingmar: Das hast du wirklich ausufernd gemacht.

00:35:24: Clemens: Kein Thema. Ein kleiner Teil, was wir gleich noch erzählen, sollte doch eigentlich

00:35:29: Clemens: sein, dass sich gerade Medizin gut dafür anbietet, für diese ganzen,

00:35:34: Clemens: Geschichten und dass es nicht mehr so schwierig ist, auch mitzuspielen,

00:35:38: Clemens: wie man vor zehn Jahren gedacht hätte. Oder so.

00:35:41: Clemens: Und dass es inzwischen schon ganz viel Tutorials und Auto-M,

00:35:46: Clemens: was es ich nicht alles gibt, wo auch Dullis wie wir sowas mal aussehen.

00:35:50: Hanna: Du meinst also auch so Hobby...

00:35:52: Ingmar: Hobbyisten.

00:35:53: Clemens: Und wer darauf Bock hat und dann gibt es halt hier, weiß ich nicht,

00:35:56: Clemens: eine kleine Tabelle mit Kram, die man sich angucken kann.

00:35:58: Ralf: Wie man vielleicht schon gemerkt hat an den ganzen Dingen, wie wir uns da in

00:36:02: Ralf: unseren tiefen Themen verhaspeln, ist das alles relativ kompliziert.

00:36:06: Ralf: Und so, unser Anspruch ist nicht, dass man am Ende verstanden haben soll nach

00:36:11: Ralf: dieser Folge, wie Machine Learning geht.

00:36:14: Ralf: Aber wir wollen ja trotzdem versuchen, ein bisschen was zu vermitteln an Wissen

00:36:17: Ralf: oder zumindest den kleinsten Teil davon, also den kleinsten Teil eines neuronalen

00:36:23: Ralf: Netzes, nämlich das Neuron oder Perzeptron, wie es getauft wurde,

00:36:27: Ralf: versuchen mal so ganz vereinfacht,

00:36:29: Ralf: und es ist wirklich vereinfacht, zu erklären und darzustellen.

00:36:33: Ralf: Das Ganze ist so in den 50ern von einem Herrn Frank Rosenblatt,

00:36:37: Ralf: den hatte ich vorhin schon mal kurz erwähnt, aufgestellt worden,

00:36:39: Ralf: das Konzept, indem er ein Neuron nachbauen wollte, wobei man am Ende sagen muss,

00:36:44: Ralf: das ist nur eine mathematische Darstellung.

00:36:48: Ralf: Wir stellen uns den Zellkörper vor, wo die ganzen Informationen ankommen,

00:36:56: Ralf: die dann da verarbeitet werden.

00:36:58: Ralf: Und die Informationen, die da ankommen, das sind die Features in der Begrifflichkeit.

00:37:02: Ralf: Das sind einfach Eingangswerte. Das sind numerische Werte. Und dann gibt es

00:37:06: Ralf: manchmal noch so ein Bias-Neuron, aber das klammern wir jetzt einfach mal aus.

00:37:09: Ralf: Sondern es kommen einfach Eingangswerte ein, die einen Zahlenwert haben.

00:37:14: Ralf: Und das kann 1 oder 0 sein, das kann aber auch irgendwas dazwischen sein,

00:37:18: Ralf: von Minus bis Plus und endlich.

00:37:20: Ralf: Das sind in der Analogie gedacht die Synapsen.

00:37:25: Ralf: Die praktisch bei den Dendriten ankommen von dem klassischen Neuron,

00:37:29: Ralf: wo inhibierende oder aktivierende Aktionspotenziale am Neuron ankommen,

00:37:35: Ralf: die dann verarbeitet werden.

00:37:37: Ralf: Also Zahlen kommen an, inhibierend oder aktivierend mit Plus- oder Minuswerten.

00:37:42: Ralf: Und ähnlich wie im echten Gehirn brauchen die aber noch eine Gewichtung.

00:37:46: Ralf: Also ist diese Information, dieses Feature 1, besonders wichtig oder besonders unwichtig?

00:37:52: Ralf: Und das ist einfach wieder ein Faktor,

00:37:55: Ralf: eine Zahl, mit der sozusagen dieser Eingangswert multipliziert wird.

00:38:01: Ralf: Wir haben Features-Zahlen, die werden multipliziert mit jeweils für das Feature-spezifische

00:38:06: Ralf: Gewichtungen und das wird dann alles zusammengerechnet.

00:38:10: Ralf: Das ergibt dann wieder eine Zahl. Und diese Zahl wird in eine Aktivierungsfunktion eingesetzt,

00:38:16: Ralf: wo dann am Ende, wenig überraschend, wieder eine Zahl rauskommt und diese Zahl

00:38:21: Ralf: wird dann entweder weitergegeben an die Neurone oder, wenn man das ganz versimpelt

00:38:25: Ralf: denken will, sagt sie 1 oder 0.

00:38:27: Ralf: Wenn wir da eine Entscheidung draus treffen wollen, würden, beispielsweise,

00:38:30: Ralf: ob wir heute Abend Pizza bestellen oder nicht, oder noch zum Italiener gehen oder nicht,

00:38:34: Ralf: dann kann da 1 oder 0 rauskommen und dann wird zum Beispiel die Entscheidung

00:38:38: Ralf: getroffen, oder halt eben eine Zahl dazwischen, die dann ans nächste Neuron weitergegeben wird.

00:38:43: Ralf: Ich hoffe, das war so die kürzeste Version, wie man sich das vorstellen kann.

00:38:47: Ralf: Also es gibt Eingangswerte, die haben Gewichtungen, die werden aufsummiert,

00:38:52: Ralf: kommen in eine Funktion rein, die unterschiedlich sein kann.

00:38:54: Ralf: Die haben unterschiedliche Verlauf, das kann so eine Stufe sein,

00:38:56: Ralf: diese Funktion, die tatsächlich zwischen 0 und 1 dann einfach nur steig aufgeht oder sigmoidal.

00:39:01: Ralf: Und ganz viele davon sind dann praktisch, können ein neuronales Netz bilden.

00:39:07: Ralf: Und was man jetzt vielleicht noch sich so ein bisschen vorstellen muss,

00:39:09: Ralf: ist die Frage, wie wichtig ist denn eigentlich, oder wie kommt man dann auf

00:39:13: Ralf: die richtige Gewichtung dieser einzelnen Eingangswerte?

00:39:18: Ralf: Und das ist so ein bisschen der Trick, wofür es auch den Physik-Nobelpreis am Ende gab dieses Jahr,

00:39:24: Ralf: dass man eine Methode hat, dass diese Sachen sich aus dem Fehler der dem,

00:39:29: Ralf: was das neuronale Netz in seinen ersten Sachen herausgibt, dass man das anpasst

00:39:33: Ralf: und das wieder sozusagen da reinschubst, zurück.

00:39:36: Ralf: Backpropagation heißt es, um dann über langes Training diese richtigen Gewichtungen zu bekommen.

00:39:40: Ralf: Die werden am Anfang tatsächlich komplett randomisiert gewählt und entwickeln

00:39:44: Ralf: sich dann über das Training des neuronalen Netzes.

00:39:47: Ralf: Und jetzt höre ich auch auf damit und ich hoffe, dass es nicht zu sehr verwirrend war.

00:39:51: Clemens: Man muss ja grundsätzlich sagen, dass die Medizin sich besonders anbietet für

00:39:55: Clemens: sowas, aber natürlich neben allen anderen Lebensbereichen eigentlich auch.

00:39:59: Clemens: Und innerhalb der Medizin gibt es dann halt verschiedene Vorreiter,

00:40:04: Clemens: sage ich mal, also allen voran vielleicht Radiologie,

00:40:08: Clemens: einfach wegen sehr, sehr vielen Bilddaten, die da generiert werden,

00:40:12: Clemens: aber halt auch Anästhesiologie,

00:40:14: Clemens: Intensivmedizin, die eben die Grundlage bilden für diese Algorithmen in dem

00:40:19: Clemens: Sinne, dass halt extrem viel Daten gesammelt und generiert werden und das noch

00:40:24: Clemens: dazu auch in vielen Krankenhäusern automatisiert.

00:40:28: Clemens: Also man muss nicht hingehen und wie bei einer klassischen Studie Daten manuell irgendwie erfassen,

00:40:34: Clemens: sogar mit Menschen reden oder

00:40:36: Clemens: sowas, sondern es werden mehr oder weniger automatisiert Daten erhoben,

00:40:41: Clemens: also zum Beispiel auf der Intensivstation und die bieten sich eben aufgrund

00:40:46: Clemens: ihrer strukturierten Art und Weise besonders an, um eben damit Machine Learning

00:40:50: Clemens: Algorithmen zu füttern.

00:40:51: Clemens: Und es gibt halt auch harte Outcome-Faktoren.

00:40:55: Clemens: Also wenn man jetzt gerade in der Intensivmedizin schaut,

00:41:00: Clemens: Also Versterben versus Nichtversterben ist halt was, das ist nicht subjektiv.

00:41:03: Clemens: Also das kann man halt gut messen.

00:41:10: Clemens: Und da gibt es halt ein hartes Outcome sozusagen.

00:41:14: Clemens: Das ist meinetwegen anders, als wenn man jetzt zum Beispiel eine psychologische

00:41:19: Clemens: Studie macht oder so, wo auch viel Subjektivität drin ist. Was nicht heißt,

00:41:23: Clemens: dass nicht auch die Psychologie oder Psychiatrie oder sonst welche Fächer sich für KI anbieten würden.

00:41:29: Clemens: Das habe ich jetzt nicht gesagt, aber wir haben halt in unserem Fachbereich

00:41:33: Clemens: einen dieser Vorteile eben, dass man viele Daten sammelt und das automatisiert

00:41:38: Clemens: macht und eben auch harte Outcomes hat.

00:41:41: Clemens: Und trotzdem unterm Strich ist es natürlich wenig in der eigentlichen Klinik

00:41:46: Clemens: angekommen, was aber vielleicht auch gute Gründe hat bislang,

00:41:48: Clemens: weil wenn man jetzt nicht Deutschland anguckt, hat man ja dann doch noch Datensilos,

00:41:55: Clemens: also einzelne Unis oder Forschende oder wie auch immer, die schon auch Schwierigkeiten

00:42:01: Clemens: noch haben, Daten zu teilen.

00:42:02: Clemens: Dann hat man eben bestimmte Biases in diesen Daten Und wenn man das eben nicht

00:42:08: Clemens: zusammenführt auf nationaler oder europäischer oder internationaler Ebene,

00:42:12: Clemens: dann ist es halt schwierig, so einen Algorithmus auch entweder kommerziell oder

00:42:17: Clemens: klinisch zu verwenden, weil er eben vielleicht nur mit den lokalen Daten gut

00:42:21: Clemens: funktioniert. Ralf, möchtest du was sagen?

00:42:23: Ralf: Ja, damit brichst du ja ein ganz großes Problem eigentlich an,

00:42:26: Ralf: was wir in Deutschland, aber glaube ich auch in der ganzen Welt ein Stück weit

00:42:29: Ralf: haben, dass ein Problem und gleichzeitig auch das Problem,

00:42:35: Ralf: Die große Stärke von dem, was wir jetzt, wenn wir sagen Machine Learning,

00:42:38: Ralf: der Überbegriff ist, nämlich extrem riesige Datensätze überhaupt zu verarbeiten

00:42:44: Ralf: und sehr genau sich alles anschauen zu können.

00:42:47: Ralf: Das ist ja das, was im Prinzip das Ganze von uns unterscheidet als Menschen,

00:42:50: Ralf: dass die schiere Zahl an Daten, die verarbeitet werden können,

00:42:54: Ralf: der Detailgrad, mit dem sich Bilder oder kleine Fluktuationen angeschaut werden

00:42:59: Ralf: können, da ist ja genau die große Kraft und das große Problem andersrum,

00:43:03: Ralf: dass wir halt eben nicht die Daten zusammenkriegen.

00:43:05: Ralf: Und teilweise, weil es irgendwie Sorge gibt, dass die anderen was mit den eigenen

00:43:09: Ralf: tollen Daten machen würden.

00:43:11: Clemens: Gut, teilweise auch einfach gerechtfertigte Datenschutzprobleme,

00:43:14: Clemens: gerade in der Medizin. Also diese Daten sind halt sehr sensibel.

00:43:18: Ralf: Aber wobei man ja auch sagen würde, eigentlich gibt es Konzepte,

00:43:21: Ralf: die etabliert wären, um Daten zu anonymisieren, sodass man sagen kann,

00:43:26: Ralf: es ist datenschutzkonform.

00:43:27: Ralf: Also ich glaube, das ist ein Problem, aber nicht, wenn man es ganz rational runterbricht.

00:43:33: Clemens: Klar, es gibt die Techniken dafür länger, aber...

00:43:35: Ralf: Und das andere große Problem ist so ein Stück weit die Interoperabilität von

00:43:41: Ralf: den Datensätzen, die es halt gibt.

00:43:45: Ralf: Die Maschine in Anführungsstrichen, die braucht sozusagen entweder SI-Einheiten

00:43:51: Ralf: oder andere Einheiten, aber es muss zumindest immer das gleiche sein,

00:43:54: Ralf: wenn wir da irgendwelche Laborwerte zum Beispiel reinschmeißen wollen oder das

00:43:58: Ralf: muss auch gleich benannt sein.

00:43:59: Ralf: Also das ist ein ganz großes Problem, was wir noch haben, dass die Daten nicht gleich gelabelt sind.

00:44:05: Ralf: Dann ist es manchmal Blutdruck, manchmal ist es RR, manchmal ist es RR-SYS oder was auch immer.

00:44:11: Clemens: Und dafür gibt es ja auch viele Ansätze.

00:44:13: Ralf: Genau, da gibt es Konzepte, die wir am besten glaube ich gar nicht tiefer besprechen,

00:44:18: Ralf: um es nicht noch schlimmer zu machen, aber das ist auf jeden Fall was,

00:44:21: Ralf: worüber wir kämpfen und glaube ich die Medizin-Informatik-Initiative,

00:44:24: Ralf: die es so als Konzept in Deutschland gibt, versuchen will. Zu tun hat.

00:44:28: Clemens: Zu tun hat.

00:44:29: Ralf: Zu tun hat. Ja, genau. Punkt.

00:44:31: Clemens: Ja, ich meine, letztlich ist es ja ein politisches Problem, dass in vielen Bereichen

00:44:36: Clemens: in Deutschland dann doch keine übergeordneten Standards gibt und die Digitalisierung

00:44:41: Clemens: auch noch nicht so weit fortgeschritten ist, wie das vielleicht in anderen,

00:44:45: Clemens: Ländern oder Bereichen sein könnte oder ist. Ja.

00:44:49: Clemens: Aber gut, ich meine, wir wollen jetzt auch nicht rumjammern.

00:44:52: Hanna: Was ich eben noch gedacht habe, was da so ein bisschen mit drinsteckt in dieser

00:44:55: Hanna: Frage, wie viele Daten haben wir, was können wir verarbeiten und wo vielleicht

00:44:59: Hanna: auch die Frage drinsteckt, was Vertrauen in neue Technologien schafft und wie

00:45:04: Hanna: man das besser verständlich machen kann.

00:45:06: Hanna: Es ist ja so ein bisschen so, wenn wir uns überlegen.

00:45:09: Hanna: Was führt unter anderem dazu, dass wir mit der Zeit, die wir unseren Beruf machen,

00:45:14: Hanna: die wir immer mehr Patienten sehen, dass wir besser werden.

00:45:17: Hanna: Wir lernen zum einen ganz bewusst in gewissen Situationen A oder B zu tun,

00:45:22: Hanna: weil wir Dinge trainieren, aber man entwickelt ja mit der Zeit und ich glaube,

00:45:26: Hanna: das wissen wir alle und das kennen wir auch von Kollegen, so ein Gefühl für

00:45:31: Hanna: Patientinnen und Patienten.

00:45:32: Hanna: Man kommt irgendwie in eine Situation und sieht sich was an und hat irgendwie

00:45:35: Hanna: ein Gefühl von, irgendwie ist das nicht gut, jemand ist krank,

00:45:39: Hanna: irgendwie sollten wir das und das tun, ohne dass man das so richtig benennen und beschreiben kann.

00:45:43: Hanna: Ich glaube, das ist so ein bisschen das, was teilweise total runtergebrochen

00:45:47: Hanna: und jetzt sehr vereinfacht dargestellt. Aber ich glaube, das ist so ein bisschen

00:45:50: Hanna: ein Stück weit schon auch das, was manche Algorithmen, manche Deep Learning Algorithmen noch tun.

00:45:55: Hanna: Also man schmeißt irgendwie was rein und niemand weiß so richtig,

00:45:58: Hanna: was da drin abläuft und am Ende kommt was raus.

00:46:00: Hanna: Nur, dass halt so ein Programm, ein Deep Learning Algorithmus mit viel,

00:46:05: Hanna: viel mehr Daten arbeiten kann als wir. Also wir nehmen auch viel auf,

00:46:08: Hanna: aber wir sind einfach gar nicht in der Lage, alles aufzunehmen, was da ist.

00:46:11: Hanna: Also wir gucken uns einen Patienten an oder eine Patientin haben einen Eindruck

00:46:14: Hanna: davon, verarbeiten vielleicht noch so ein paar Vitalparameter,

00:46:18: Hanna: aber können ja gar nicht alles aufnehmen.

00:46:20: Hanna: Und wenn ein System in der Lage ist, alles zu verarbeiten und die Erfahrung

00:46:24: Hanna: von, ich weiß nicht wie vielen Datensätzen, mit aufzunehmen.

00:46:28: Hanna: Dann zeigt das irgendwie, was da drin steckt, auch an Potenzial,

00:46:32: Hanna: wenn wir überlegen, was wir als Menschen mit unserem kleinen, einfachen,

00:46:36: Hanna: begrenzten Gehirn, also was ja eine gewisse, auf gewisse Art und Weise begrenzte

00:46:41: Hanna: Rechenleistung hat, schon irgendwie in der Lage sind,

00:46:44: Hanna: ein Gefühl für eine Situation zu generieren.

00:46:48: Ralf: Wir nehmen ja Informationen auf,

00:46:49: Ralf: aber wir können sie teilweise gar nicht benennen, was wir da aufnehmen.

00:46:52: Hanna: Das meine ich ja. Also wir wissen gar nicht, wo kommt das jetzt eigentlich her.

00:46:54: Hanna: Also wir können, manche Dinge können wir ganz klar benennen,

00:46:56: Hanna: weil wir sagen, okay, der Blutdruck, der ist halt Schrott und das ist ein sehr,

00:46:59: Hanna: sehr valides Argument dafür, X oder Y zu tun.

00:47:02: Hanna: Aber manchmal haben wir ja, wie gesagt, so dieses, okay, irgendwie ist die Gesamtsituation

00:47:06: Hanna: schlecht und ich weiß gar nicht, warum ich gerade das Gefühl habe, aber ist halt so, ja.

00:47:10: Ingmar: Gibt es denn schon validierte Anwendungen?

00:47:12: Ralf: Ja, also ich habe, es gibt bestimmt mehr als das, aber ich habe eine gefunden.

00:47:17: Ralf: Und zwar mit dieser ganz großen Frage,

00:47:21: Ralf: wann löst KI die Radiologie ab, wo ja immer so ein bisschen sich die Leute die

00:47:26: Ralf: Köppel drüber einhauen und ich da jetzt auch gar nicht Stellung zu beziehen

00:47:30: Ralf: will, aber es gibt eben eine CE-zertifizierte Anwendung von einem Unternehmen,

00:47:33: Ralf: das anbietet, ein Röntgen-Thorax zu befunden und die sagen Bescheid,

00:47:42: Ralf: wenn es Auffälligkeiten gibt.

00:47:44: Ralf: Und wenn es keine Auffälligkeiten gibt, dann wird einfach, ohne dass irgendwie

00:47:48: Ralf: ein Arzt oder ein Ärztin nochmal drüber geschaut hat, einen Bericht generiert

00:47:52: Ralf: er dann in der Sprache, wie du sie haben willst.

00:47:55: Ralf: Alles gut, das ist ein normaler Röntgen-Thorax. Die kommen, glaube ich,

00:47:59: Ralf: aus Litauen. Ich weiß nicht, sollen wir den Namen da sagen oder nicht?

00:48:03: Ingmar: Kannst du, glaube ich, sagen.

00:48:04: Ralf: Also Oxypit nennen die sich und die bieten das für die Röntgen-Thoraxes an und

00:48:11: Ralf: bieten das jetzt wohl aber auch, und das habe ich jetzt aber nicht rausgefunden,

00:48:14: Ralf: inwiefern das jetzt schon wirklich validiert ist zu Ende für Mammografien,

00:48:19: Ralf: muskuloskeletale Röntgenbilder und CT-Bilder an.

00:48:23: Ralf: Also die, um auch nochmal für die Verarbeitungsfähigkeit von so einer KI jetzt wieder zu sprechen,

00:48:32: Ralf: die sagen, schick uns all die Bilder, die ihr habt, in den letzten sechs Monaten

00:48:37: Ralf: und in sieben Tagen haben wir das einmal für euch rückwirkend qualitätskontrolliert

00:48:41: Ralf: und haben sozusagen alles durchgearbeitet.

00:48:43: Ralf: Und da wird irgendwie aus meiner Sicht irgendwie klar, dass das unter Umständen

00:48:47: Ralf: viel, viel schneller geht.

00:48:48: Ralf: Ich will damit nicht sagen, dass man in Zukunft keinen Radiologen mehr braucht,

00:48:52: Ralf: aber ich glaube, das Feld wird sich verändern.

00:48:54: Ralf: Und vielleicht ist der eine oder andere oder die eine oder andere sogar ganz

00:48:56: Ralf: dankbar, wenn sie keinen Normalbefund

00:48:58: Ralf: mehr schreiben müssen für einen Röntgen-Thorax, wo alles in Ordnung ist.

00:49:02: Ralf: Also das reißt ja diesen nächsten Punkt an.

00:49:05: Ralf: Wie wird sich das verändern und welchen Einfluss hat das auf uns und ist das

00:49:09: Ralf: gut und schlecht und wie gehen wir als Arbeitende in der Medizin damit um?

00:49:14: Ralf: Wo wahrscheinlich keiner so eine richtige Antwort hat bisher.

00:49:18: Ralf: Außer vielleicht man darf es nicht ignorieren.

00:49:20: Ingmar: Ja, ich glaube am Ende ist Beheben, Innovationen, vorherrschende Mängel.

00:49:26: Ingmar: Also das sind ja die Treiber von Innovationen, so wird es zumindest immer formuliert.

00:49:31: Ingmar: Und dass wir jetzt mit der Computerisierung von Diagnostik zum Beispiel möglicherweise

00:49:39: Ingmar: einen Weg eröffnen, der uns demografischen Wandel, Fachkräftemangel kompensieren könnte.

00:49:46: Ingmar: Indem wir eben die Ressourcen, die wir haben, die menschlichen Ressourcen,

00:49:50: Ingmar: auf das bündeln können, wo wir gerne noch Menschen sehen möchten und dafür andere

00:49:57: Ingmar: Bereiche vielleicht ein bisschen mehr den Maschinen überlassen,

00:50:00: Ingmar: wo wir es mit gutem Gewissen vielleicht auch tun können. Also ich bin hin und her gerissen.

00:50:05: Ingmar: Auf der einen Seite ist das natürlich eine Bedrohung für uns als Menschheit,

00:50:09: Ingmar: wenn irgendwelche Rogue-AIs, wo wir nicht in die Blackbox reinschauen können,

00:50:15: Ingmar: Dinge tun und entscheiden, die wir nicht nachvollziehen können.

00:50:18: Ingmar: Auf der anderen Seite ist es natürlich auch eine riesige Chance für uns,

00:50:22: Ingmar: uns so eine Technologie zunutze zu machen. Wie steht ihr da dazu? Was denkt ihr?

00:50:27: Hanna: Also ich verstehe, dass es gibt gewisse Vorbehalte und Ängste,

00:50:30: Hanna: die sicherlich auch immer wichtig sind.

00:50:32: Hanna: Also ich glaube in jedem neuen Bereich ist es wichtig, dass es Leute gibt,

00:50:36: Hanna: die auf potenzielle Gefahren hinweisen und dass es Leute gibt,

00:50:40: Hanna: die sehr progressiv vorgehen und dass man irgendwie eine gesunde Mitte findet

00:50:43: Hanna: und trotzdem sich Gefahren bewusst ist.

00:50:46: Hanna: Ich glaube aber, das, was du eben angerissen hast, das wird wahrscheinlich irgendwann

00:50:49: Hanna: das Thema sein, was überhandnimmt, weil wir uns ja vielleicht irgendwann fragen müssen, wollen wir,

00:50:55: Hanna: Dinge, die vielleicht tatsächlich auf absehbare Zeit nur von Menschen gemacht werden können.

00:51:02: Hanna: Wirklich noch Menschen, also es gibt Dinge, die können nur Menschen machen und es gibt Dinge,

00:51:07: Hanna: die können auch Maschinen machen und können sie ähnlich gut oder vielleicht

00:51:09: Hanna: teilweise sogar besser machen und wollen wir dann beispielsweise noch in Anführungsstrichen

00:51:14: Hanna: menschliche Ressourcen verschwenden für Dinge, die auch Maschinen machen können,

00:51:18: Hanna: wenn wir an anderen Stellen gar nicht genug Leute haben, die die Dinge machen,

00:51:22: Hanna: die nur Menschen machen können.

00:51:24: Hanna: Und ich glaube, dass man sich dann irgendwann spätestens dann fragen muss,

00:51:30: Hanna: wollen wir das so und ist nicht die Gefahr,

00:51:32: Hanna: KI nicht zu nutzen, technisch mögliche Dinge nicht zu machen,

00:51:36: Hanna: obwohl es geht, ist da nicht der Schaden am Ende größer.

00:51:39: Hanna: Also ich glaube, wie in allen Bereichen macht man eine Kosten-Nutzen-Analyse

00:51:42: Hanna: und irgendwann wird eins überwiegen und zum einen, manche Dinge sind bequemer,

00:51:46: Hanna: das merken wir glaube ich jetzt schon an manchen Stellen,

00:51:49: Hanna: dass KI Dinge leichter macht, auf die man vielleicht auch gar keine Lust hat,

00:51:53: Hanna: aber es wird glaube ich auch die Bereiche geben, wo es nicht nur darum geht,

00:51:57: Hanna: Dinge leichter zu machen, sondern Dinge überhaupt bewerkstelligen zu können,

00:51:59: Hanna: die man vielleicht aufgrund von mangelnden personellen Ressourcen sonst gar

00:52:03: Hanna: nicht bewerkstelligen könnte.

00:52:04: Ralf: Ich finde, es hat vor allem auch das Pot, also ich glaube, dieser Kostenpunkt,

00:52:09: Ralf: den du angesprochen hast, der ist, glaube ich, ganz entscheidend bei der Frage,

00:52:13: Ralf: auch ab wann wird welcher Fachbereich in welchem Maß ersetzt durch ein Programm.

00:52:17: Ralf: Weil sobald, also das ist meine persönliche Meinung, aber sobald die ersten

00:52:21: Ralf: Studien zeigen, dass Programm XY statistisch weniger oder gleich wenig Fehler

00:52:28: Ralf: macht wie der Mensch, dann...

00:52:31: Ralf: Wird das angeschafft, dann wird man schauen, wie teuer ist das Programm,

00:52:33: Ralf: wie lange, wie viele Stellen müsste ich dafür streichen, okay passt das,

00:52:37: Ralf: ab wann komme ich in den grünen Bereich mit dem Programm und dann wird es passieren.

00:52:41: Ralf: Das ist aber meine persönliche Meinung. Das ist jetzt so ein bisschen dystopisch,

00:52:46: Ralf: aber ich sehe da auch ganz viel Potenzial für die größere Welt,

00:52:52: Ralf: wenn wir eine Möglichkeit haben mit einem Foto eines Smartphones oder mit einer

00:52:58: Ralf: ganz einfachen Telemetrie,

00:53:00: Ralf: wo aber dann eine KI drüber läuft, die viel mehr Daten aus diesen ganzen Sachen ziehen kann.

00:53:04: Ralf: Wir hätten da auch noch ein paar Beispiele, wo fancy Shit aus einfachen Daten

00:53:09: Ralf: rauskommt, den man gar nicht so als Mensch erwartet hätte.

00:53:12: Ralf: Dann hat das ja die Möglichkeit, auch in Regionen auf der Erde mehr medizinische

00:53:17: Ralf: Expertise zu bringen oder mehr diagnostische Möglichkeiten reinzubringen und

00:53:20: Ralf: eigentlich ein Stück weit, wenn man hoffnungsvoll denken will,

00:53:24: Ralf: dann auch den weltweiten Wohlstand ein bisschen zu fördern.

00:53:26: Ralf: Weil was es viel gibt, ist glaube ich am Ende des Tages immer ein Telefon mit Internetzugang.

00:53:31: Ralf: Also das ist glaube ich inzwischen so weit verbreitet, dass selbst wenn es kein

00:53:35: Ralf: CT gibt, werden aber da die Ärzte und Ärztinnen trotzdem ein Smartphone haben in dem Krankenhaus.

00:53:42: Hanna: Aber ich glaube, was da natürlich auch immer so ein Stück weit drinsteckt,

00:53:45: Hanna: also zum einen die Angst, die über irgendwelche dystopischen Szenarien generiert

00:53:50: Hanna: wird von Maschinen, die uns beherrschen,

00:53:53: Hanna: sich am Ende selbst programmieren und dafür sorgen, dass sie nicht mehr wegzudenken

00:53:56: Hanna: sind und die Menschheit übernehmen.

00:53:57: Hanna: Ich meine, das ist irgendwie auch an Stellen sicherlich überzogen,

00:54:01: Hanna: aber diese Szenarien gibt es ja in irgendeiner Form und es gibt Leute,

00:54:06: Hanna: die das für realistischer und Leute, die das für unrealistischer halten, aber ich glaube,

00:54:10: Hanna: es fängt schon im Kleinen an, man muss glaube ich gar nicht so übertreiben,

00:54:14: Hanna: um auch sorgenvoll darauf blicken zu können, gerade wenn man aus einer Welt

00:54:19: Hanna: kommt oder in der Welt groß geworden ist, wo KI noch nicht so eine große Rolle spielt.

00:54:21: Hanna: Also wenn wir uns zum Beispiel vorstellen, wir sind Anästhesisten und wir sind

00:54:24: Hanna: es gewohnt als Anästhesistin in Deutschland, dass jeder Patient,

00:54:29: Hanna: jede Patientin in Narkose einen verantwortlichen

00:54:32: Hanna: Anästhesisten oder eine verantwortliche Anästhesistin hat,

00:54:35: Hanna: die für alles zum einen die Verantwortung trägt, aber sich auch um alles kümmert.

00:54:39: Hanna: Und dann ja, wenn wir uns jetzt vorstellen, ein paar Jahre weiter,

00:54:42: Hanna: haben wir einen Zentral-OP, wo fünf bis zehn Säle von einem Arzt,

00:54:47: Hanna: einer Ärztin betreut werden, weil es überall einen Algorithmus gibt und man

00:54:51: Hanna: sitzt an einer Schaltstelle.

00:54:52: Hanna: Und der Algorithmus hat alle Werte im Blick, hat eine Kamera auf den Patienten,

00:54:55: Hanna: auf die Patientin gerichtet und man kriegt nur eine Pop-up-Nachricht, wenn gesagt wird, okay,

00:55:01: Hanna: Wahrscheinlichkeit für notwendige Intervention in Saal 5 innerhalb der nächsten

00:55:06: Hanna: Minute hoch, geh da mal hin.

00:55:08: Hanna: Klingt jetzt erstmal, klingt ein bisschen nach Science Fiction,

00:55:11: Hanna: aber grundsätzlich erstmal ja denkbar.

00:55:14: Ralf: Mehr als denkbar finde ich.

00:55:16: Hanna: Genau, aber das klingt ja aus heutiger Sicht für viele, glaube ich,

00:55:19: Hanna: erstmal relativ gruselig, vor allen Dingen vielleicht aus Sicht der Patienten,

00:55:22: Hanna: die sagen, oh, das kann doch nicht sein.

00:55:23: Hanna: Dass das am Ende vielleicht wahrscheinlich sogar mit einer höheren Patientensicherheit

00:55:29: Hanna: einhergeht, weil einer Maschine viel weniger entgeht als uns, als Menschen.

00:55:34: Ingmar: Es wirft dir aber schon die Frage auf, was du als Mensch eigentlich für einen

00:55:40: Ingmar: Mehrwert bringst in der Medizin,

00:55:42: Ingmar: wenn die Assistenz- oder Unterstützungssysteme oder am Ende in der letzten Ausbaustufe

00:55:48: Ingmar: die vollständige Computerisierung übernimmt.

00:55:54: Ingmar: Und wir sind an einem Punkt, wo Large Language Models besser sprechen können,

00:56:02: Ingmar: empathischer agieren, bessere Briefe schreiben, in den großen Examen besser

00:56:10: Ingmar: abschneiden als Medizinstudierende.

00:56:15: Ingmar: Was ist dann unser Mehrwert?

00:56:16: Hanna: Vielleicht sind wir am Ende wie die Fernseh-Docs, die ihre Zeit dann tatsächlich damit verbringen,

00:56:23: Hanna: sich auf die Bettkante von Patientinnen und Patienten zu setzen und mit ihnen

00:56:28: Hanna: nett zu quatschen und ihnen das Gefühl von echter menschlicher Präsenz zu geben,

00:56:33: Hanna: während alles, was tatsächlich mit Medizin zu tun hat, von Maschinen im Hintergrund geregelt wird.

00:56:38: Ingmar: Ja, und ist das eine Dystopie oder eine Utopie?

00:56:41: Hanna: That's the question.

00:56:42: Ingmar: Das ist die Frage, ne?

00:56:42: Ralf: Ich glaube, am Ende ist es die Frage, kriegen wir es hin, dass künstliche Intelligenz

00:56:47: Ralf: was Gutes wird oder ob es was Schlimmes wird?

00:56:50: Ralf: Das ist, glaube ich, wie viele modernen Technologien, kann das richtig gut oder

00:56:55: Ralf: richtig schlecht ausgehen?

00:56:56: Ralf: Also Kernspaltung im weitesten Sinne oder...

00:57:01: Ralf: Und Gentechnik hat ja irgendwie alles das Potenzial, richtig gut und richtig

00:57:04: Ralf: schlecht zu sein, je nachdem, wie man weitergeht. Kurze Buchempfehlung dazu.

00:57:08: Ralf: Alive 3.0, Being Human in the Age of Artificial Intelligence,

00:57:13: Ralf: ist von einem MIT-Professor geschrieben, ist schon von 2017. Sinn ist.

00:57:17: Ralf: Also eigentlich, der hat diese ganze JGPT-Welle gar nicht in dem Maß mitgekriegt,

00:57:21: Ralf: als er es geschrieben hat.

00:57:22: Ralf: Aber der beschreibt mehrere Szenarien, die als Hauptszenarien gelten,

00:57:26: Ralf: wenn wir irgendwann eine generelle künstliche Intelligenz, also eine,

00:57:30: Ralf: die wirklich menschengleich ist, bekommen.

00:57:32: Ralf: Und es gibt sehr schöne Szenarien.

00:57:34: Ralf: Benevolent Rulers zum Beispiel, eins davon, was eigentlich schön klingt,

00:57:37: Ralf: wo man sagt, vielleicht sollten wir gar nicht so alles in der Hand haben.

00:57:41: Ralf: Vielleicht machen wir den Planeten eigentlich doch eher insgesamt so kaputt und sind zu egoistisch.

00:57:45: Hanna: Vielleicht machen wir den Planeten kaputt.

00:57:47: Ralf: Vielleicht hast du meinen Unterton erkannt. Und sind eigentlich gar nicht so

00:57:52: Ralf: richtig gut da drin, Frieden hinzukriegen oder irgendwie brav zu bleiben.

00:57:56: Ralf: Aber es gibt natürlich auch ganz dystopische Versionen.

00:57:59: Ralf: Aber jetzt nochmal auf diese Frage, welchen Mehrwert haben wir als Menschen?

00:58:03: Ralf: Habe ich eigentlich auch keine bessere Antwort, aber vielleicht eine lustige Studie.

00:58:09: Ralf: Aus dem JAMA Internal Medicine. Das war,

00:58:13: Ralf: ich weiß gar nicht, wann es publiziert wurde, aber das muss Anfang der 2020er

00:58:18: Ralf: Jahre gewesen sein, weil sie im Prinzip,

00:58:21: Ralf: 185 Fragen, medizinische Fragen aus Foren genommen haben und die beantwortet

00:58:28: Ralf: haben durch ärztliches Personal und ChatGPT 3.5 aus dem Stand von Oktober 2022 und diese Antworten,

00:58:38: Ralf: also beide Arten der Antworten, haben sie dann randomisiert medizinischem Fachpersonal

00:58:43: Ralf: gegeben, Also ärztlichen Personal.

00:58:45: Ralf: Und die sollten einmal die Qualität der Antworten beurteilen und wie empathisch die Antwort war.

00:58:51: Ralf: Also genau das, wo sich viele brüsten noch, das können wir doch viel besser als die Maschine.

00:58:57: Ralf: Also vor allem das Empathische, sagen wir manchmal, ja, geht nicht so gut aus

00:59:02: Ralf: für uns als Menschen, um es kurz zu machen.

00:59:05: Ralf: Also wenn man sich die Graphen anguckt, die ich jetzt nicht hier habe,

00:59:08: Ralf: aber im Prinzip der Chatbot ist eher bei VeryGood und die Physicians sind bei

00:59:11: Ralf: Acceptable und für die Quality und für die Empathie ist der Chatbot,

00:59:19: Ralf: also ChatGPT auch deutlich besser als wir als Menschen.

00:59:24: Ralf: Und das ist ja nun schon mal das ältere Modell. Also ich finde,

00:59:27: Ralf: das zeigt eigentlich schon so ein bisschen, wohin der Trend geht und eben auch,

00:59:32: Ralf: dass die Maschine, dass wir,

00:59:36: Ralf: wenn wir mit so einem Chatprogramm sprechen, ganz häufig Dinge machen,

00:59:39: Ralf: die so gar nicht notwendig wären.

00:59:42: Ralf: Also wir bedanken uns ja auch nicht bei unserem Auto, dass es angeht oder hoffen,

00:59:45: Ralf: dass es jetzt angeht, wenn wir Schlüssel umdrehen, aber wir sind manchmal höflich zu Chat-GPT.

00:59:50: Ralf: Oder zumindest die viele bauen irgendwelche Dinge ein, wo man sagen muss,

00:59:53: Ralf: das müsste gar nicht sein, weil wir eben dazu neigen, solchen Dingen eine Menschlichkeit

00:59:58: Ralf: zuzuordnen, also sie zu vermenschlichen.

01:00:00: Ralf: Und das ist im Prinzip auch schon in den 60er Jahren beschrieben worden von

01:00:05: Ralf: einem Herrn Joseph Weizenbaum, vielleicht ist er auch Deutscher gewesen,

01:00:08: Ralf: ich weiß es nicht ganz genau,

01:00:10: Ralf: der hat einen Vor-Vor-Vor-Vorgänger von JetGPT gemacht, eine ELISA-Maschine,

01:00:15: Ralf: die ganz simpel mit Menschen interagiert hat und die auf so bestimmte Codewörter

01:00:20: Ralf: reagiert hat und da ist ihm schon aufgefallen, dass die Menschen dem,

01:00:25: Ralf: ELISA-Programm extrem viel persönliche Informationen geben und eigentlich so

01:00:31: Ralf: mit dem sprechen, wie man mit einem normalen Menschen sprechen würde.

01:00:34: Hanna: Ich glaube, das geht schon los, wenn Menschen mit ihrem Staubsaugerroboter kommunizieren

01:00:39: Hanna: und ihm Namen geben und fragen, wo fährst du denn jetzt hin? Und solche Dinge.

01:00:45: Hanna: Was ich eben noch gedacht habe, was noch eine Dimension ist,

01:00:47: Hanna: die da glaube ich auch in dem Zusammenhang noch spannend ist,

01:00:50: Hanna: weil wir vorhin darüber gesprochen haben, dass wir ja vielleicht zunehmend auch

01:00:53: Hanna: fehlende menschliche Ressourcen haben, um gewisse Dinge zu machen.

01:00:56: Hanna: Ich glaube, spannend wird nochmal, wer am Ende davon profitiert und ob Ob die

01:01:00: Hanna: zunehmende Verwendung von KI und der Einzug von KI in immer mehr Berufsfelder dazu führen wird,

01:01:10: Hanna: dass wir als Menschen uns das Leben insgesamt leichter machen,

01:01:15: Hanna: leichter gut leben und am besten noch umweltfreundlich.

01:01:19: Hanna: Oder ob das am Ende dazu führt, dass sehr, sehr wenige mit dem Verkauf der Entwicklung sehr,

01:01:29: Hanna: sehr viel Geld generieren und am Ende es gar nicht dazu führt,

01:01:33: Hanna: dass es der Gesamtheit gibt.

01:01:36: Hanna: Besser geht oder dass wir als Gesellschaft davon profitieren,

01:01:39: Hanna: sondern dass es so auf, wisst ihr, was ich meine?

01:01:42: Hanna: Also dass am Ende irgendwie so ein paar Tech-Konzerne viel Geld generieren und

01:01:48: Hanna: wir nicht leichter unseren Job machen und trotzdem noch gut davon leben können,

01:01:52: Hanna: sondern vielleicht manche dann doch am Ende, also das ist wieder so ein dystopisches

01:01:57: Hanna: Szenario, aber manche am Ende dann vielleicht auch gar keinen Job mehr haben,

01:02:01: Hanna: weil sie vielleicht wirklich nicht gebraucht werden und man sie dann auch nicht

01:02:04: Hanna: bezahlen muss, wenn man sie nicht braucht.

01:02:06: Ingmar: Wir reden ja gerade über dieses Thema, als ob morgen die Roboter unsere Arbeit übernehmen.

01:02:12: Hanna: Ja, good point.

01:02:13: Ingmar: So ist es ja nicht, sondern wir gucken auf einen ganz langsamen Prozess.

01:02:17: Ingmar: Und ich glaube schon, dass wir in der fernen Zukunft in diese Utopie- oder Dystopie-Diskussion

01:02:24: Ingmar: noch weiter reinkommen.

01:02:25: Ingmar: Aber das in der Zwischenzeit. Und ich glaube, dass diese Zwischenzeit noch vor

01:02:29: Ingmar: allem in Deutschland Jahrzehnte gehen wird.

01:02:35: Ingmar: Und dass wir da, gerade was diese Menschlichkeit angeht, auf noch ganz andere

01:02:40: Ingmar: Herausforderungen blicken.

01:02:41: Ingmar: Nämlich, dass wir lernen müssen, mit Assistenz- und Unterstützungssystemen umzugehen.

01:02:47: Ingmar: So wie Piloten lernen mussten, mit Autopiloten irgendwie umzugehen.

01:02:52: Ingmar: Und es gibt deswegen nicht weniger Piloten.

01:02:56: Ingmar: Trotzdem sitzt in jeder dieser komischen Maschinen mit Tragflächen und irgendwie

01:02:59: Ingmar: Düsentriebwerken immer noch zwei Typen da vorne, die den an und aus machen und

01:03:04: Ingmar: die vor allem dafür da sind, einzugreifen,

01:03:08: Ingmar: wenn mit der Maschine was nicht stimmt, die nicht oder irgendwas eintritt,

01:03:13: Ingmar: was nicht in den Algorithmus irgendwie passt.

01:03:15: Ingmar: Und das finde ich ist nicht schwarz oder weiß, sondern das ist so eine Graustufe,

01:03:21: Ingmar: in die wir uns rein entwickeln, dass wir darauf gefasst sein müssen,

01:03:25: Ingmar: uns da rein entwickeln zu müssen oder zu können, dass wir da uns überlegen müssen,

01:03:30: Ingmar: was bedeutet das für unser Training, wenn es irgendwie,

01:03:33: Ingmar: jetzt gibt es ja schon Algorithmen gibt, die aus dem EKG oder aus dem prozessierten

01:03:39: Ingmar: EKG, was wir auf dem Monitor haben, die Rhythmusstörungen besser erkennen als wir.

01:03:44: Ingmar: Aber wir müssen irgendwie darauf vorbereitet sein für den Moment,

01:03:47: Ingmar: wo die Maschine ausfällt.

01:03:48: Ingmar: Und dann müssen wir es eigentlich besser können als je zuvor,

01:03:51: Ingmar: weil wir uns die ganze Zeit eben auf den Autopiloten verlassen.

01:03:55: Ingmar: Also das ist ein Effekt, der in der Luftfahrt schon beschrieben ist.

01:04:00: Ingmar: Dass Piloten durch mehr Assistenzsysteme eigentlich mehr Training brauchen und

01:04:06: Ingmar: nicht weniger, weil sie seltener in Notfallsituationen kommen,

01:04:10: Ingmar: die dafür aber extremer sind.

01:04:13: Ingmar: Und ich glaube, das ist was, was mich jetzt gerade in meiner Phase der Ausfahrt

01:04:19: Ingmar: und Weiterbildung irgendwie beschäftigt, wie ich mich da positioniere, wie ich damit umgehe.

01:04:25: Ingmar: Neben Assistenzsystemen zu funktionieren auf einem Niveau, das mindestens so gut ist wie vorher.

01:04:32: Clemens: Na gut, bislang musst du ja nicht neben allzu vielen Assistenzsystemen funktionieren,

01:04:36: Clemens: weil es gibt einfach nicht allzu viele, die du wirklich schon anwenden kannst in der Klinik.

01:04:40: Ingmar: Aber ich glaube, das ist was, was sich relativ zügig ändern wird.

01:04:44: Clemens: Das könnte sich ändern.

01:04:44: Ingmar: Von Arztbriefschreibungen über...

01:04:47: Clemens: Der schwere Notfall beim Arztbriefschreiben. Ja, auf den musst du vorbereiten.

01:04:51: Ingmar: Die Notfallverlegung ist... Ja, aber ich glaube, solche Sachen sind das.

01:04:57: Ingmar: Also EKG-Rhythmik, Vorhersagen von irgendwelchen hämodynamischen Ereignissen,

01:05:01: Ingmar: das sind ja Dinge, die gibt es ja jetzt schon.

01:05:03: Ingmar: Die sind jetzt irgendwie in der Anwendung und die findest du auf den Fluren.

01:05:09: Hanna: Das heißt, es wäre eigentlich großartig, wenn die Arbeitszeit,

01:05:12: Hanna: die durch Assistenzsysteme potenziell frei würde, in intensivere Trainings für

01:05:19: Hanna: den Fall des Ausfalls von diesem System gesteckt würde.

01:05:23: Ingmar: Also ich glaube, dass sich der Arbeitsplatz verändert.

01:05:29: Ingmar: Also dass deine menschliche Fähigkeit ist halt nicht,

01:05:34: Ingmar: die eine generische Narkose zu betreuen, sondern irgendwie die Narkose dann

01:05:39: Ingmar: zu übernehmen, wenn der Strom ausgefallen ist und der OP halb unter Wasser steht.

01:05:44: Clemens: Das brennt.

01:05:45: Ingmar: Und es brennt. Alles gleichzeitig. Weil dafür sind die Algorithmen nicht trainiert.

01:05:53: Ingmar: Dann braucht es irgendwie Freestyle.

01:05:54: Clemens: Ich glaube aber, was man auch auf der anderen Seite braucht,

01:05:56: Clemens: ist ja ein Verständnis für diese Technik, die halt jetzt in die Klinik kommt

01:06:01: Clemens: oder kommen wird vielleicht.

01:06:03: Clemens: Und das sehe ich noch nicht so ganz, dass das jetzt in der medizinischen Ausbildung

01:06:07: Clemens: einen großen Stellenwert hat.

01:06:09: Clemens: Ob ihr das anders seht, aber jetzt, wenn man so im Curriculum schaut,

01:06:13: Clemens: für die Studierenden oder auch für Assistenten, Technik und so weiter,

01:06:19: Clemens: ganz unabhängig jetzt von KI.

01:06:21: Ralf: Das Druckermodul fehlt.

01:06:22: Clemens: Da kommt der nicht so richtig vor, oder?

01:06:24: Ingmar: Ja, Technologie insgesamt hat da irgendwie keinen hohen Stellenwert,

01:06:28: Ingmar: aber das steht im krassen Gegensatz zu zum Beispiel diesen Krankenhausgebietsreformen

01:06:34: Ingmar: oder was auf legislativer Ebene passiert,

01:06:39: Ingmar: wie da Assistenzsysteme gepusht werden, wie Telemedizin oder was ich einfach

01:06:45: Ingmar: auch jetzt pauschal in diesen Bingo-Topf mit reinwerfe.

01:06:48: Ingmar: Und wie das gepusht wird. Auf der anderen Seite aber die Nachwuchsförderung,

01:06:53: Ingmar: Erziehung, das Training.

01:06:55: Clemens: Erziehung.

01:06:56: Ingmar: Erziehung. Und dann noch nicht mit nachziehen können.

01:07:00: Ralf: Meine Sorge ist so ein bisschen, dass es bei uns nicht so laufen wird wie in der Luftfahrt.

01:07:04: Ralf: Dass man nicht sagt, wir haben die zwei Leute, die wir vorher schon hatten und

01:07:08: Ralf: haben jetzt noch eine Unterstützung für die zwei, sondern dass man...

01:07:12: Clemens: Welche wird rationalisiert?

01:07:14: Ralf: Möglicherweise, weil das Gesundheitssystem nicht so gut läuft wie die Fluglinien.

01:07:18: Clemens: Die Alternative ist ja auch, dass es die Leute vielleicht gar nicht mehr gibt,

01:07:21: Clemens: wegen demografischem Wandel etc.

01:07:24: Ingmar: Und in der Luftfahrt hattest du früher auch mehr Leute, hattest du noch einen Ingenieur dabei.

01:07:28: Ralf: Nur abhängig von der Maschine.

01:07:29: Ingmar: Ja, aber es waren grundsätzlich mehr Menschen, also auch da sind es weniger

01:07:34: Ingmar: Leute pro transportiertem Passagier irgendwie geworden.

01:07:38: Ingmar: Das war jetzt alles bisher ziemlich abstrakt und wie wir glauben extrem oberflächlich.

01:07:45: Ingmar: Und leicht verständlich. Ralf hat noch ein paar konkrete Anwendungen von,

01:07:51: Ingmar: ich weiß gar nicht, wie es jetzt nennen soll, Machine Learning?

01:07:53: Ralf: Deep Learning.

01:07:54: Ingmar: Deep Learning.

01:07:55: Ralf: Nennen wir es Deep Learning in dem Fall.

01:07:56: Ingmar: Wenn es richtig deep ist. Richtig deep. Ja, dann machen wir den Deep Dive ins Deep Learning.

01:08:02: Ralf: Das Spannende dabei ist, dass bei diesen Sachen oder beim Deep Learning,

01:08:07: Ralf: Machine Learning manchmal Informationen in Dingen drinstecken,

01:08:09: Ralf: von denen wir als Menschen nie auf die Idee gekommen wären, dass diese Informationen

01:08:12: Ralf: da drin stecken könnten.

01:08:14: Ralf: Wir fangen mit so einem leicht Anästhesie-Fern-Beispiel noch an und machen da

01:08:19: Ralf: so ein, zwei Studien noch hintendran,

01:08:21: Ralf: in Anführungsstrichen, und zwar der Augenhintergrund, wo wir nur eine ganz vage

01:08:25: Ralf: Idee davon haben, was da eigentlich wirklich meistens so ist,

01:08:28: Ralf: wenn wir nicht irgendwie gut in der Augenheilkunde aufgepasst haben.

01:08:31: Ralf: Aber es gab zum Beispiel in Nature Biomedical Engineering von 2018 eine Studie

01:08:37: Ralf: Prediction of Cardiovascular Risk Factors, einfach nur vom Augenhintergrund.

01:08:41: Ralf: Die haben Bilder von Augenhintergründen in rauer Menge durch ein Deep Learning Netz laufen lassen,

01:08:48: Ralf: konnten das Alter relativ gut vorhersagen, das biologische Geschlecht,

01:08:52: Ralf: den Blutdruck und auch irgendwie Major Adverse Cadillac Events mit einer Wahrscheinlichkeit bzw.

01:08:59: Ralf: Einer Area Undercurve von 0,7%.

01:09:02: Ralf: Also tatsächlich diese Sachen wirklich sehr gut sehen. Das ist irgendwie nett,

01:09:05: Ralf: aber damit haut man glaube ich noch niemanden so richtig komplett um.

01:09:09: Ralf: Was aber zum Beispiel deutlich krasser ist, in Lancet ist auch wieder ein Deep

01:09:14: Ralf: Learning Algorithmus publiziert worden,

01:09:16: Ralf: da habe ich das Jahr jetzt tatsächlich gar nicht da, wo so knapp 220.000 Bilder aus Südkorea,

01:09:22: Ralf: Singapur und dem Vereinigten Königreich auch wieder Augenhintergründe reingeschmissen

01:09:28: Ralf: wurden und man ein Scoring entwickelt hat, um so ein bisschen die Kalsifizierung

01:09:32: Ralf: von den Koronarien abzubilden.

01:09:35: Ralf: Und Ergebnis von dieser ganzen Sache, dieser Score ist besser als jeder klinische

01:09:40: Ralf: Parameter, den wir jetzt bisher so haben.

01:09:42: Ralf: Alter, Nikotin, familiäre Vorbelastung etc.

01:09:45: Ralf: Das ist jetzt auch nicht so überraschend, aber was irgendwie schon ganz fetzig

01:09:48: Ralf: ist, der ist gleichzusetzen von seiner Qualität eines Cardio-CTs.

01:09:54: Ralf: Und damit kann man zum einen natürlich ein bisschen Stahlendosis sparen Und

01:09:58: Ralf: zum anderen, wenn man irgendwo, und das ist das, was ich früher schon mal gesagt habe.

01:10:03: Ralf: Irgendwo ist in einem Land oder in einer Region, wo man keinen Zugriff hat auf

01:10:07: Ralf: ein Cardio-CT und das aber trotzdem aus irgendeinem Grund wissen müsste und

01:10:09: Ralf: man kann aus irgendeinem Grund jetzt auch nicht kathetern oder will nicht kathetern,

01:10:13: Ralf: hat aber jemanden, der ein Augenhintergrundfoto machen kann,

01:10:16: Ralf: dann könnte man das ja, wenn man das App-basiert durchs Internet laufen ließe,

01:10:21: Ralf: tatsächlich eine ganze Menge über den Koronarien-Status dabei herausfinden.

01:10:24: Ralf: Ähnliches im Prinzip tatsächlich auch wieder Augenhintergrund für das Vorliegen von der GFR von unter 60.

01:10:32: Ralf: Also im Prinzip chronische Nierenerkrankungen auch am Augenhintergrund zu sehen.

01:10:37: Ralf: Es ist mit knapp 5200 Patienten auch in Lancet publiziert. Also auch wirklich verrückt.

01:10:43: Ralf: Und das ist jetzt so ein bisschen so ein Vielstudien nacheinander,

01:10:47: Ralf: aber im Prinzip geht es uns ja nur darum zu zeigen, was kann das Ganze eigentlich.

01:10:51: Ralf: Das EKG wäre jetzt was, wo wir wirklich mal häufiger mit zu tun haben.

01:10:54: Ralf: Für uns kommen da Informationen raus wie Sinusrhythmus oder nicht.

01:10:58: Ralf: Für Hypertrophiezeichen, Blockblöcke, Erregungsrückbildungsstörungen, irgendwie so.

01:11:05: Ralf: Solche ganzen Dinge. Aber es steckt, wie erwartet, auch wieder viel mehr da drin.

01:11:10: Ralf: Auch eine Studie, die in Lancet publiziert wurde, multizentrisch knapp 58.000

01:11:16: Ralf: EKGs mit der Frage, kann man am EKG eine Anämie sehen?

01:11:20: Ralf: Die haben Anämie definiert als ein HB von weniger als 10 Gramm pro Deziliter

01:11:26: Ralf: und ja, Sensitivität war 89% und Spezifität 81% und ein negativer,

01:11:33: Ralf: prädiktiver Wert war tatsächlich bei 99%.

01:11:35: Ralf: Also wenn das Gerät behauptet hat, in diesem EKG ist keine Anämie zu sehen,

01:11:41: Ralf: dann war da auch keine und man braucht dafür nicht ein 12-Kanal-EKG,

01:11:45: Ralf: sondern auch ein 1-Kanal-EKG reicht aus.

01:11:47: Ralf: Und das bietet auch wieder so ein bisschen die Möglichkeit, so mit Smartwatches

01:11:51: Ralf: beispielsweise Prävention zu betreiben.

01:11:54: Ralf: Wenn ältere Damen und Herren bei uns eine Smartwatch hätten,

01:11:58: Ralf: dann könnten die vielleicht, bevor die irgendwie kreislaufkollabieren-mäßig

01:12:02: Ralf: darauf hingewiesen werden, dass sie eigentlich ein Nehmen sind,

01:12:04: Ralf: dass man vielleicht mal ins Krankenhaus gehen sollte und schauen sollte,

01:12:06: Ralf: woran liegt das denn eigentlich? oder noch konkreter, wenn man will.

01:12:09: Ralf: Wir sind im OP-Saal, machen Narkose und haben lange keine BGA mehr gemacht und

01:12:13: Ralf: irgendwie sind wir irgendwie gerade heute auch am schlechten Tag und gucken

01:12:17: Ralf: nicht so gut, wie viel Blut im Sauger ist.

01:12:19: Ralf: Und das läuft schon seit vier, fünf Stunden. Da kann uns theoretisch auch ein Alarm.

01:12:23: Clemens: Also wenn du rausgegangen bist.

01:12:25: Ingmar: Wenn es seit vier bis fünf Stunden blutet.

01:12:27: Ralf: Dann könnte der AW niedrig sein.

01:12:29: Ingmar: Dann hoffen wir mal, dass das EKG uns das noch verrät.

01:12:33: Ralf: Wenn sonst keiner mehr aufpasst. also das soll am Ende des Tages nur ein Beispiel sein,

01:12:39: Ralf: was da geht. Also es gibt auch tatsächlich Dieplung-Algorithmen,

01:12:43: Ralf: die aus dem EKG auch Pumpfunktionen rausholen können und Füllungsdrücke.

01:12:49: Ralf: Also die Liste geht am Ende des Tages lang, lang, lang, lang weiter und vieles

01:12:54: Ralf: ist irgendwie publiziert dazu, ist alles spannend.

01:12:57: Ralf: Das meiste davon ist eben noch nicht jetzt irgendwie in der zertifizierten Anwendung,

01:13:00: Ralf: aber so ist es eben mit der Forschung.

01:13:03: Ralf: Und vielleicht eine spannende Sache, die noch ein Problem so ein bisschen anspricht.

01:13:08: Ralf: Wir haben vorhin schon darüber gesprochen, ja, aus dem Röntgen-Thorax irgendwie

01:13:11: Ralf: ist es denkbar, dass die KI sieht, da ist was gebrochen oder hier ist eine Atelektase

01:13:18: Ralf: oder hier ist eine Atelektase vielleicht nicht, vielleicht eine sehr große Ergüsse etc.

01:13:23: Ralf: Aber kann auch wieder mit der Frage, kann man auch andere Sachen darin sehen?

01:13:27: Ralf: Auch das hat man sich angeguckt.

01:13:28: Ralf: Das war, ich weiß gar nicht mehr, ich habe es mir nicht aufgeschrieben,

01:13:30: Ralf: welches Journal das war.

01:13:32: Ralf: Im Prinzip auch publiziert und die haben sich die Frage nach Klappenwäzien gestellt,

01:13:37: Ralf: die man daran sehen kann.

01:13:38: Ralf: Da muss man ehrlicherweise sagen, das ist so ein bisschen nicht so perfekt von

01:13:42: Ralf: den statistischen Werten, die am Ende bei rausgekommen sind.

01:13:45: Ralf: Aber eine Sache, die sie halt eben auch gemacht haben in der Studie,

01:13:48: Ralf: ist sich anzuschauen mit sogenannten Saliency Maps.

01:13:53: Ralf: Ich hoffe, ich spreche es richtig aus. wo hat der Algorithmus hingeguckt im

01:13:57: Ralf: gemittelten Röntgen-Thorax-Bild, um diese Frage zu beantworten?

01:14:01: Ralf: Und das passt tatsächlich irgendwie schon ganz schön.

01:14:04: Ralf: Also man sieht dann praktisch den gemittelten Röntgen-Thorax, also der Röntgen.

01:14:08: Ralf: Röntgen-Torax-Durchschnitt aus all den in das Modell reingeflossenen Röntgen-Toraxes

01:14:14: Ralf: und dann wie so eine Heatmap oder wie so ein Syntigramm sieht man dann farbcodiert,

01:14:20: Ralf: wo aus Sicht des Algorithmus die Informationen drinstecken für die Aussage, die er dann trifft.

01:14:26: Ralf: Und das passt tatsächlich ganz gut.

01:14:28: Ingmar: Ja, danke Ralf.

01:14:32: Ralf: Wow.

01:14:34: Clemens: Ja, ich meine, wenn du jetzt coole Beispiele bringen willst,

01:14:37: Clemens: es gibt ja zum Beispiel auch für die Anästhesie vielleicht relevantere Dinge.

01:14:41: Clemens: Atemwegs, also Vorhersage eines schwierigen Atemwegs.

01:14:44: Ingmar: Aus dem Augenhintergrund.

01:14:46: Clemens: Was denn? Nee, eher Otroskopie.

01:14:51: Ralf: Aus dem DK.

01:14:52: Clemens: Nee, aber da gibt es zum Beispiel Untersuchungen, wo man Fotos von Patienten

01:14:56: Clemens: gemacht hat und es nur anhand des Fotos vorhergesagt hat.

01:14:59: Clemens: Funktioniert besser als mal am Party alleine zum Beispiel. Oder Stimmanalysen.

01:15:04: Clemens: Also wo man Stimme aufgenommen hat des Patienten und dann gesagt hat.

01:15:08: Ralf: Da würde ich mich interessieren, ob der Algorithmus wirklich so viel besser

01:15:11: Ralf: abschneidet als der Mensch.

01:15:12: Ingmar: Als ein Ralf.

01:15:13: Clemens: Bei der Vorhersage? Ja, ja, offensichtlich schon.

01:15:17: Clemens: Da gibt es ja einige Untersuchungen dazu, dass letztlich die Vorhersage des

01:15:21: Clemens: schwierigen Atemwegs wir eigentlich relativ schlecht drin sind,

01:15:24: Clemens: wenn man mal ehrlich ist.

01:15:25: Ralf: Also ich meine jetzt nicht einen klassischen Score wie bei einem Party.

01:15:28: Ralf: Ich meine jetzt so dieses...

01:15:29: Clemens: Du meinst im Allgemeinen das Feeling?

01:15:30: Ralf: Ja, das zwischen den Fingerspitzen, das Bauchgefühl. Also ich widerspreche dir jetzt nicht komplett.

01:15:37: Ralf: Ich finde nur, dass da ist die Information unter Umständen für uns offensichtlicher.

01:15:42: Clemens: Ja, ich hätte jetzt auch nur gesagt, ich meine, du sagtest ja auch in ressourcenlimitierteren

01:15:49: Clemens: Settings sowas anzuwenden, hätte ja einen gewissen Charme.

01:15:54: Clemens: Klar, an der Uniklinik, wo du jegliches Airway-Equipment im Zweifelsfall im

01:15:59: Clemens: nächsten Raum stehen hast oder im gleichen Raum,

01:16:01: Clemens: mag es jetzt nicht so ultra entscheidend sein wie, keine Ahnung,

01:16:06: Clemens: irgendwo, wo es das Zeug gar nicht gibt, also nicht mal physisch gibt.

01:16:10: Clemens: Und da ist es dann wahrscheinlich schon ganz cool, wenn man mit ziemlicher Sicherheit

01:16:13: Clemens: vorhersagen kann, ob jemand jetzt einen sehr schwierigen Atemweg hat oder nicht,

01:16:18: Clemens: um ihn dann, keine Ahnung, im Zweifelsfall zu verlegen oder sonst was zu machen

01:16:21: Clemens: und gar nicht erst dann zu fangen.

01:16:24: Clemens: Und da glaube ich eben nicht, dass der Mensch so super gut da drin ist,

01:16:28: Clemens: egal wie viel Erfahrung er hat, zum Beispiel sowas wie einen schwierigen Atemweg vorherzusagen.

01:16:33: Clemens: Ja, oft geht das. Ich meine, wenn jemand offensichtliche Risikofaktoren mitgebracht

01:16:39: Clemens: hat, dann ist das wahrscheinlich kein Problem zu sagen, ja, das wird möglicherweise schwierig.

01:16:43: Clemens: Aber man hat ja trotzdem immer mal wieder den Patienten, wo man dann sagt,

01:16:47: Clemens: da hätte ich jetzt nicht gedacht, dass das schwierig ist, sondern trotzdem schwierig.

01:16:49: Clemens: Einfach weil es anatomisch irgendwie so gebaut war, dass es dann halt schwierig war.

01:16:54: Clemens: Das ist ja auch jetzt nur ein fancy Beispiel, sage ich mal. Aber gerade für

01:16:58: Clemens: diese ressourcenlimitierten Bereiche bietet das, glaube ich,

01:17:03: Clemens: schon, also nicht nur Atemwegsvorhersagen, sondern alle möglichen Sachen,

01:17:07: Clemens: ein gewisses zusätzliches Sicherheitsnetz eigentlich, wenn man es konsequent

01:17:11: Clemens: anwenden könnte und würde. Also noch ist ja alles nicht zugelassen.

01:17:16: Ingmar: Und ich glaube, das geht ja nicht darum, besser zu sein als Ralf,

01:17:20: Ingmar: der erfahrene Anästhesist, sondern es geht darum, besser zu sein,

01:17:25: Ingmar: als nichts, weil du das Foto irgendwo machen kannst.

01:17:30: Clemens: Ja, oder Synergie.

01:17:32: Ingmar: Das heißt ja nicht, dass du ihn nicht trotzdem anguckst und dass dein Bauchgefühl nicht zählt.

01:17:36: Ingmar: Aber du kriegst halt den Patienten in deine Prämedikationsambulanz mit dem Hinweis,

01:17:42: Ingmar: der Algorithmus sagt, der wird schwierig.

01:17:46: Hanna: Das ist so ein bisschen wie bei den EKGs. Wir vertrauen ja auch nicht darauf,

01:17:49: Hanna: was da steht, sondern es hilft uns einfach vielleicht eine Entscheidung zu treffen. besser auszuwerten.

01:17:56: Clemens: Also genau so ist es ja auch. Diese Algorithmen sind halt noch nicht weit entwickelt

01:18:01: Clemens: genug, um sie allein anzuwenden, aber als Unterstützung, als Hinweis, als,

01:18:07: Clemens: zusätzliche Qualitätsebene sozusagen bieten sie wahrscheinlich schon ziemliche

01:18:11: Clemens: Vorteile, ne? Auf Dauer.

01:18:13: Ralf: Ja, ich lasse mich da ja gerne auch eines besseren in meinem Kopf war dieses

01:18:18: Ralf: can't intubate, can't ventilate Szenario so wahnsinnig selten.

01:18:22: Clemens: Ja klar.

01:18:23: Ralf: Also dass das beides nicht geht, dass dieser Algorithmus schon kaum noch...

01:18:26: Clemens: Es kommt ja auch darauf an, wie du den schwierigen Atemweg definierst. Das ist ja auch egal.

01:18:31: Clemens: Du kannst ja schon sagen, C und L2b ist schon schwierig gewesen oder so.

01:18:35: Clemens: Könnte man ja behaupten.

01:18:36: Ingmar: Haben wir noch Themen?

01:18:37: Clemens: Also ich hatte ja vorhin mal erwähnt, dass wir eigentlich alle das Gefühl haben,

01:18:41: Clemens: dass das in der medizinischen Ausbildung bisher,

01:18:44: Clemens: nicht dem Hype-Cycle entsprechend abgebildet wurde.

01:18:50: Clemens: Und solltet ihr jetzt Interesse bekommen haben, euch ein bisschen tiefer gehender

01:18:54: Clemens: mit dem Thema zu beschäftigen, dann wird unser Gestammel euch sicherlich nicht geholfen haben.

01:19:00: Clemens: Aber vielleicht habt ihr Bock bekommen, euch das mal im Detail anzuschauen.

01:19:04: Clemens: Ich habe jetzt mal eine völlig subjektive Liste erstellt mit Dingen,

01:19:08: Clemens: die ich selber ganz hilfreich finde, die sozusagen die Grundbegriffe einmal nochmal erklären.

01:19:12: Clemens: Da ist zum einen der KI-Campus, ich bin nicht ganz sicher, ich glaube,

01:19:17: Clemens: der ist im Zusammenhang mit der Charité auch entstanden.

01:19:20: Clemens: Da gibt es ein Modul Dr. Med. KI Basics und Clinics.

01:19:25: Clemens: Da ist quasi so ein Online-Degree, was man da machen kann, wo man sich die Grundbegriffe

01:19:30: Clemens: der KI in Bezug auf Medizin nochmal reinziehen kann.

01:19:35: Clemens: Und wenn man dann ein bisschen weiter sich in diese Machine Learning,

01:19:40: Clemens: Data Science, wie auch immer Welt vorgearbeitet hat, dann wird man irgendwann

01:19:44: Clemens: auch zum Beispiel über Kaggle stoßen, stolpern.

01:19:47: Clemens: Das ist quasi eine Online-Plattform, wo bestimmt,

01:19:51: Clemens: wenn man so will, kleine Wettbewerbe ausgetragen werden, wo es dann auch öffentlich

01:19:56: Clemens: zugängliche Datensätze gibt, an denen man sich ein bisschen die Finger schmutzig

01:19:59: Clemens: machen kann und gerade im medizinischen Bereich gibt es

01:20:04: Clemens: Also gibt es auch medizinische Datensätze, aber es gibt zusätzlich noch eine

01:20:07: Clemens: nette Online-Seite Physionet,

01:20:09: Clemens: physionet.org, da gibt es zum Beispiel intensivmedizinische Datensätze,

01:20:14: Clemens: die man sich frei verfügbar runterladen kann oder auch Röntgenbilder,

01:20:19: Clemens: CT-Bilder, solche Sachen, die halt anonymisiert da zur Verfügung gestellt werden

01:20:25: Clemens: und wo man dann einfach auch mal ein bisschen üben kann, auch selber,

01:20:30: Clemens: wenn man selber Lust darauf hat natürlich, mit solchen Daten zu arbeiten.

01:20:34: Clemens: Weil oft genug ist es ja in einem eigenen Laden dann doch etwas schwieriger, an Daten ranzukommen.

01:20:38: Clemens: Aus guten Gründen natürlich auch, aber das Internet hilft oft weiter.

01:20:44: Clemens: Ja, und gerade was so Tutorials und Online-Erklärungen und so weiter gibt,

01:20:49: Clemens: gibt es da einen ganzen Haufen.

01:20:50: Ingmar: Okay. Das war unser schneller und oberflächlicher Ritt durch die Welt des Maschinen,

01:21:01: Ingmar: die Künstliche Intelligenz-Learnings,

01:21:04: Ingmar: um einfach auf der gesellschaftlichen Welle mitreiten zu können oder das auch

01:21:09: Ingmar: einfach zu tun und da vielleicht Finger in Wunden zu legen und Interesse zu

01:21:13: Ingmar: wecken und um auch mal was anderes zu machen als das, was wir sonst tun.

01:21:17: Ingmar: Wir freuen uns, dass ihr vielleicht bis hierhin drangeblieben seid.

01:21:22: Ingmar: Wenn nicht, hören wir uns trotzdem beim nächsten Mal wieder mit einer klinischen Folge.

01:21:27: Ingmar: Vielen Dank und bis bald.

01:21:29: Ralf: Ciao.

01:21:30: Clemens: Tschüss.

01:21:31: Hanna: Tschüss.

Über diesen Podcast

Der Podcast aus der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Göttingen. Wir berichten über Aktuelles aus Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerzmedizin. Manchmal sprechen wir auch einfach über Dinge, die uns interessieren.
"Young Urban Anesthesiologists", kurz "YUAN" referenziert das Weiterbildungsformat der Abteilung, auch wenn wir weder besonders jung noch urban sind.

CME-Fortbildungspunkte für das Hören des Podcasts können über unsere Homepage beantragt werden.

von und mit Ingmar Finkenzeller (Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Göttingen)

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