Young Urban Anesthesiologists

Young Urban Anesthesiologists

Der Podcast der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Göttingen

Transkript

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00:00:00: Also ehrlich gesagt war ich ja jetzt ein paar Tage nicht mehr dabei hier,

00:00:03: ne? Mhm, du musst in das Mikro sprechen.

00:00:20: Willkommen zurück zur nächsten Folge des Young Urban Anesthesiologists Podcast

00:00:23: aus der Universitätsmedizin in Göttingen, aus der Klinik für Anästhesiologie.

00:00:27: Ich bin Ingmar und heute sitzen wirklich physikalisch neben mir Clemens und Ralf.

00:00:35: Das hatten wir schon lange nicht mehr, dass wir wirklich an einem Schreibtisch,

00:00:38: um einen Schreibtisch viel zu eng beieinander sitzen.

00:00:41: Ewig.

00:00:41: Ewig, genau. Clemens war lange nicht da und Ralf war lange weg,

00:00:44: aber es wird alles gut und besser.

00:00:48: Noch besser als es jemals war. Wir möchten uns heute über ein Blutdruckmedikament,

00:00:56: eine kreislaufstabilisierende Substanz unterhalten und damit diese Reihe der

00:01:00: Katecholamine und das Vasopressins fortsetzen.

00:01:03: Und wir dachten, heute könnte Milrinon und die Phosphodiesterase-Vertreter,

00:01:09: Phosphodiesterase-Hämmer, unser Thema sein.

00:01:13: Ich werde es die ganze Zeit falsch sagen, das ist so ein Wort,

00:01:16: was mir einfach nicht gut von der Zunge geht.

00:01:17: Milrinon.

00:01:18: Milrinon. Ich will das R und das N und so. Milniron sag ich nämlich die ganze Zeit. Milrinon.

00:01:24: Minirin.

00:01:25: Minirin.

00:01:26: Genau.

00:01:28: Jetzt zieht es euch alle sofort zu verwirren.

00:01:31: Das kommt vor und zautet Minirin.

00:01:35: Ich kann es ja jetzt schnell noch irgendwelche obskuren Phosphor-Diesterase-3 hermannen.

00:01:40: Und 5 und 11 und 4. Ja genau.

00:01:45: Jetzt hab ich wirklich Minirin drin. Denn Milrinon gehört zur Klasse der PDE3-Hämmer.

00:01:52: Und das zieht natürlich sofort eine

00:01:54: Folgefrage nach sich, was überhaupt Phosphodiesterasen eigentlich sind.

00:01:59: Um direkt ins Thema einzusteigen. Und Ralf hatte sich ins Pad reingeschrieben,

00:02:05: dass er das gerne machen wollte und erklären, was das ist.

00:02:08: Wir dachten, in der Folge machen wir, nur weil wir schon lange keine Folge mehr

00:02:13: aufgenommen haben und wir uns vor allem lange keine Folge mehr zum Thema Pharmakologie

00:02:19: aus den Fingern gesaugt haben.

00:02:23: Nochmal ein paar Basics und Phosphodiesterasen bieten sich da vielleicht an,

00:02:26: wo man so ein paar Dinge nochmal erklären kann.

00:02:29: Ja, vor allem ist das ja peinlich, wenn man irgendwie sagt, ja,

00:02:31: das ist ein Phosphodiesterase-3- oder Phosphodiesterase-5-Hämmer,

00:02:35: je nachdem, um was es jetzt geht.

00:02:36: Und dann so, ja, okay, und was machen Phosphodiesterasen? Und dann sagst du,

00:02:40: boah, im Physikum habe ich das vielleicht mal gewusst oder irgendwie so ganz

00:02:44: als Pharma mal begonnen hatte.

00:02:46: Und deswegen der kleine Reminder, also surprise, es sind Enzyme,

00:02:50: die intrazellulär sind und wer sich an die Folge erinnert, die wir über die

00:02:55: G-Protein, also unsere Einleitungsfolge gemacht haben, da haben wir das Ganze

00:02:58: schon mal so ein bisschen angeschnitten.

00:03:00: Also intrazelluläre Enzyme, die

00:03:03: zyklische Nukleotide wie CAMP oder CGMP defosforieren und inaktivieren.

00:03:10: Es war so, dass es ja drei Haupt-G-Protein-gekoppelte Rezeptoren gab,

00:03:15: die unterschiedliche Wirkungen hatten und zwei davon,

00:03:18: also es war GI und GS für inhibierend und stimulierend und die stimulieren oder

00:03:25: inhibieren die Adenilyaziklase, die ihrerseits wiederum aus ATP C-AMP macht.

00:03:32: Und das CRMP kann dann wieder weitere Sachen machen und ist auch in der Zelle

00:03:37: sozusagen aktiv und macht dann die Proteinkinase A und dann passieren weitere

00:03:43: Sachen, Energiestoffwechsel und Sinneswahrnehmung etc.

00:03:45: Aber vor allem solange das CRMP da ist, passiert das alles und die Phosphodiesterase

00:03:51: baut das CRMP ab und macht sozusagen, stoppt diesen Signalweg,

00:03:54: diesen Second Messenger und da setzen dann die Phosphodiesterase-Hämmer an.

00:04:00: Wissen wir, was die anderen Phosphodiesterasen machen?

00:04:03: Ja, es gibt so eine...

00:04:05: Also die 5 ist irgendwie bekannt.

00:04:07: Also ich glaube, die 4 ist am Schwellkörper und an der Keteris.

00:04:11: Ich habe übrigens gelesen, es gibt elf insgesamt, aber die hauptsächlichen,

00:04:16: wo wir dran bauen, sind drei und fünf.

00:04:18: Vielleicht kann man es einfach so sagen, wenn wir uns mit den PDE3-Hämmern beschäftigen,

00:04:23: dann muss es offensichtlich noch andere Phosphodiesterasen geben,

00:04:27: nämlich mindestens eins und zwei, aber es gibt auch vier und fünf und wahrscheinlich

00:04:31: sogar noch deutlich mehr.

00:04:33: Ja, wir haben bis zu elf gefunden in unseren Quellen.

00:04:37: Am Ende haben die alle ähnliche Wirkungen.

00:04:41: Nämlich hat häufig irgendwas mit einer Relaxation von Muskeln zu tun,

00:04:46: vor allem mit glatten Muskeln.

00:04:48: Und sie unterscheiden sich in den Orten, wo sie aufzufinden sind.

00:04:54: Ein Klassiker, den man vielleicht auch noch so landläufig kennt,

00:04:58: sind die PDE5-Hämmer, also die Hämmer der Phosphodiesterase Nummer 5.

00:05:03: Mit dem Sildenafil, was mal zur Behandlung des pulmonalen Hypertonus erfunden

00:05:09: wurde und dann aufgrund des, nennen wir es mal, attraktiven Nebenwirkungsprofils

00:05:14: auch andere Anwendungen hat.

00:05:16: Aber da geht es eben auch um die Relaxation von glatten Muskelzellen.

00:05:22: Genau, das ist PDE5. PDE4 kommt auch in der Asthma-Therapie oder in der Therapie

00:05:28: von Atemwegserkrankungen zum Einsatz. Und 1 und 2 habe ich vergessen.

00:05:32: Also 1 und 2, wenn man hier so schaut, scheinen auch verbreitet zu sein in Muskelgewebe,

00:05:38: Herz, Gehirn und anderen Geweben, was auch immer.

00:05:42: Und die Phosphodiesterase 2 ist wohl zusätzlich noch in den Nebennieren zu finden.

00:05:47: Und die haben zum Teil dann nicht nur CAMP, sondern auch C-GMP eben als.

00:05:53: Messenger, Mechanismus.

00:05:56: Naja, und was man noch sagen muss, bei den Phosphodiesterase-3-Hemmern,

00:06:00: die machen mehr oder weniger unterschiedliche Funktionen in den Muskelzellen,

00:06:07: in den glatten Muskelzellen und im Herzmuskel.

00:06:09: Im Herzmuskel führen sie eben dazu, dass mehr C, mehr Calcium da ist,

00:06:14: im Endeffekt sag ich mal, und dadurch wird eben die Genotropie gesteigert und

00:06:19: Und in den glatten Muskelzellen führen sie eher dazu, dass die Kalziumkonzentration abnimmt.

00:06:24: Und dadurch wirken sie dann eben vasodilatatorisch.

00:06:29: Wie immer mit diesen ganzen Medikamenten, da kommen wir später noch drauf,

00:06:33: gibt es meistens eine kleine Studie, die irgendwelche Tiere benutzt hat.

00:06:37: Und dann hat man gesagt, jetzt ist das so. Und seit 50 Jahren ist das deswegen so.

00:06:41: Und dann wird das so rezitiert.

00:06:43: Wenn es bei einer kleinen Gruppe von Hunden funktioniert hat, dann...

00:06:47: Unterarm. Unterarm. Weitere Gruppe von Unterarm. Ja.

00:06:50: Auch die. Also immerhin hat man hier ein paar Menschen auch irgendwie.

00:06:53: Teile von Menschen.

00:06:54: Ja, Teile von Menschen und manche Menschen auch wirklich sehr großzügig mit

00:06:58: Kathetern und Testsystemen versorgt.

00:07:00: Ja, wir können euch die Studie ja verlinken, wo sie diesen Unterarm behandelt

00:07:02: haben. Also verschiedene Unterarme von Menschen.

00:07:08: Gut, also letztlich, welche zwei Medikamente gibt es denn in der klinischen

00:07:11: Anwendung, was Phosphodiesterase-3-Hämmer angeht? Das ist ja insbesondere Milrinon und Enoximon.

00:07:19: Und es gibt auch noch ein paar andere Stoffe, die sind unter anderem nur beim

00:07:22: Hund zugelassen, laut Wikipedia.

00:07:25: Auf die wollen wir jetzt gar nicht so im Detail eingehen. Und man muss natürlich sagen,

00:07:29: das sind beides ja eben Stoffe, die angewendet werden, um die Endotropie zu

00:07:33: steigern und die also entsprechend hauptsächlich vorkommen in der Kardioanästhesie

00:07:38: und oder mal auf der Intensivstation.

00:07:40: Aber insgesamt ist es wahrscheinlich nicht gelogen zu behaupten,

00:07:44: dass sie eher selten eingesetzt werden, oder?

00:07:47: Im Verhältnis zu anderen kreislaufunterstützenden Medikamenten.

00:07:51: Gehört nicht zu den Medikamenten, die ich mir auf...

00:07:54: Standardmäßig für den Narkose aufzieht.

00:07:57: Oder die ich auf dem NEF regelmäßig vermisse.

00:08:00: Genau.

00:08:01: Das ist K9 Cardiothorgy. Da wird es viel benutzt.

00:08:07: Nee, aber auf der Intensivstation setzen wir vor allem das Enoximon,

00:08:10: so ein Handelsnamen Perfarn, doch ja, relativ häufig ein oder ich würde sagen regelmäßig ein.

00:08:18: Gerade bei so Nachmaschinen irgendwie, dass wir das da schon regelmäßig nutzen.

00:08:24: Also es gibt keinen Grund, warum es nicht Merinon ist, oder?

00:08:27: Nee.

00:08:28: Das ist einfach nur, das wird hier so gemacht.

00:08:30: Ja, ich glaube, das ist eine Frage der Standardisierung. Der Göttinger Pfeil ist halt das Enoximon.

00:08:36: Das ist das, was wir eben von den Kollegen aus der kardiochirurgischen Intensivmedizin

00:08:42: da am häufigsten irgendwie nutzen.

00:08:45: Perfalgan.

00:08:46: Perfalgan.

00:08:49: Das ist furchtbar, wenn die Namen so nah aneinander sind.

00:08:52: Ja, Minirin und Perfolgan sind heute.

00:08:57: Die große Kreislaufschelle.

00:09:02: Wir haben die Folge begonnen mit der Überschrift des Milrinons und sind dann

00:09:06: zu den Phosphodiesterase-3-Hämmern geschwenkt und haben dann gesagt,

00:09:10: dass es aus der Kategorie zwei oder in unseren Augen zwei wesentliche Substanzen

00:09:16: gibt, nämlich das Enoximon und das Milrinon.

00:09:20: Und das würden wir jetzt einmal kurz nebeneinander stellen, weil wir uns ja

00:09:24: eigentlich bei der Überschrift bleiben wollen und behaupten,

00:09:27: dass die Substanzen sich nur in kleinen Details unterscheiden,

00:09:29: aber die wesentlichen Grundlagen eigentlich die gleichen sind. Ja.

00:09:32: Was ja auch stimmt. Also letztlich sind die Phosphodiesterase-3-Hämmer für die

00:09:36: Behandlung der akuten Herzenssuffizienz,

00:09:38: die anderweitig nicht einstellbar ist, zugelassen zum Beispiel auch beim Low-Output-Syndrom

00:09:44: nach einer Herz-Lungen-Maschine und beispielsweise auch zum Bridging vor Herztransplantation.

00:09:50: Wobei man da eben einschränkend dazu sagen muss, die maximale Anwendungsdauer

00:09:55: beim Enoximon ist 48 Stunden, wofür es zugelassen ist und beim Myrinon bis zu 5 Tage.

00:10:02: Darüber hinaus gibt es Studien, die gezeigt haben,

00:10:05: dass insbesondere bei der längeren Anwendung von Phosphodiesterase-3-Hämmern

00:10:09: es zu einem allmählichen Wirkungsverlust eben kommt und die Patienten deutlich

00:10:15: häufiger versterben als ihre Counterparts,

00:10:18: die es nicht bekommen haben. Wobei man nicht so genau weiß, woran das liegt.

00:10:21: Da gibt es ein nettes New England Journal Paper, wo man das oral gegeben hat

00:10:25: und wo man also Myrinon und gesehen hat, oh je, da sterben die viel mehr.

00:10:29: Aber Ralf wird euch gleich noch ein bisschen was genaueres dazu sagen.

00:10:33: Ansonsten, so wie Ingmar gesagt hat, unterscheiden sich Enoximon und Myrinon

00:10:37: eigentlich nur marginal.

00:10:39: Wirkungseintritt nach Bolusgabe sind in beiden Fällen zwei bis fünf Minuten.

00:10:44: Die Hauptelimination ist im Prinzip renal, wobei Enoximon auch noch ein bisschen

00:10:49: hepatisch mit eliminiert wird. und die Halbwertszeit ist vier bis sechs Stunden

00:10:55: bei Onoxymone und zwei bis drei Stunden bei Myrinone.

00:10:59: Ansonsten muss man sagen, ist es mehr oder weniger der gleiche Gig, oder?

00:11:05: Okay, das war eigentlich schon eine goldene Brücke, glaube ich,

00:11:08: zu Ralfs Spezialgebiet, dem Latme-Schema.

00:11:14: Clemens Freund, ich habe weiß ich schon ein paar, ein Sneak-Peak.

00:11:18: Schon mal alles vorweggenommen.

00:11:20: Preview.

00:11:22: Ja, Spoiler würde ich eher sagen, oder?

00:11:24: Nein, nein, das war eine Anfütterung.

00:11:27: Wenn die Leute jetzt richtig heiß sind auf die Halbwertszeit.

00:11:30: Eben. Naja, einen Unterschied habe ich noch vergessen, der auch interessant

00:11:35: ist und zwar Enoximon kann wohl Thrombopenin machen und das ist bei Myrinon

00:11:39: wohl nicht der Fall das heißt,

00:11:41: da hat es einen kleinen Vorteil sogar, muss man sagen Ich.

00:11:45: Finde ja Myrinon eh viel cooler Ja.

00:11:47: Gut, in Bayern findet man das eh besser.

00:11:51: Zum Latme-Schema Die Liberation hat die Möglichkeiten, da geht es um die Möglichkeiten,

00:11:57: wie wird es unseren Patienten mit den Patienten verabreichen können.

00:12:01: In den meisten Fällen wird es der IV-Weg sein.

00:12:06: Inhalativ ist auch eine Möglichkeit, wenn ich das richtig verstehe,

00:12:08: ist das aber eigentlich nicht so gedacht.

00:12:11: Also Off-Label mit einem kleinen, das kann auch falsch sein,

00:12:15: dass es nicht so gedacht ist, aber man kann es auf jeden Fall machen und es wird so gemacht.

00:12:21: Und auch per Us, auch wenn das heutzutage nicht mehr ganz um den Trend liegt

00:12:25: und warum, das kommt jetzt gleich praktisch im nächsten Teil,

00:12:29: Im A, nämlich die Absorption,

00:12:31: da ging es ja letztendlich immer darum, wie, also in welcher Geschwindigkeit

00:12:35: und Konzentration erscheint ein Pharmakon im systemischen Kreislauf,

00:12:39: wenn es zum Beispiel POs gegeben wurde, im Vergleich zur IV-Gabe,

00:12:43: wo es ja direkt 100% ist. ist.

00:12:46: Die Bioverfügbarkeit ist dann ein großes Thema bei dieser ganzen Frage.

00:12:51: First-Pass-Effekt, Fähigkeit zur Passage vom Membran, also wie lipophil ist das Ganze.

00:12:57: Und überraschenderweise, im Gegensatz zum Beispiel zu den Katecholaminen,

00:13:00: die wir vorher hatten, ist Myrionon recht gut bioverfügbar.

00:13:05: Das hat man 1984 mal getestet und man hat 39 gesunde Männer.

00:13:12: Genommen und den Doppelblind blind kontrolliert Myrinonen entweder oral oder

00:13:19: IV gegeben und die Bioverfügbarkeit war bei 92 Prozent, also wirklich gut.

00:13:26: Dann hat man sich gedacht, Mensch, das könnte man ja eigentlich auch nochmal,

00:13:31: dann wäre das nicht auch schön, wenn die Leute einfach eine Tablette nehmen

00:13:36: können für ihre Herzinsuffizienztherapie zusätzlich zu dem, was sie bekommen. kommen.

00:13:41: Und auch das hat man sich angeschaut und 1.088 Patienten letztendlich mit Herzinsuffizienz

00:13:47: Nühe 3 bis 4 genommen, hat denen auch Doppelblind-Myelinonen 40 mg pro Tag als Tablette gegeben,

00:13:53: plus die restliche Herzinsuffizienz-Therapie und da kam dann leider genau das

00:13:58: raus, was Clemens schon erwähnt hat, dass.

00:14:02: In der kontinuierlichen chronischen Gabe, wenn man so will, die Mortalität generell

00:14:09: steigt, um 28 Prozent, und die Mortalität aufgrund kardiovaskulärer Ursache

00:14:13: um 34 Prozent sogar gestiegen ist.

00:14:16: Deswegen per Ausgabe grundsätzlich möglich, aber keine gute Idee.

00:14:20: Nee, das lief nicht so gut, ne?

00:14:22: Aber es ist nicht klar, warum das nicht gut lief. Nee.

00:14:24: Weiß man nicht.

00:14:25: Weil die Bioverfügbarkeit ja nahe liegt, dass es eigentlich gut funktionieren

00:14:28: sollte. Aber es scheint irgendwie einen toxischen einen Mechanismus zu geben.

00:14:31: Auf Dauer halt.

00:14:32: Ja, ich, ich, ich, jetzt postulieren wir natürlich, ich glaube,

00:14:36: es ist einfach nichts, was eine Langzeittherapie ist.

00:14:38: Also einfach per Definition nicht. Ich glaube, daran liegt das Problem.

00:14:41: Das ist alles nur so ein kleines Bridging to Verbesserung aus irgendeinem anderen Grund.

00:14:46: Das ist mein, meine persönliche, mein persönliches Verständnis davon,

00:14:51: dass es einfach langfristig nicht gut ist.

00:14:53: Okay.

00:14:55: Bitte auch, falls jemand es besser weiß als wir, korrigiert uns.

00:14:59: Aber das ist mein Verständnis. davon, weil du möchtest ja auch,

00:15:02: ich meine, wie, Merinon war was, fünf Tage zugelassen und...

00:15:06: Bis zu fünf Tage, ja.

00:15:07: Und Enoximon noch kürzer nur.

00:15:09: Enoximon 48 Stunden.

00:15:10: Ich meine, das ist ja recht kurz.

00:15:13: Das ist recht kurz, ja.

00:15:15: Und ich glaube, in den meisten Fällen wird es sogar wahrscheinlich,

00:15:18: man weiß es nicht so genau, aber letztendlich liegt es, glaube ich,

00:15:21: nicht per se an der Per-Ausgabe, glaube ich. Das ist so mein Verständnis davon.

00:15:25: Es geht einfach nur darum, dass man das nicht die ganze Zeit machen soll.

00:15:28: Also möchtest du jetzt Bioverfügbarkeit nochmal kurz als kleinen Refresher für all diejenigen, die….

00:15:34: Gerne. Also die Bioverfügbarkeit ist letztlich der Anteil des Medikaments,

00:15:38: der unverändert in den systemischen Kreislauf gelangt und eben für eine Wirkung zur Verfügung steht.

00:15:45: Und berechnet sich über das Verhältnis der Flächen unter den Plasmaspiegelzeitverläufen,

00:15:53: also Area Under the Curve, nach oraler versus intravenöser Gabe und ist eben

00:16:00: besonders relevant, so wie wir es ja gerade gesagt haben, eben bei oralen Medikamenten,

00:16:05: weil alles, was man runterschluckt, muss ja nicht unbedingt gleich im systemischen

00:16:08: Kreislauf auftauchen. Und das ist ja auch ein sehr wichtiger Punkt,

00:16:12: Das liegt auch, das hast du ja gerade schon erwähnt, natürlich am First-Past-Effekt,

00:16:15: also Metabolismus in der Leber und das führt bei vielen Medikamenten eben dazu,

00:16:21: dass die systemische Aufnahme deutlich reduziert ist und das Medikament vorher

00:16:26: umgewandelt, metabolisiert und eliminiert wird.

00:16:29: Ja, und die praktische Bedeutung ist natürlich, dass wenn man eine geringere

00:16:34: orale Bio-Verfügbarkeit hat, eben mehr von einem Medikament schlucken muss,

00:16:39: als man es zum Beispiel IV geben würde, um ähnliche Effekte zu erreichen.

00:16:43: Oder man kann es sogar gar nicht oral geben, weil es einfach keine orale Bio-Verfügbarkeit

00:16:49: hat und deswegen eben gar nicht wirkt, wenn man es nur als Tablette einnimmt.

00:16:53: Ja, das nur als kleinen Refresher für alle Leute, die so wie ich lange nicht

00:16:57: mehr im Podcast dabei waren. Genau.

00:16:59: Mir wäre auch wichtig, dass wir immer über orale Bio-Verfügbarkeit sprechen

00:17:03: und dass es sowas wie eine IV-Bio-Verfügbarkeit einfach nicht gibt.

00:17:08: Also alles, was du halt IV gibst, ist damit bio-verfügbar.

00:17:12: Das heißt, da gibt es keine Einschränkungen.

00:17:15: Der Quotient geht halt immer so rum, dass oral durch IV geteilt wird.

00:17:21: Weil.

00:17:22: IV halt immer, es wird durch 1 geteilt sozusagen.

00:17:24: IV ist sozusagen die Normierung auf 100% oder 1,0.

00:17:27: Genau.

00:17:29: Kommen wir zum nächsten Buchstaben, dem D, Distribution oder Verteilung,

00:17:33: da gibt's die Plasman-Protein-Bindung, also wie sehr wird dieses Medikament

00:17:39: oder irgendein Medikament an Plasman-Proteine gebunden, als deine Erinnerung

00:17:42: bei Propofol war, die immer sehr hoch, also weit über 90%.

00:17:45: Für Myrinon habe ich Angaben zwischen 70% und 91% gefunden.

00:17:50: Und das Verteilungsvolumen, was letztendlich auch wieder so ein bisschen mit

00:17:55: der Lipophilie in Zusammenhang steht oder der Hydrophilie, je nachdem,

00:18:00: ist bei 0,38 Liter pro Kilogramm Körpergewicht.

00:18:04: Das ist immerhin mal weniger als das eigentliche Volumen oder es können Verteilungsvolumine

00:18:11: existieren für Medikamente, die größer sind als der Patient selbst oder die

00:18:15: Patientin selbst. selbst. Und das ist immer immer kleiner.

00:18:18: Also um das so ein bisschen einzuordnen.

00:18:20: Hattest du noch was als Refresher dazu? Na.

00:18:24: Gut, letztlich das Verteilungsvolumen ist ja so, wie du gerade schon gesagt

00:18:28: hast, eben ein virtueller Raum.

00:18:30: Also das ist nicht wirklich irgendein Kompartiment im Körper,

00:18:33: in dem sich das Medikament verteilt.

00:18:35: Aber es geht eben an, wie gut sich ein Medikament im Körper verteilen kann.

00:18:40: Und ein großes Verteilungsvolumen deutet eben darauf hin, dass dass sich das

00:18:45: Medikament hauptsächlich außerhalb des Blutkreislaufes aufhält,

00:18:49: also zum Beispiel im Fettgewebe.

00:18:52: Und ein kleines Verteilungsvolumen deutet eben an, dass es hauptsächlich im Blutkreislauf ist.

00:18:59: Das wiederum hat Einfluss auf Halbwertszeiten des Medikaments und natürlich

00:19:03: dann auch entsprechend darauf, wie oft man zum Beispiel nachdosieren muss oder

00:19:06: wie hoch man überhaupt erstmal anfänglich einsteigen muss.

00:19:12: Das so als Kurzfassung.

00:19:14: Okay, kommen wir zu Buchstaben Nummer 4. M für Metabolisierung.

00:19:19: Wie wird das Ganze zum Beispiel in der Leber verstoffwechselt?

00:19:24: Da gibt es diese zwei Phasen der Biotransformation.

00:19:26: Phase 1 Reaktion, wo polare Metabolite geschaffen werden.

00:19:30: Da sind diese Zytokrom 450 Systeme von Bedeutung.

00:19:36: Eine Hydrolyse kann da sein. Und die Phase 2 ist dann in der Regel diese Konjugatsreaktion.

00:19:41: Also eine Kopplung des Metaboliten mit Glykoronsäure oder anderen Dingen,

00:19:48: um es dann sozusagen noch weiter ausscheidbar zu machen.

00:19:51: Letztendlich habe ich dazu nicht sehr viel gefunden.

00:19:55: Die Leber macht ein bisschen was und bildet so ein O-Glucoronid-Metabolit aus Merinonen.

00:20:03: Und es gibt laut tierexperimentellen Studien zwei oxidative Wege,

00:20:06: die am Metabolismus von Merinonen beteiligt sind.

00:20:10: Aber man muss sagen, und das ist auch so ein kleines bisschen schon fast die

00:20:12: Überleitung zur Elimination, die Leber macht da gar nicht so viel mit.

00:20:17: Also das meiste wird praktisch von der Niere direkt wieder ausgepinkelt in der

00:20:23: Form, wie es im Blut vorlag.

00:20:26: Also es wird hauptsächlich renal eliminiert. Wir sind jetzt schon zu dem E rübergesprungen

00:20:31: in diesen Zwischensätzen.

00:20:34: 60% der Dosis, wenn sie gegeben wurde, ist nach 2 Stunden schon wieder rausgepinkelt

00:20:39: bei gesunden und 90% von 8 Stunden.

00:20:45: Und ein kleiner Teil eben als O-Glucoronid. Gut. Dann hätten wir das Land...

00:20:53: Plasmaproteinbindung hattest du erzählt, ne? Okay, weil dann können wir das

00:20:56: ja auch nochmal ganz kurz recappen sozusagen.

00:20:59: Letztlich die Plasmaproteinbindung Nur als kleine Refresher auch wieder, es gibt an,

00:21:06: wie gut sich ein Medikament an Proteine im Blutplasma bindet,

00:21:09: also in den meisten Fällen eben an Albumin und gebundene Medikamente sind eben

00:21:15: nicht aktiv und können also entsprechend auch nicht an ihre Wirkorte gelangen

00:21:19: und je höher die Bindung,

00:21:21: desto weniger vom freien aktiven Medikament ist also im Blutkreislauf verfügbar.

00:21:25: Und das ist eben in der Praxis deswegen wichtig, weil das natürlich die Wirkdauer

00:21:29: beeinflussen kann und weil man auch aufpassen muss,

00:21:33: dass bestimmte Medikamente miteinander konkurrieren um die Proteinbindung und

00:21:39: eben dadurch unter anderem von den Plasmaproteinen vertrieben werden können.

00:21:45: Und dann natürlich auch mehr Wirkung entfalten.

00:21:47: Wirkung ist das nächste Stichwort, glaube ich. Wir hatten ganz am Anfang schon

00:21:50: gesagt, dass das Medikamente sind, die wir in der Herzinsuffizienz einsetzen.

00:21:55: Und dann kommen wir zu einer weiteren Überschrift. Und das ist die des Inodilatators,

00:22:00: weil die PDE3-Hämmer sich auszeichnen durch zwei Haupteigenschaften.

00:22:07: Das eine ist eine Inotropie steigernde Wirkung.

00:22:10: Und das zweite ist eine Vasodilatierende Wirkung. Und von diesen beiden Eigenschaften

00:22:16: erhofft man sich eben eine Stabilisierung in zum Beispiel einem kardiogenen

00:22:20: Schock oder in einer Postkardiotomie, Postmaschinen Situation.

00:22:24: Und hier ergibt sich dann auch eine Parallele oder die Frage.

00:22:32: Was es eigentlich zum Beispiel von der Wirkung vom Dobutamin unterscheidet,

00:22:36: was ja in die gleiche Kategorie der Inodilatatoren mitrutscht.

00:22:39: Wenn man sich überlegt, was ein Inodilatator macht, nämlich Inotropie und Vasodilatation,

00:22:46: ist die Frage, in welchem Verhältnis macht es das eigentlich?

00:22:49: Und hier unterscheiden sich das Dobutamin und die PDE3-Hämmer.

00:22:54: Und das zweite ist die Geschwindigkeit oder die Steuerbarkeit,

00:22:58: mit der das Ganze möglich ist, ist die zweite große Sache.

00:23:02: Also wenn jemand eine PDE3-Hämmerinfusion bekommt oder vielleicht sogar eine

00:23:08: orale Gabe für eine kurze Zeit, dann steigt die Inotropie, die Herzkraft,

00:23:15: die Auswurfleistung wird hoffentlich damit ein bisschen besser.

00:23:18: Aber gleichzeitig kommt es zu einer Vasodilatation, beziehungsweise die setzt

00:23:22: ein bisschen langsamer ein,

00:23:24: sodass am Ende der kombinierte Effekt von diesen beiden Wirkungen wahrscheinlich

00:23:28: ein gewisser Abfall des mittleren arteriellen Druckes sein wird.

00:23:34: Und das tritt eben innerhalb von wenigen Minuten, zwei bis fünf Minuten ein

00:23:39: und hört mit dem Ausklingen der Halbwertszeit in wenigen Stunden,

00:23:44: je nach Substanz, dann eben zwei bis vier Stunden noch wieder auf.

00:23:48: Der vasodilatierende Effekt,

00:23:52: der PDE3-Hämmer vom Merinon und vom Enoximon gilt als relevant stärker als der

00:24:01: von den Katecholamin-Vertretern vom Dobutamin,

00:24:04: ist aber bei weitem schwächer als klassische Vasodilatatoren wie zum Beispiel

00:24:09: Nitro, Nitroprosidatrium zum Beispiel. Kann man das so stehen lassen?

00:24:15: Und was die Inotropie angeht, Inotrop, Dobutamin, Myrinon, das ist dann schwer

00:24:23: zu sagen, weil es eben schnell überlagert wird von den vasodilatierenden Effekten,

00:24:27: aber ich glaube, das ist ungefähr vergleichbar.

00:24:31: Was ich noch ganz interessant fand, war, dass Dubutamin ja den Sauerstoffverbrauch

00:24:36: am Herzmuskel eben steigert.

00:24:38: Eben unter anderem natürlich dadurch, dass es einfach die Enotropie steigert, logischerweise.

00:24:43: Aber auch, dass es auf die Herzfrequenz wirkt. Also Dubutamin macht ja klassischerweise

00:24:47: eher mal ein bisschen schneller, während Myrinon und auch Enoximon.

00:24:52: Ingo hat ja gerade gesagt, dass Nitro zum Beispiel dazu führt,

00:24:57: dass die Gefäße sich weit stellen und dass es eben deutlich ausgeprägteren Effekt

00:25:01: hat als Merinon und auch noch ausgeprägteren Effekt als Dorotamin.

00:25:06: Also Dorotamin macht das am wenigsten, Merinon und Enoximon machen das dann

00:25:11: als am nächststärksten sozusagen und Nitro ist wirklich ein ausgeprägter Vasodilatator.

00:25:20: Ein proper Exudilator.

00:25:24: Und das ist ja jetzt mehr oder weniger die arterielle Seite,

00:25:27: die man sich da eben angeschaut hat.

00:25:29: Und wenn man jetzt ein bisschen rumliest, dann möchte man natürlich ja auch

00:25:33: die Vorlast beeinflussen mit diesen Medikamenten.

00:25:37: Und da ist es wiederum umstritten, ob Merinon und Enoximon eben auch eine Venodilatation machen.

00:25:45: Das weiß man nicht so ganz genau. Genau, da gibt es wohl Untersuchungen am Hund

00:25:48: oder am, ich weiß nicht wo, in irgendeinem Tier hat man das mal getestet. Man.

00:25:53: Hat das sogar für die Lebertransformation mal evaluiert. Genau.

00:25:56: Und da hat man festgestellt, ja vielleicht, aber möglicherweise liegt es auch

00:26:00: daran, dass es einfach die Lositropie des Herzens steigert und dass das Herz,

00:26:05: also insbesondere das rechte Herz, dann eben seinen Cardiac Output steigern kann.

00:26:10: Und dadurch saugt es sozusagen mehr aus den Venen und dadurch ist eben der zentrale Venendruck geringer.

00:26:19: Und ob es dann jetzt wirklich eine Venodilatation macht oder nicht,

00:26:22: das weiß man nicht so ganz genau.

00:26:24: Ein anderer Nutzen oder Wirkort, in Anführungsstrichen,

00:26:29: den man beim Merinon noch hat, ist zum Beispiel, wenn man es,

00:26:33: also natürlich kann man es auch IV geben, da wird es auch wirken,

00:26:36: aber man kann es noch selektiver dahin bringen, nämlich an die pulmonale Strombahn,

00:26:40: wenn man es per Inhalation gibt. gibt.

00:26:43: Das hat man auch wie immer in diesen brutalen Tierstudien bei neugeborenen Lämmern

00:26:48: 1987 zum ersten Mal evaluiert, ob es dann wirklich so stimmt.

00:26:53: Man hat den praktisch direkt nach der Geburt das in die pulmonale Strombahn

00:27:00: indiziert und dann gab es eine Dosis abhängige Verminderung des pulmonalen Gefäßwiderstandes.

00:27:04: Das ist ja auch tatsächlich das, was man sich damit zunutze machen will,

00:27:07: wenn man es per Inhalation gibt, dass um einen pulmonalen einen Hypertonus zu

00:27:13: behandeln, sagen wir es mal so.

00:27:14: Dann hat man das Ganze tatsächlich auch nochmal in der Bypass-Chirurgie bei Menschen getestet.

00:27:19: Da hat man 99 Patienten genommen, die eine Herz-OP hatten und wenn.

00:27:27: Praktisch postoperativ eine Herzinsuffizienz in irgendeiner Weise vorlag,

00:27:31: also zum Beispiel einen pulmonaren Wedge-Druck über 8 mm Hg oder einen Cardiac-Index

00:27:36: unter 2,5 Liter, dann hat man den Merinon gegeben,

00:27:42: mit ersten Bolus und dann praktisch eine kontinuierliche Infusion und,

00:27:47: sich die hämodynamischen Effekte angeschaut und genauso wie bei den Lämmern

00:27:52: hat man einen reduzierten pulmonar- vaskulären Widerstand gehabt und auch der

00:27:58: Cardiac Index hat sich in allen Patienten verbessert, ist die Studie zumindest vom Lesen.

00:28:03: Also es klingt schon raus, irgendwie in dieser ganzen Kardiochirurgie ist das Myrionon ein Thema.

00:28:09: Aber wie ist das in einem Corona-Arzt? Ja.

00:28:11: Pass auf. Ich erkläre es dir.

00:28:14: Danke für die Frage.

00:28:20: Das ist auch ein Thema, weswegen man Myrinon eigentlich ganz toll findet,

00:28:25: denn es ist in der Peripherie ein Vasothelatator und senkt die Nachlast,

00:28:32: aber scheinbar ist es auch so, dass es das mit den Coronarien auch macht.

00:28:36: Auch da gibt es wieder ein Hundemodell von 1986, wo die Resistance in den Koronarien gesenkt wurde.

00:28:46: Dieses Herz, dieses Hundeherz hat dann mehr Arbeit leisten können und das hat

00:28:51: Clemens von auch schon mal angeteasert,

00:28:53: letztendlich bei gleichem Sauerstoffverbrauch trotz mehr Arbeit.

00:28:57: Man hat 1997 dann auch nochmal Grafts in Myrinoden mariniert und da hat man

00:29:05: eine Studie gemacht, da ging es um Vasospasmusprophylaxe und hat das praktisch einfach da eingelegt.

00:29:10: Und da schreiben die Herren, die die Studie damals gemacht haben,

00:29:16: In dieser Studie zeigt experimentelle Evidenz, dass Merinon ein starker endothel-unabhängiger

00:29:27: direkter Vasothelatator ist,

00:29:29: in dem Fall jetzt in der Thorazica interna.

00:29:32: Ja, und auch das ist wiederum da in Fällen, wo zum Beispiel Bypass-Chirurgie

00:29:37: gemacht wird und es geht an den Maschinenabgang von der Herz-Lungen-Maschine,

00:29:40: wo man Vasospasmen vermindern kann und die Hoffnung hat, dass diese dilatierten

00:29:47: Koronarien eine Versorgung des Herzens verbessern.

00:29:50: Das Herz, was jetzt sozusagen eh nach seiner Bypass-Chirurgie und der Maschinenzeit

00:29:53: so ein bisschen gestresst ist.

00:29:56: Und ich glaube, das ist auch ein Teil, weswegen Merinon manchmal ganz gern genommen wird.

00:30:00: Ne, was ich immer spannend finde, wenn wir solche sagen wir mal,

00:30:03: dann doch nicht täglich milliardenfach genutzten Medikamente besprechen,

00:30:09: wie gering und wie obskur teilweise auch die Evidenz ist. Also wirklich Selbst.

00:30:13: Bei den milliardenfach genutzten Medikamenten.

00:30:15: Da auch, aber hier irgendwie Unterarme, die behandelt wurden,

00:30:18: dann 13 Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz, die man dann als große Studie verkauft hat.

00:30:23: Ein paar Hunde. Ein paar Hunde.

00:30:25: Irgendwelche Kanarienvögel. Ah ne, das waren Koronarien, ne?

00:30:29: Koronarienvögel. direkt in die Kanarienvögel injiziert.

00:30:33: Und ich meine hier, das, was du gerade erwähnt hast, mit irgendwie direkt in

00:30:36: die Corona-Arterie injizieren, ist ja auch irgendwie jetzt, ist next level, oder?

00:30:43: Das ist halt so was wie, ich meine gut, letztlich Narkose wurde auch in die

00:30:47: klinische Praxis eingeführt ohne randomisierte Studie.

00:30:50: Das hat man einfach gemacht, weil es offensichtlich besser gewesen war oder ist als vorher.

00:30:56: Der eine Mann hat doch gesagt, das ist nur Homebook.

00:30:58: Einer hat das gesagt. Und so ein bisschen scheint mir das auch bei vielen anderen

00:31:02: Stoffen, die sich dann im Prinzip entwickelt haben. Würdest du sagen.

00:31:07: Es ist Zeit für mehr Theorexperimente? Nein.

00:31:09: Ich sage nicht, dass man das jetzt alles noch nachholen sollte,

00:31:12: aber das ist irgendwie spannend.

00:31:13: Das ist doch auf so kleinen Fallzahlen und so komischen Experimenten.

00:31:19: Dünnes Eis. Dünnes Eis.

00:31:20: Ja.

00:31:21: Wissenschaftlich dünnes Eis.

00:31:22: Learning by doing, was man da macht.

00:31:27: Ich habe mich jetzt tatsächlich auch wieder gesammelt und könnte jetzt nochmal sprechen.

00:31:32: Und zwar wurde das mehrfach schon erwähnt, die vielen tollen Effekte,

00:31:36: die Myrinon oder PDE3-Hämmer haben,

00:31:39: zum einen auch ein positiver Effekt auf die Inotropie und man sagt ja,

00:31:46: okay, es scheint so zu sein, dass der Cardiac Index ähnlich wie unter Dobutamin,

00:31:51: einer äquivalenten Dodo-Dobutamin, ansteigen würde.

00:31:55: Und jetzt muss man ja sagen, das ist ja alles ganz schön schwierig zu unterscheiden

00:31:59: voneinander, wenn so viele Dinge auf einmal passieren.

00:32:01: Was ist denn jetzt wirklich Hen und was ist Ei und was hat vorher angefangen?

00:32:04: Ingmar hatte das vorhin schon so ein bisschen angeteasert, indem er gesagt hat,

00:32:07: es ist gar nicht so leicht, voneinander zu trennen, welche Effekte was bewirken.

00:32:12: Weil wenn wir natürlich eine Nachlasssenkung haben, kann man auch sagen,

00:32:15: ja gut, ist das jetzt wirklich einfach so viel mehr Pumpstärke?

00:32:18: Ist es vergleichbar? Weil das Herz hat ja viel weniger Nachlass gegen die es jetzt anpumpen muss.

00:32:23: Und deswegen hat man gesagt, wir versuchen das mal so gut es geht,

00:32:28: voneinander zu trennen. Und dann hat man 1986 das einfach ins linke Herzkranzgefäß

00:32:35: injiziert, um das nicht systemisch zu geben.

00:32:37: Schon bei Menschen auch, ne?

00:32:40: Ziemlich sicher, ja.

00:32:43: Die gute alte Zeit.

00:32:45: Endlich mal wieder Menschen. Vielleicht auch Tiere, da bin ich mir jetzt nicht ganz sicher.

00:32:51: Aber was ich wirklich lustig an dieser Sache finde, ist, was dann geschrieben

00:32:54: wird, dass sich in dieser Versuchsanordnung die Herzfrequenz letztendlich gar nicht geändert hat.

00:33:00: Also wir haben ja vorher mal davon gesprochen, dass auch das Konotrop positiv

00:33:05: ist und dass die Herzfrequenz steigt, was man praktisch, glaube ich,

00:33:08: auch in vielen Sachen beobachtet. Aber da ist es eben in dieser systemischen Gabe gewesen.

00:33:14: Und da ist im Prinzip die Annahme, dass die Herzfrequenzsteigerung letztendlich

00:33:20: eine Folge der Vasodilatation bzw.

00:33:22: Der Hypotension ist. Also einfach als Kompensationsmechanismus wie, weiß nicht.

00:33:26: Ist eine Reflextarikadie. Genau.

00:33:28: Danke. Eine andauernde Reflextarikadie.

00:33:32: Wie heißt es in der Neurologie, wenn Reflexe nicht aufhören?

00:33:35: Also wenn du aufs Knie knopfst und es dann die ganze Zeit bleibt?

00:33:38: Klonus.

00:33:40: Clemens fragt den Computergott.

00:33:43: Hyperreflexie.

00:33:44: Nee, das ist falsch. Hyperreflexie ist mehr Ausschlag bei gleichem Reflexschlag.

00:33:50: Das stimmt.

00:33:54: Nee, keine Ahnung.

00:33:56: Also wir kriegen es am Ende nicht richtig auseinander dividiert.

00:34:00: Diese wilden Injektionen in die LAD, legen aber nahe, dass die,

00:34:07: positiv chronotrope Wirkung eine Reflex-Tachycardie ist oder eine Reflexkomponente hat und dass die,

00:34:14: systemischen Wirkungen im Sinne von Inotropie-Steigerung und Senken des systemvaskulären

00:34:21: Widerstands sich am Ende irgendwie überlagern.

00:34:24: Zu diesen ganzen Effekten zu guter Letzt, das was ja auch immer eine ganz tolle

00:34:29: Sache ist, über die wir uns freuen beim Bei Myelorinon ist,

00:34:32: wenn ich das aussehe, der myokardiale Sauerstoffverbrauch wird nicht erhöht,

00:34:37: trotz mehr Inotropie, trotz verbesserten Kardiakindex.

00:34:44: Im Gegensatz jetzt zum Beispiel zu anderen Kardicholamin. Und auch das hat man

00:34:49: sich mal angeschaut, ob das jetzt wirklich eigentlich stimmt.

00:34:53: Auch wieder in den 80ern, viel dazu ist in den 80ern passiert.

00:34:57: 1986. Da hat man 18 Patienten, die entsprechend krank waren,

00:35:03: Nüa 3 bis 4 mit Herzinsuffizienz verschiedenster Gründe, komplett durchkatheterisiert.

00:35:09: Also die haben wirklich alles bekommen. Okay, die haben eine Arterie bekommen,

00:35:13: finde ich jetzt nicht so verrückt, aber die haben eine Schleuse mit einem Pulmi bekommen,

00:35:16: also ein pulmonales Katheter, eine Flussmessung im Sinusvenosus und dann hat

00:35:21: man letztendlich auch die Sauerstoffkonzentration von Coronarien im Vergleich

00:35:27: zum Sinusvenosus gemessen und konnte das tatsächlich dann nochmal bestätigen,

00:35:31: also die haben Myrinonen bekommen.

00:35:33: Die haben einen 45-prozentigen Cardiac-Index-Steigerung gehabt,

00:35:38: einen 39-prozentigen Fall des pulmonokapillären Wedgedrucks und auch die linksventrikuläre

00:35:51: Arbeit ist irgendwie auch um 42 Prozent gestiegen.

00:35:56: All diese Sachen, also Mirinon ist in einer Dosis gegeben worden,

00:35:59: wo man sagen kann, da ist jetzt wirklich ein Effekt da, den man eindeutig beobachten kann.

00:36:04: Und es ist aber tatsächlich so, dass der Sauerstoffverbrauch sich nicht verändert hat.

00:36:09: Das ist ja eine erstaunlich direkte Messung, muss man sagen,

00:36:12: im Vergleich zu all dem, was wir sonst versuchen in Menschen zu messen.

00:36:15: Und eine Steigerung von, also das

00:36:17: Cardic-Index von fast 50% bei einem NüHa-3-4-Patienten ist richtig viel.

00:36:24: Wenn du das beim Gesunden machst, musst du ja über 100% bekommen.

00:36:29: EF 110%. Das ist natürlich alles falsch. Da sind mehrere Sachen durcheinander geworfen.

00:36:39: Aber, ich meine gut, die haben wahrscheinlich auch ein bisschen was davon gehabt, die Patienten.

00:36:44: Aber ich hätte jetzt keine Lust, mich irgendwie mit 12 Kathetern ausstatten zu lassen.

00:36:49: So, for the fun of it.

00:36:52: Also könnte man jetzt sagen, Myonurin sollte jeder immer haben.

00:36:57: Aber nur kurz.

00:36:58: Aber nur kurz und wenn da nicht Kontraindikationen wären.

00:37:02: Es gibt ein paar Kontraindikationen, zum Beispiel schwere Aorten- oder Pulmonarklappenstenosen.

00:37:08: Da ist es jetzt nicht so gerne gesehen, dass man den Nachlast im Strahl abwirkt.

00:37:17: Dann die hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie ist ja auch noch genannt,

00:37:21: das ist ja mehr oder weniger das Gleiche, wenn man so will, nur auf...

00:37:24: Funktionell das Gleiche.

00:37:26: Funktionell das Gleiche. Beim akuten Herzinfarkt liest man zumindest davon,

00:37:32: weil man natürlich sagen muss, so

00:37:35: eine akute Ischämie führt natürlich im Zweifelsfall auch zu einem akuten,

00:37:42: Endotropieverlust, also das ist vielleicht was, was man diskutieren kann.

00:37:47: Und Und eine schwere Hypovolemie, auch das ist wenig überraschend,

00:37:52: wenn man schon ein schwerer Hypovolem ist, dann ist vielleicht auch die Nachlass

00:37:54: nicht mehr so ganz klasse.

00:37:56: Wenn man dann noch einen potenten Quasodilatator verabreicht,

00:38:01: am besten als Bolus, dann muss man wahrscheinlich nicht lange darauf warten,

00:38:05: dass man dann einen entsprechenden negativen Effekt produziert.

00:38:09: Habt ihr noch andere Kontraindikationen gefunden, die sich nicht...

00:38:13: Logisch herleiten lassen? Oder doch?

00:38:15: Ich glaube, das ist so ein Medikament, was man mit Augenmaß benutzt und in Situationen

00:38:20: zur Anwendung bringt, wo Kontraindikationen sehr schnell relativ werden.

00:38:25: Das ist ja ein Medikament, da es es nicht als Tablette gibt,

00:38:29: üblicherweise nicht mehr,

00:38:32: in einem intensivmedizinischen Setting angewandt wird,

00:38:35: wo man hoffentlich, so wie Ralf es gerade gesagt hat, Katheter in allen Öffnungen

00:38:39: irgendwie stecken hat und wo man möglichst alles messen kann und damit damit

00:38:43: auch die Effekte möglichst schnell und genau sehen und idealerweise auch interpretieren kann.

00:38:49: Es ist für mich nicht ein Medikament der allerersten Angriffslinie.

00:38:54: Wenn ich irgendwie einen Patienten aus dem Saal kriege, ist nicht der erste

00:38:57: Reflex zu gucken, kann ich mir Irinon anschließen oder nicht.

00:39:01: Und wo?

00:39:04: Habt ihr noch den Katheter in der linken Koronarie gelassen?

00:39:06: Genau.

00:39:09: Aber es ist für mich aus dieser Medikamentenkategorie ein wertvoller Pfeil im Köcher,

00:39:15: den ich bei bestimmten Problemen, wenn ich über Dopotermin nachdenke oder über

00:39:20: das Senken von Nachlast und Entropiesteigerung, wo das dann durchaus interessant wird.

00:39:25: Das wäre so mein persönliches Fazit.

00:39:29: Unsere Bibel, derangephysiology.com, wir haben es lange nicht erwähnt,

00:39:34: aber auf jeden Fall eine der Quellen dieser Folge,

00:39:38: gibt als kleinen Exkurs quasi noch ein Fallbeispiel an, die schwere Trikospidalklappeninsuffizienz.

00:39:46: Da heißt es, dass, also, Myrinon eben the natural choice ist in diesem Fall.

00:39:54: Und wir haben uns überlegt, vielleicht einmal ganz grob darauf eingehen zu wollen.

00:39:58: Also im Prinzip eine hochgradige Trikospidalklappeninsuffizienz Insuffizienz

00:40:02: entsteht ja selber eher selten nur deswegen, weil eben die Trikospedalklappe

00:40:07: so hochgradig insuffizient ist.

00:40:09: Das gibt es auch, aber ist in der isolierten Form eher die Ausnahme,

00:40:14: sondern entsteht ja meistens sekundär aufgrund einem pulmonalen Hochdruck.

00:40:20: Und die isolierte Trikospidalklappeninsuffizienz wäre auch an sich nicht das

00:40:24: Hauptproblem, dem sich dann der rechte Ventrikel darstellen müsste,

00:40:29: weil man im Prinzip mit einer Volumenüberladung kann der rechte Ventrikel deutlich

00:40:35: besser umgehen als mit einem Drucküberschuss.

00:40:38: Und wenn man jetzt also zusätzlich einen pulmonaren Bluthochdruck hat,

00:40:42: dann kann es relativ schnell auch dazu kommen, dass die Patienten zum Beispiel

00:40:46: bei einem Piepanstieg oder wenn man mal irgendwie eine,

00:40:50: ein Recruitment-Manöver macht oder ich weiß nicht was, dass die dann auch tatsächlich

00:40:55: ernsthafte Probleme bekommen können.

00:40:57: Und da spielt dann natürlich Milrinon oder auch Enoximon uns auch ein bisschen

00:41:04: in die Karten, weil es, wie wir vorhin schon erwähnt haben, eben den pulmonar-arteriellen

00:41:08: Druck senken kann, was eben eine schöne Sache ist.

00:41:11: Das heißt, da wäre es schon mal eine gute Idee, möglicherweise Milrinon nutzen

00:41:16: zu wollen. Und wenn man jetzt so ganz grob überlegt, wenn man das ja einmal

00:41:20: mal durchgeht, also die Range Physiology schlüsselt das auf anhand von Preload.

00:41:25: Jetzt bei der Trikospidarklappeinsuffizienz ist es eben wichtig,

00:41:28: dass man den zentralen Venendruck möglichst hoch hält, weil das ist ja im Prinzip

00:41:32: das, was gegen den Jet ankämpft, der dadurch die Trikospidarklappe zurückströmen will.

00:41:38: Also je höher der ist, desto besser.

00:41:40: Ja, Druckinfusion, ja. Druckinfusion im Kopf tiefer.

00:41:44: Genau. Aber was man eben vermeiden will, ist eben sowas zu geben,

00:41:48: was eben wirklich ernsthaft venodilatatorisch wirkt, also meinetwegen Nitro, wie vorhin gesagt.

00:41:53: Wohin gehen Myrinonen, das eben anscheinend weniger macht oder kaum.

00:41:57: Dann will man möglichst die Herzfrequenz relativ hoch halten,

00:42:01: einfach damit der Ventrikel nicht so viel Zeit hat, durch die kaputte oder nicht

00:42:05: unbedingt kaputte, aber insuffiziente Herzklappe zurückzupumpen.

00:42:09: Auch da ist Merinon ja nicht so

00:42:10: schlecht, weil es zumindest moderat einen Herzfrequenzanstieg produziert.

00:42:15: Und na gut, als nächstes bietet er hier an, dass man was am Rhythm machen sollte, also am Herzrhythmus.

00:42:24: Meisten Patienten mit eben so einem Problem der Trikuspidalklappe werden ohnehin

00:42:29: einen dilatierten rechten Vorhoff haben und werden unter Umständen sowieso im

00:42:34: Vorhofflimmern sein. Da wird man jetzt wenig tun können.

00:42:39: Ja und was eben das Hauptding ist, ist eben, dass die Kontraktilität,

00:42:42: also die Inotropie hoch ist und das ist ja einfach genau der Mainstay von Myrinon

00:42:48: und Enoximon, also genau das macht es ja.

00:42:51: Und ja, je stärker sich eben der rechte Ventrikel kontrahieren kann,

00:42:56: desto enger wird auch der Trikospidalklappenanulus und desto weniger kann also

00:43:03: zurückströmen, also das ist an sich auch eine gute Sache. Es.

00:43:06: Ist im Prinzip ein Medikamentödesis-Trikospidalklappenraffung, ja?

00:43:11: Im Prinzip schon, ja.

00:43:13: Wenn man das in den Sinusvenosus-Ethrograd reinspritzt.

00:43:17: Quasi die Impella aus dem Perfusor für die rechte Seite.

00:43:21: Ja, ja, eine Umschlingung. Naja, also das ist sozusagen ein kleiner Fallexkurs,

00:43:29: wo man das Medikament halt ganz hübsch durchexerzieren kann,

00:43:32: was es an Effekten bietet und welche

00:43:35: Vorteile es eben zum Beispiel bei der Trikospidarklappeninsuffizienz

00:43:38: auf Basis eines pulmonarer Tellen Hypertonus,

00:43:44: so zu bieten hat.

00:43:47: Aber klar, es hat auch noch fünf andere Anwendungsfälle, die wir jetzt hier

00:43:50: nicht im Detail durchsprechen wollen, aber das war einfach nur mal so eine kleine

00:43:53: praktische, praktischer Exkurs.

00:43:57: Fand ich ganz spannend. Habt ihr da noch was zu zu sagen?

00:44:01: Haben wir noch Themen zu der Substanz?

00:44:06: Meiner Meinung nach sind wir am Ende des Pads angelangt.

00:44:09: Wie würdet ihr es monitoren auf der Intensivstation?

00:44:13: Ihr habt einen Patienten mit einer aus sich schweren Trikospidalklappeninsuffizienz.

00:44:17: Was ist das minimale Monitoring, was ihr euch wünschen würdet,

00:44:20: um zu sagen, ihr macht das jetzt gerade goal-directed?

00:44:26: Gut, wir haben ja jetzt gesagt, der ZVD im Allgemeinen ist ja jetzt nicht unser

00:44:30: Hauptparameter, aber ich glaube, in dem Fall würde ich ihn trotzdem gerne messen wollen.

00:44:34: Also ein ZVK würde ich mir schon mal wünschen.

00:44:38: Die arterielle Blutdruckmessung haben wir schon impliziert?

00:44:41: Nee, noch nicht, aber die kannst du ja jetzt erwähnen. Ja.

00:44:43: Also in diesem Setting, wenn ich auf die Dekommerinon zu verwenden,

00:44:48: gehe ich davon aus, dass sie existiert.

00:44:50: Ich gehe auch davon aus, dass es ein ZVK gibt, aber trotzdem.

00:44:54: Und wir haben auch ein EKG.

00:44:56: Ja, du kriegst ein EKG und eine Puls-Oximetrie.

00:44:59: Wir starten mit A, B, C, D und E.

00:45:02: Ich packe meinen Koffer und nehme mit. Ich hatte ja das große Vergnügen,

00:45:07: dass ich einiges Zeit lang in der Kardioanästhesie in München verbringen durfte.

00:45:11: An dieser Stelle einen ganz schönen Gruß an all die lieben Menschen dort und

00:45:14: auch alle anderen lieben Menschen dort. Das.

00:45:17: Schneide ich raus.

00:45:19: Gritsch. Nein, schöne Grüße.

00:45:23: Und da hatten wir natürlich als Monitoring in der Regel einen TEE gehabt.

00:45:28: Plus halt einen offenen Thorax. Der hilft auch.

00:45:31: Ja, easy. Aber sag mal.

00:45:33: Der geht ja irgendwann zu. Und das TEE...

00:45:36: Sekundär.

00:45:39: Aber das TEE, finde ich, ist auch eine schöne Möglichkeit. Natürlich ein bisschen

00:45:44: invasiv, aber was ist das nicht in der Intensivmedizin?

00:45:48: Du kannst ja sowieso nur fünf Tage Milrin umarmen. Das wären noch fünf Tage TEE.

00:45:52: So schnell ist der Thorax auch nicht zugewachsen.

00:45:55: Würde dir ein TTE reichen?

00:45:57: Es ist besser als gar nichts davon, würde ich sagen. Aber ein bisschen schöner

00:46:02: sieht man den Rest natürlich schon im TEE.

00:46:04: Was sagst du zu Thermodilationsverfahren? Pico und Konsorten.

00:46:08: Ich würde sagen, das ist eine der Fälle, wo ein Pico wirklich interessant wäre.

00:46:13: Gerade mit der Frage nach Herzindex und SVI-Vorlast-Nachlast-Monitoring.

00:46:20: Oder halt irgendwie ein Pulmi, der sozusagen ein ähnliches Konzept dann verfolgt.

00:46:27: Also ein erweitertes hemodynamisches Monitoring wäre, glaube ich,

00:46:30: die Antwort, die du am Anfang gesucht hast, oder?

00:46:33: Ja, also ich frage mich so ein bisschen...

00:46:35: Der Pack macht halt die Trikots für die Erklappeninsuffizienz nicht besser, ne?

00:46:38: Ja.

00:46:39: Wir reden ja vom Allgemeinen.

00:46:41: Das sind Diskussionen, die ich die ich heute nicht führen möchte,

00:46:43: weil ich dazu meine Meinung noch nicht abschließend gebildet habe,

00:46:46: was mein Urteil über den PAK ist, weil ich aus der Generation nach dem PAK stamme, aber Post-PAK-Tumor.

00:46:56: Genau, aus der Post-PAK-Ära, aber ich durchaus einsehe, was für ein wertvolles

00:47:04: Monitoring-Tool das sein kann.

00:47:06: Allerdings, wie Clemens schon sagt, deutlich mehr inversiv als eine Pico-Arterie.

00:47:13: Ja.

00:47:13: Wahrscheinlich ist das eine der schönsten Antworten darauf,

00:47:17: weil das TEE hat ja noch den Nachteil, genauso wie das TTE, dass es auch anwenderabhängige

00:47:22: Fehlinterpretationen vielleicht wahrscheinlicher sind als … Ich würde noch nicht

00:47:28: mal sagen Fehlinterpretation.

00:47:29: Sondern ich würde sagen Fehlmessungen. Das Interpretieren ist bei den ganzen

00:47:33: Verfahren ja nochmal die nächste.

00:47:35: Da halte ich PIKO und PAK für auch nicht ungefährlich, wenn du anfängst über verschiedene Indizes.

00:47:47: Kannst du noch TCDs messen?

00:47:52: Das war ja das Todesurteil für den PAK, dass es Studien gab,

00:47:56: die gesagt haben, man kann das wunderbar einbringen, aber die Leute können es nicht interpretieren.

00:48:01: Und dann stirbt man an der Fehlinterpretation.

00:48:05: An dem Nummern-Generator.

00:48:06: Ja, genau. Dass man zwar tolle Sachen misst, aber damit nichts anfangen kann

00:48:09: und dann ein gefährlich-invasives Verfahren hat.

00:48:12: Die kontinuierliche zentralvenöse Sättigung mittels Fieberoptik.

00:48:16: Ja, das ist auch cool.

00:48:18: Wenn man es denn hätte.

00:48:19: Wenn man es denn hätte, ja. Das war die letzte Frage, die ich mir überlegt hatte.

00:48:24: Ja, das ist eine gute Frage.

00:48:25: Die ich mit auf den Weg geben wollte, dass man sich, bevor man solche Sachen

00:48:30: einsetzt, darüber Gedanken macht, wie man Erfolg einer Maßnahme messen und bewerten kann.

00:48:36: Und das gilt, finde ich, für diese nicht ganz alltäglichen vasoaktiven Substanzen,

00:48:42: finde ich, insbesondere.

00:48:44: Wann hast du deinen letzten Patienten mit Myrionon hier behandelt oder Enoximon?

00:48:49: Ich glaube, es läuft gerade unten.

00:48:51: Und welches Monitoringverfahren?

00:48:53: Pico.

00:48:53: Seit wann?

00:48:55: Pico, der hatte vorher schon Pico. Nein.

00:48:57: Ich meine, seit wann kriegt der Enoximon? im Mund?

00:49:00: Das ist frisch, also von gestern gestern.

00:49:03: Ja, und morgen ist Schluss, ne?

00:49:04: Morgen müssen wir was Neues nehmen, dann nehmen wir dann Midrin.

00:49:08: Ja.

00:49:09: Wirklich. Oder das andere Hundezeug da, dieses Pombebastan oder wie das heißt.

00:49:17: Wie heißt das?

00:49:18: Heißt das nicht Amirin oder sowas?

00:49:20: Nein, nein, das heißt anders.

00:49:21: Aber Amirin gab es mal und ist auch schon verboten.

00:49:24: Wahrscheinlich.

00:49:24: Weil es einfach zu nah dran ist an Amiodaron. Das ist immer,

00:49:29: wo ich sage, Leute, ihr müsst euch andere Namen überlegen.

00:49:31: Ihr könnt nicht zwei Medikamente nehmen, die fast genau gleich heißen. Okay.

00:49:35: Hiermit haben wir offiziell versagt, den Absprung zu schaffen.

00:49:38: Ich versuche das jetzt einfach schnell zu machen.

00:49:40: Ich bedanke mich für diese kurze, prägnante Folge bei Ralf und Clemens.

00:49:46: Und hoffe, dass wir uns möglichst bald hier im Äther des Internets wiederhören.

00:49:50: Vielen Dank und bis bald.

00:50:04: Ich habe jetzt extra gewartet, bis du fertig bist, damit du da cutten kannst.

00:50:10: Aber man hätte ja noch sagen können.

00:50:12: Wir fassen nochmal zusammen. Milrinon oder Phosphodiesterase-3-Hemmer sind Medikamente,

00:50:18: die zum Beispiel bei einer akuten Herzinsuffizienz oder generell in einem Herzinsuffizienz-Kontext

00:50:24: häufig eingesetzt werden.

00:50:26: In der Regel IV oder per Inhalation die Zellgruppe der Inodilatatoren gönnen

00:50:31: und als ganz kurzen Steckbrief eine positive Inotropie haben,

00:50:37: eine Nachlasssenkung, eine fragliche Vorlasssenkung, die wahrscheinlich eher

00:50:43: auf eine Lusitropie fußt, also einer verbesserten Relaxation des Herzens,

00:50:50: eine Senkung des pulmonovaskulären Gefäßwiderstandes und nicht zu lange eingesetzt werden sollen.

00:51:11: Ja, okay. Mach mal aus jetzt.

00:51:16: Soll ich ausmachen? Ja, ich mach's aus.

Über diesen Podcast

Der Podcast aus der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Göttingen. Wir berichten über Aktuelles aus Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerzmedizin. Manchmal sprechen wir auch einfach über Dinge, die uns interessieren.
"Young Urban Anesthesiologists", kurz "YUAN" referenziert das Weiterbildungsformat der Abteilung, auch wenn wir weder besonders jung noch urban sind.

CME-Fortbildungspunkte für das Hören des Podcasts können über unsere Homepage beantragt werden.

von und mit Ingmar Finkenzeller (Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Göttingen)

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